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Hinterland Das Schloss ist jetzt ein Geo-Punkt
Landkreis Hinterland Das Schloss ist jetzt ein Geo-Punkt
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16:10 05.12.2021
Markus Morr (von links), Jan Bosch, Jörg Wegerhoff, Michael Volkwein, Volker Drothler, Andreas Vetter und Gerald Bamberger weihen den 36. Geo-Punkt des Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus am Schloss in Biedenkopf ein.
Markus Morr (von links), Jan Bosch, Jörg Wegerhoff, Michael Volkwein, Volker Drothler, Andreas Vetter und Gerald Bamberger weihen den 36. Geo-Punkt des Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus am Schloss in Biedenkopf ein. Quelle: Sascha Valentin
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Biedenkopf

Das Landgrafenschloss Biedenkopf ist in die Liste der Geo-Punkte des Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus aufgenommen worden. Nach der Geothermalbohrung in Bad Endbach, die mit 952 Metern tiefste Stelle des Geoparks, ist das Schloss nun der zweite Geo-Punkt im Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Als solche werden Orte mit einer besonderen öffentlichen Bedeutung ausgezeichnet, die zudem eine direkte inhaltliche Verbindung zum Kernthema des Geoparks haben, erklärte dessen Geschäftsführer Michael Volkwein. „Und dieses alles verbindende Thema sind die Rohstoffe“, ergänzte er.

Viele jüngere Menschen, die in der Gegend lebten, hätten heute keine Ahnung mehr davon, dass früher im Hinterland an vielen Stellen Bergbau betrieben und die Erze teilweise auch in Hüttenwerken vor Ort verarbeitet wurden, so Volkwein. Genau daran soll der Geo-Punkt am Schloss erinnern, der auf das darin untergebrachte Hinterlandmuseum und die dortige Ausstellung zur regionalen Industriekultur verweist. Diese Bergbauvergangenheit sei auch ein Grund dafür, dass das Hinterland heute ein bedeutender Wirtschaftsstandort sei, der sogar einige Weltmarktführer beheimate.

Dem Hinterlandmuseum falle damit sogar eine Doppelbedeutung zu, sagte Museumsleiter Andreas Vetter. Denn das Museum ist nicht nur Geo-, sondern auch Ankerpunkt auf der Route der Arbeits- und Industriekultur des Landkreises, die ebendiese geschichtlichen Zusammenhänge der Industrialisierung in der Region deutlich machen will.

Von der Überschneidung profitieren beide Seiten, glaubt auch Markus Morr, Leiter des Fachdienstes Kultur und Sport beim Landkreis. Der gemeinsame Punkt erhöhe die Sichtbarkeit sowohl der Route der Arbeits- und Industriekultur als auch des Geoparks. „Oft weiß man doch gar nicht, welche Schätze es in der direkten Umgebung gibt“, betonte er. Indem ein Fokus auf solche bedeutenden Punkte gelegt werde, rückten sie eher in das Bewusstsein der Menschen. Das sei sowohl für den Tourismus wertvoll als auch für die Menschen vor Ort, die ihre Heimat dadurch vielleicht durch neue Augen sehen lernen.

Dem schloss sich Jörg Wegerhoff als Tourismusmanager des Naturparks Lahn-Dill-Bergland an. Naturpark und Geopark seien eng miteinander verbunden und verfolgten oft dieselben Ziele, so Weger­hoff: die Region interessanter und aktiver zu machen und auf deren Vielfalt und Schönheit hinzuweisen.

Ebenso freute sich Kreisbeigeordneter Volker Drothler (CDU) in Vertretung von Landrätin Kirsten Fründt (SPD) darüber, dass das Landgrafenschloss in die Liste der Geo-Punkte aufgenommen wurde, als Nummer 36. Der Geopark stelle ein wichtiges überregionales Netzwerk dar und „wir sind froh, ein Teil dieses Netzwerkes zu sein“, so Drothler. Er dankte zudem der Stadt Biedenkopf, deren Bauhof maßgeblich dabei geholfen hatte, die Gabione aufzustellen, die die Basis des Geo-Punktes bildet. Der Drahtkorb ist mit Grauwacke gefüllt, einem für die Region typischen Gestein. Obenauf sitzt die Tafel, die über die Bergbauvergangenheit der Region informiert.

Der Standort wurde bewusst noch vor dem Eingangstor des Schlosshofes gewählt, erklärte Andreas Vetter. Zusammen mit den ihr gegenüberliegenden Schaukästen bilde sie einen Infobereich, der auch zugänglich ist, wenn das Museum geschlossen ist.

Von Sascha Valentin

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