Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland Fördervereine blicken nach vorne
Landkreis Hinterland Fördervereine blicken nach vorne
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:00 27.09.2021
Tagesgäste haben zwar noch keinen Zutritt, trotzdem ist die vergangene Saison für das Waldschwimmbad in Holzhausen gut gelaufen. Das gilt für die meisten Schwimmbäder in Dautphetal.
Tagesgäste haben zwar noch keinen Zutritt, trotzdem ist die vergangene Saison für das Waldschwimmbad in Holzhausen gut gelaufen. Das gilt für die meisten Schwimmbäder in Dautphetal. Quelle: Katja Peters
Anzeige
Dautphetal

Die zweite Saison unter Corona-Bedingungen verlief für einige der sechs Schwimmbäder in der Gemeinde Dautphetal durchaus ereignisreich. Da die Hälfte der Ortsteile über ein Frei- oder Hallenbad verfügt und sie alle von Fördervereinen ehrenamtlich betreut werden, ist deren Betrieb ein wichtiges Thema in der Kommune.

„Wir sind bereits im Vorfeld davon ausgegangen, eine verkürzte Saison zu fahren“, sagt Marco Schmidtke, Vorsitzender des Freibad-Fördervereins in Dautphe. „Und so ist es dann ja auch gekommen.“ Es sei für den Verein schwierig, die Saison zu planen, ohne zu wissen, wann das Bad geöffnet werden dürfe – ansonsten aber habe sich die Situation eingespielt, weil Besucher und Organisatoren inzwischen an die Vorgaben gewöhnt seien. Insgesamt 2 000 Besucher zählte der Verein in zwei verregneten Sommermonaten.

Helfer und Spender ermöglichen Badebetrieb

„Wir hatten zwei Veranstaltungen, die sehr gut angekommen sind: das Moonshine-Schwimmen, das auf jeden Fall im kommenden Jahr wiederholt wird, und das Volleyball-Turnier in Zusammenarbeit mit der SG Dautphetal“, blickt Schmidtke zurück. In diesem Zusammenhang erinnert er daran, dass der Verein einiges an Ausgaben hatte, darunter 1 500 Euro für neuen Beachvolleyball-Sand.

Das positive Fazit des Vorsitzenden lautet dennoch: „Wir haben keine Miesen gemacht.“ Um den Andrang zu entzerren, sei ein neues Pager-System eingeführt worden. Auch das werde im Sommer 2022 beibehalten, der hoffentlich bessere Corona-Zahlen und somit andere Bedingungen mit sich bringe, sagt Marco Schmidtke.

An einer Sache werde sich allerdings nichts ändern: Obwohl er für das Amt des Dautphetaler Bürgermeisters kandidiert, werde er das des Vereinsvorsitzenden in jedem Fall beibehalten, kündigt er an.

Eine leider sehr aufregende Saison hat der Förderverein vom Freibad Herzhausen hinter sich: Im Juni wurde das Schwimmbad durch massive Schäden vorübergehend unbenutzbar gemacht – ein Starkregen sorgte für eine regelrechte Schlammlawine, die unter anderem die Technik außer Kraft setzte und die Becken stark verschmutzte.

Dem Engagement der Vereinsmitglieder und anderer Bürger des Ortsteils, aber auch zahlreichen Spenden war es zu verdanken, dass der Verein dennoch in die Saison starten konnte. „Die Zahl der Gäste entsprach etwa der des Vorjahres“, resümiert Lisa Wassermann, Vorsitzende der DLRG Herzhausen. „Vielleicht waren es sogar ein paar mehr.“ Die Tagesgäste fielen dabei weniger ins Gewicht – Verein und Lebensretter seien froh gewesen, das Freibad nach den aufwendigen Aufräum- und Reparaturarbeiten öffnen und die Saison gut hinter sich bringen zu können.

Nun haben die beiden Gruppen schon das kommende Jahr im Blick: „Wir werden uns demnächst zusammensetzen, Bilanz ziehen und planen“, kündigt Lisa Wassermann an. Auf jeden Fall werden die Einwohner von Herzhausen nicht auf ihr Bad verzichten müssen.

Hier Reparaturen, dort großer Andrang

Das Waldschwimmbad in Holzhausen gilt als das Bad in Dautphe mit dem größten Einzugsbereich: Im vergangenen Jahr hatte der Förderverein 99 Kommunen gemeldet, aus denen die Besucher angereist waren. „Wir sind alles in allem zufrieden“, sagt Klaus Bösser, Vorsitzender des Fördervereins, auch für die abgelaufene Saison.

Da diese für das Waldschwimmbad relativ früh begonnen habe, sei es kein Problem gewesen, dass die Organisatoren auch im zweiten Corona-Jahr auf Tagesgäste verzichten und sich auf die Inhaber einer Jahresmitgliedschaft verlassen mussten, ergänzt er. Denn deren Zahl kann sich sehen lassen: „Wir haben 2 500 Jahresmitglieder“, freut sich Bösser. Das macht im Vergleich zu 2020 ein sattes Plus von 500 aus. Das Hallenbad in Friedensdorf blieb in diesem Jahr geschlossen: Das Becken wird grundhaft saniert, deswegen fällt der Badebetrieb seit Herbst vergangenen Jahres aus. „Wir hoffen, dass die Arbeiten so schnell wie möglich beendet werden“, sagt Günter Grebe, Vorsitzender des Fördervereins. Dann werde der Betrieb im kommenden Jahr wieder aufgenommen.

Diese vorübergehende Schließung macht sich auch beim Bad in Buchenau bemerkbar, dem größten Dautphetaler Schwimmbad: „Die Nachfrage ist enorm“, stellt Karl-Heinz Grebe, Vorsitzender des Hallenbadvereins, fest. „Der Tag könnte noch ein paar Stunden mehr haben.“ Und das, obwohl auch die Buchenauer auf Tagesgäste verzichten und das Hallenbad seit der Neueröffnung den inzwischen 700 Inhabern einer Jahresmitgliedschaft sowie den vielen Vereinen und Kursen vorbehalten ist.

Wie bei allen Trägervereinen sind auch in Buchenau die Hygienevorschriften schon Standard: „Das läuft alles reibungslos“, sagt Grebe.

Ein reines Mitgliedsbad ist seit vergangenem Jahr das Freibad im Ortsteil Allendorf – es steht also seit Corona nur den Mitgliedern des Fördervereins und der DLRG-Ortsgruppe, die die Aufsicht hat, zur Verfügung. „Und den Mitarbeitern im Kiosk und deren Familien“, ergänzt Mark Burk, seit Kurzem neuer Vorsitzender des Vereins.

Zwar gebe es immer neue Hygiene-Anforderungen, auf die man sich einstellen müsse, dies werde jedoch vom Förderverein gut gestemmt, führt er aus. Dieser hat insgesamt 500 Mitglieder, die hoffen, im kommenden Jahr wieder einen normalen Badebetrieb anbieten zu können.

Von Markus Engelhardt