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Hinterland Schutzvisier geht in Massenproduktion
Landkreis Hinterland Schutzvisier geht in Massenproduktion
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19:58 31.03.2020
Mitarbeiter der Firma Lather Kommunikation stellen die vom Unternehmen entwickelte Schutzausrüstung vor. Quelle: Foto: Andreas Schmidt
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Lohra

Kliniken und Arztpraxen schlagen Alarm: Für das medizinische Personal fehlt Schutzausrüstung. Viele Freiwillige nähen bereits Mundschutze und spenden diese (die OP berichtete). Und selbst große Unternehmen wie etwa Trigema haben die Produktion von Bekleidung auf Mundschutz umgestellt – der Bedarf ist immens.

Das hat auch die Lohraer Firma Lather Kommunikation auf den Plan gerufen: „Es gab Anregungen, ob wir nicht mobile Schutzwände oder Schutzvisiere herstellen könnten“, erzählt Inhaber Peter Lather im OP-Gespräch. Der überlegte nicht lange, sondern stieg in den Prototypen-Bau ein. Sein Vorteil: „Die Materialien haben wir und müssen nur einige Systeme ein wenig modifizieren, um sie auf die Situation auszurichten.“ So etwa bei der mobilen Schutzwand für Praxen, Verkaufsräume oder auch den Schreibtisch. „Es müssen ja nicht immer riesige Plexiglas-Installationen sein“, sagt Peter Lather. Und: „Mit den Materialien bauen wir sonst etwa Displays für Messen.“ Die Prototypen hat Lather in Arztpraxen präsentiert, „die Rückmeldung war positiv – also haben wir weitergemacht.“

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Ähnlich sei es bei den Schutzvisieren gelaufen, „um einen Schutz vor Aerosolen zu bieten“. Auch davon fertigte Lather vergangene Woche mehrere Prototypen. „Die habe ich befreundeten Ärzten und Apothekern zur Verfügung gestellt – dann bekam ich Rückmeldungen, die Verbesserungsvorschläge aus dem Praxistest haben wir umgesetzt, am Freitag noch einmal vorgestellt – und nun läuft die Produktion.“ Dabei seien auch kurzfristig „zwischen 500 und 1 000 oder vielleicht auch 2 000 Visiere am Tag“ in der Herstellung möglich. Bei den mobilen Schutzwänden sei die Zahl geringer, „da diese individuell angepasst werden können“, 10 bis 20 seien aber im ersten Schritt realistisch.

Auch einen Mundschutz entwickelt Lather – „nicht mit Stoff, sondern einem Material aus dem technischen Bereich für empfindliche Oberflächen, das sich sehr gut auskochen lässt“, sagt er. Wenn es gelinge, den Mundschutz „weitestgehend ohne Näharbeiten maschinell hinzubekommen“, dann seien problemlos große Stückzahlen möglich. Denn: „Dann muss nur die Maschine laufen und wir brauchen Material. Aber so könnten wir schnell Abhilfe schaffen – auch, wenn der Mundschutz dann keinen Schönheitspreis gewinnt“, so Lather lachend.

Die Produktion läuft in dem Lohraer Unternehmen ohnehin noch gut. „Mit einem Teil unserer Produktion hängen wir in der Medizinkette drin – wenn wir nicht jeden Tag die entsprechenden Verpackungsteile liefern, dann wird die Lieferkette unterbrochen“, so Lather. Denn: Lather Kommunikation stellt sogenannte „Gefache“ her, mit denen die Medizin-Glasfläschchen voneinander abgetrennt werden, um Beschädigungen zu vermeiden. „Schon ein Kratzer an der Flasche kann ausreichen, dass das Produkt mitsamt Medizin ausgemustert wird“, weiß Lather.

Von Andreas Schmidt

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