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Hinterland Schütze von Breidenbach wird noch gesucht
Landkreis Hinterland Schütze von Breidenbach wird noch gesucht
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21:00 01.09.2019
Nach der Schlägerei in der Bad Laaspher Bahnhofstraße mussten mehrere beschädigte Autos abgeschleppt werden. Quelle: Jörg Fritsch
Breidenbach

Es ist eine der spektakulären Straftaten dieses Jahres und sie ist noch nicht geklärt. Am Abend des 2. März fiel im Anschluss an eine Massenschlägerei vor einem Haus in der Bad Laaspher Bahnhofstraße ein Schuss in Breidenbach. Abgegeben wurde dieser rund 15 Minuten nach der Auseinandersetzung im benachbarten Bundesland in der Hauptstraße der Hinterländer Gemeinde aus einem fahrenden Auto heraus.

Die Ermittler der Kriminalpolizei vermuteten einen Zusammenhang, aufgrund von Streitigkeiten zwischen zwei Großfamilien. Recht schnell identifizieren die Ermittler zwei Männer, gegen die allerdings nach den Vernehmungen kein dringender Tatverdacht bestand. Das nahmen die Ermittler aber bei einem weiteren 25-Jährigen aus Bad Laasphe an, der als möglicher Schütze per Haft­befehl gesucht wurde.

Dieser war erst nicht auffindbar, versuchte allerdings einen Monat später wieder in die Bundesrepublik einzureisen. Bei der Personenkontrolle am Frankfurter Flughafen nahmen Polizisten den 25-Jährigen Anfang April fest. Staatsanwalt Nicolai Wolf erklärte damals, es bestehe der Verdacht, dass der Gesuchte auf die Menschengruppe in Breidenbach einen Schuss aus einer scharfen Schusswaffe abgegeben habe. Allerdings wurde die Waffe nicht gefunden. Ebenso war die genaue Schusszahl unbekannt wie auch die Hintergründe und das Motiv des Streits.

Wie Timo Ide als Sprecher der Marburger Staatsanwaltschaft jetzt auf Anfrage der OP erklärt, befindet sich der 25-jährige Bad Laaspher nicht mehr in Untersuchungshaft. Der Verdacht habe sich nicht bestätigt, es liege somit kein dringender Tatverdacht für ein Tötungsdelikt vor. Zu den weiteren offenen Fragen machte Ide wegen der noch laufenden Ermittlungen keine Angaben.

Wie die OP mit Berufung auf die Sprecher von Polizei und Staatsanwaltschaft damals berichtete war vermutlich ein schwelender Streit zwischen zwei Großfamilien Auslöser der Ereignisse in der Laaspher Bahnhofstraße.

Dort fuhren am Samstag, 2. März, gegen 20.45 Uhr Männer in Fahrzeugen vor dem Wohnhaus der anderen Partei vor. Es kam zu einer Schlägerei, bei der unter anderem Scheiben von drei Autos beschädigt wurden. Kurz darauf, gegen 21 Uhr, fiel in Breidenbach ein Schuss aus einem vorbeifahrenden Auto. Dieses war vermutlich, so hieß es damals, ein dunkelblauer Mercedes mit Siegener Kennzeichen.

Polizisten nahmen daraufhin einen 25-Jährigen aus dem Landkreis Siegen-Wittgenstein und einen 31-Jährigen aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf vorläufig fest. Sie wurden wenig später wieder entlassen, da kein dringender Tatverdacht bestand.

Durch den Schuss wurde niemand verletzt. Nach Informationen der OP fiel der Schuss im Bereich des früheren Lidl-Marktes. Bei dem Streit soll es sich, Gerüchten zufolge, um nicht erfolgte Geldzahlungen handeln.

von Gianfranco Fain