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Hinterland Sascha Pfeiffer erreicht erstes Etappenziel
Landkreis Hinterland Sascha Pfeiffer erreicht erstes Etappenziel
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20:58 03.05.2021
Zwei Pharmbiocon-Mitarbeiterinnen bereiten im Klasse-C-Reinraum ein Antibiotikum für Untersuchungen vor.
Zwei Pharmbiocon-Mitarbeiterinnen bereiten im Klasse-C-Reinraum ein Antibiotikum für Untersuchungen vor. Quelle: Foto: Gianfranco Fain
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Bad Endbach

Es ist schon etwas Besonderes, wenn Planungsleistungen ausnahmsweise für das eigene Projekt erbracht werden, stellt Sascha Pfeiffer im Gespräch mit einem Lächeln fest. Eigentlich gehören das Planen, die Qualitätssicherung und das Zulassen von pharmazeutischen Anlagen zu den Geschäftsfeldern der Pfeifferschen Unternehmen, doch seit Anfang Oktober geht es in Bad Endbach um Pharmbiocon, um rund 300 Quadratmeter, auf denen eine qualifizierte Produktionsstätte für pharmazeutische Produkte samt Lager und Labor entsteht.

Was den 41-jährigen Firmeninhaber „sehr, sehr zufrieden“ macht, ist die Tatsache, dass trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie alles nach Plan lief. Das Geschoss über der Geschäftsstelle der VR Bank im Zentrum Bad Endbachs ist kernsaniert und die Räume zum Arbeiten mit Pharma-Technik, unter anderem ein Reinraum der Klasse C, sind fertiggestellt. Da dies alles genau zu den kalkulierten Kosten von rund einer Million Euro geschah, erfreut es den Firmenchef umso mehr.

Nächster Schritt: Kauf von Anlagen

Rund weitere 1,5 Millionen Euro kommen noch hinzu, bis die Produktion anlaufen kann. Als Nächstes steht der Kauf von Anlagen an, deren Ausschreibung schon erfolgte. Wenn danach die Räume und Geräte durch die Behörden abgenommen und zugelassen sind, beginnt das Herstellen von eigenen Produkten, beispielsweise für die Schmerztherapie oder auch, um qualitätstechnische Untersuchungen als Auftragsarbeiten zu erledigen.

Bisher bildet die Lyo Engeneering das Standbein seiner Unternehmen, aber in etwa einem Jahr will Sascha Pfeiffer sein Ziel erreichen und von der Entwicklung bis zur Produktion auch ein Pharmahersteller sein. Dabei wagte der Firmenchef erst im Jahr 2013 den Sprung in die Selbstständigkeit, als er Lyo Engeneering gründete. Dieser Unternehmenszweig wirkt als Partner der Pharmaindustrie und der Medizintechnik, entwickelt und plant für die Kunden pharmazeutische Anlagen oder Projekte zur Gefriertrocknung über den Bau bis zur Zulassungsreife in der ganzen Welt.

Kunden sind internationale Unternehmen

Der neue Firmenzweig befasst sich mit einem Labor für Prozess- und Verfahrenstechnik mit der Gefriertrocknung sowie der Pharma- und Biotechnologie. Zu den Kunden zählen internationale Pharmaunternehmen, derzeit auch ein Covid-Impfstoffhersteller, für den ein Werk in Leverkusen entsteht.

Das Aufspalten des Unternehmens in Lyo Engineering und Pharmbiocon im Jahr 2018 führte unter anderem zum baulichen Vergrößern und Umorganisieren der Standorte, wodurch in der Endstufe bis zu 40 statt der zuerst vorgesehenen 30 Arbeitsplätze möglich sind.

Freude über „regionale“ Mitarbeiter

Seit Oktober stellte Pfeiffer 4 neue Mitarbeiter in unterschiedlichen Berufen ein, derzeit gehören Apotheker, Bio-Pharmazeuten und Bio-Technologen, Ingenieure, Logistiker und Büroangestellte zum Team. In etwa einem halben Jahr sollen weitere Einstellungen folgen. Den Bewerberzulauf bezeichnet Pfeiffer als „ganz gut“. Bisher kommen die rund 20 Mitarbeiter beider Unternehmenszweige aus einem Umkreis von 50 Kilometern um Bad Endbach.

Firmenchef Pfeiffer freut sich, dass die Mitarbeiter so wie er „sehr regional eingestellt sind“, lieber im Hinterland bleiben, als nach Frankfurt oder Süddeutschland zu ziehen. Dass der Regional-Gedanke bei ihm einen hohen Stellenwert hat, beweist auch die Vergabe der Gewerke. Es kamen bis auf einen Spezialanbieter der erforderlichen Schleuse für den Reinraum, die seit zwei Wochen in Betrieb ist, nur Handwerker aus der Umgebung auf die Baustelle. Auch das trägt dazu bei, dass er „sehr, sehr zufrieden“ ist.

Von Gianfranco Fain