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Hinterland Genossenschaft arbeitet an Bürgerteilhabe
Landkreis Hinterland Genossenschaft arbeitet an Bürgerteilhabe
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15:59 17.09.2020
Das gesamte von der Lahn-Dill-Bergland-Energie gekaufte Gelände im Interkommunalen Gewerbepark Salzbödetal ist eingezäunt, Fotovoltaik-Anlagen stehen aber vorerst nur auf dem ersten Teil. Quelle: Gianfranco Fain
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Mornshausen/S

Nur positive Meldungen bekamen die kommunalen Vertreter während der Verbandsversammlung des Interkommunalen Gewerbeparks Salzbödetal (IGS) am Dienstagnachmittag, 15. September, zu hören. Wie Geschäftsführer Lars Plitt berichtete, produziert der erste Teil des Solarparks der Lahn-Dill-Bergland Energiegenossenschaft (LDBE) bereits Strom.

Da der Kauf zweier weiterer benachbarter Grundstücke vom Aufsichtsrat der LDBE beschlossen, aber noch nicht beurkundet ist, ließ die Gesellschaft jetzt schon alle Grundstücke einzäunen. Bebaut werden sollen die beiden weiteren Teile, die jeweils so groß sind wie der erste – wenn ein Zuschlag der Bundesnetz-Agentur für ein Stromkontingent vorliegt.

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Ähnliches gilt für den zweiten Interessenten: Die Greenvesting, die sich jetzt MachWas eG nennt, wartet ebenfalls auf den Zuschlag eine Stromkontingents. Der Genossenschaft liegt ein Kaufvertrag vor, zudem wurden ihr jetzt zwei weitere Flächen mit insgesamt 3 360 Quadratmetern angeboten, deren Interessent abgesprungen ist. Im Falle eines Kaufs wären alle Grundstücke des Gewerbepark veräußert.

Die LDBE arbeitet derzeit an der vorgesehenen Bürgerbeteiligung. Über eine Genossenschaft sollen 60.000 Euro für den Solarpark finanziert werden. Im Gespräch ist eine Stückelung in Anteilen von 100 Euro bis zu einer maximalen Einlagenhöhe von 2.000 Euro. Um Genossenschaftsmitglied zu werden, sollen dann weitere 100 Euro fällig sein.

Zweiter IGS vorgesehen

Einem weiteren Interessenten liegt der Vertragsentwurf vor, dieser will aber zuvor noch die Kosten der Nivellierung ermitteln. Auf den zuletzt verkauften Flächen ist der Bau einer Halle für Baustoffhandel zum Ende dieses Jahres geplant. Bei den Einnahmen aus der Gewerbesteuer erwartet Plitt ähnliche Beträge wie in den Vorjahren. Die derzeitige Wirtschaftskrise ziehe am vorwiegend mit Unternehmen der Pharmaindustrie ausgestatteten Gewerbepark bislang fast spurlos vorüber.

Vor dem Hintergrund eines ausverkauften Gewerbeparks fragte Robby Jahnke nach Entwicklungschancen. Darüber habe der Vorstand diskutiert, erklärte Gladenbachs Bürgermeister Peter Kremer, und man werde mit Vertretern der Regionalplanung darüber sprechen, wie es weitergehen könne.

Vorgesehen sei ein weiteres interkommunales Vorgehen mit den Gemeinden Bad Endbach und Lohra. Eine Erweiterung des Gewerbeparks werde aber wegen der Topografie des Geländes „eher nicht am jetzigen Standort“ erfolgen, sagte Plitt. Denkbar sei aber eine IGS II an anderer Stelle innerhalb der drei Kommunen.

Auch in diesem Falle solle ein „grünes Image“ angestrebt werden, so wie es im IGS mit den Fotovoltaikanlagen, der LED-Beleuchtung und der nun erfolgten Ausschreibung für das Verlegen von Glasfaserkabel der Fall ist. Dem stimmt Plitt zu, weil ein „grünes Label“ für die Unternehmen einen Marktvorteil darstelle.   

Von Gianfranco Fain

14.09.2020