Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland Kaiser-Wilhelm-Turm rundum erneuert
Landkreis Hinterland Kaiser-Wilhelm-Turm rundum erneuert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 27.10.2018
Im Inneren des Kaiser-Wilhelm-Turms waren vor allem Arbeiten am Treppenaufgang nötig: Eine Fachfirma hat dort Risse verfüllt und die Träger ausgebessert.  Quelle: Foto: Sascha Valentin
Biedenkopf

Für Besucher ist der OHGV-Turm schon seit ­einigen Monaten wieder offen. Einige Restarbeiten waren aber noch zu erledigen. Jetzt, da alles fertig ist, sieht der Turm von ­außen wieder wie neu aus, stellten die geladenen Ehrengäste­ während der feierlichen Wiedereröffnung des Bauwerks fest.

Die Stellen, an denen der Putz ausgebrochen war, wurden wieder gefüllt, die komplette Fassade geputzt, grundiert und neu gestrichen. Nun strahlt der Turm nicht mehr weiß, sondern hat einen leichten „Beigeschimmer“, wie der OHGV-Vorsitzende Peter Spies erklärte.

Auch im Inneren hat eine Fachfirma Hand angelegt. Dort stand vor allem der Treppenaufgang im Fokus: Die Firma verfüllte dort Risse und besserte die Träger aus.

Der Denkmalschutz hatte zur Auflage gemacht, im oberen ­Bereich des Turms einen umlaufenden Kupferring anzubringen. „Dieser soll verhindern, dass wieder Wasser in das Mauerwerk eindringt“, erklärte Spies während der offiziellen Wiedereröffnung.

Feuchtigkeit setzte dem Turm zu

Feuchtigkeitsschäden hatten dem Verein die rund 20 000 Euro teure Sanierung eingebrockt – und das, obwohl die jüngste ­Sanierung gerade erst fünf Jahre her war. Damals sei der Turm völlig falsch verputzt worden, sagte Spies.
Fachgerecht wäre es gewesen, wenn das Mauerwerk komplett ausgefugt worden wäre – doch das sei „leider nicht geschehen“.

Besonders bitter für den Verein: Die Firma, die damals die ­Sanierung übernommen­ hatte, ist mittlerweile pleite, so dass keine Regressansprüche mehr ­bestehen.

Nun schwinge natürlich immer die Sorge mit, dass in ein paar Jahren schon wieder saniert werden muss, gab OHGV-Chef Spies zu. Das wäre für den Verein nicht zu leisten. Dieser zähle zwar immerhin 180 Mitglieder, viele seien aber schon in einem fortgeschrittenen Alter. Schon die jetzige Turmsanierung habe der OHGV nur dank erheblicher Unterstützung vieler Spender und durch Fördermittel stemmen können, so der Vorsitzende. Größter Zuschussgeber war dabei die Stadt Biedenkopf.

„Habt keine Scheu davor, auch das nächste Mal bei uns anzufragen, wenn ihr für die Sanierung finanzielle Hilfe benötigt“, versuchte Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) dem Verein ein wenig Sorge zu nehmen. Denn auch wenn der Turm auf Hatzfelder Gemarkung stehe, „ist es doch unser Turm und wir werden uns darum kümmern“, versprach der Biedenkopfer Rathauschef.

Projekt soll bis Ende Juni abgeschlossen sein

Das Hatzfelder Magistratsmitglied Herbert Becker (CDU) ergänzte, dass die Gemarkung tatsächlich noch zum Landkreis Biedenkopf gehört habe, als der Turm im Jahr 1913 gebaut wurde. Dennoch wolle er sich dafür einsetzen, dass dem Verein auch aus dem Nachbarkreis noch ­eine kleine Spende zukomme.

Was der OHGV am Kaiser-Wilhelm-Turm geleistet habe, sei aller Ehren wert, lobte Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU). „Dass ihr euch als kleiner Verein so was antut und euch um den Turm kümmert, verpflichtet uns quasi dazu, euch zu helfen“, sagte Schäfer.

Hilfe kann der Verein auch weiterhin brauchen. Denn rund um den Turm bleibt auch in ­Zukunft immer wieder etwas zu tun. So will der OHGV demnächst die Holzsitzgruppe am Fuße des Turms überarbeiten. Bis zum 23. Juni 2019 soll dieses Projekt abgeschlossen sein. Dann steht ein Vereinsjubiläum an: Der OHGV wird 125 Jahre alt.

von Sascha Valentin