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Hinterland "Man wird noch einiges von uns hören"
Landkreis Hinterland "Man wird noch einiges von uns hören"
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15:00 27.10.2019
Uwe Tittl nahm drei Lieder im Tonstudio von Ludwig Klingelhöfer (kleines Bild) auf, der die Stücke auch komponiert und getextet hat.  Quelle: LKG-Soundservice Studio
Gladenbach

Mal rockig, mal gefühlvoll, mit einem Hauch von Johnny Cash und Elvis, dazu eine unverwechselbare Stimme sowie einprägsame Melodien und Gitarrenparts: So klingen die eigenen Lieder von Uwe Tittl. „Ich bin richtig stolz darauf. Ludwig Klingelhöfer hat einen grandiosen Job gemacht“, erzählt Tittl. Sein Kollege gibt das Lob zurück: „Uwe hat die Songs hervorragend interpretiert, er ist ein echter Gesangsprofi, mit dem die Zusammenarbeit absolut Spaß macht.“

Die beiden kennen sich seit vielen Jahren. Eine gemeinsame Studio-Session hatte sich allerdings noch nicht ergeben. Die Idee entstand in einer Eisdiele. „Da habe ich ihn einfach gefragt: Mensch Uwe, ich habe so viele Songs geschrieben, hast du nicht mal Lust, etwas zu singen?“, erinnert sich Klingelhöfer. Lange überlegen musste Tittl nicht: „Ich wollte immer schon etwas ­eigenes machen.“

35 Jahre lang widmet er sich mit großer Leidenschaft den Songs von Elvis Presley. Mit 14 hatte er seinen ersten großen Auftritt in der Gladenbacher Schule und beeindruckte dort 1.000 Zuhörer mit einem Hit des „King of Rock’n’Roll“. Als „The Voice of Elvis“ ist Tittl weit über das Hinterland hinaus bekannt. Ein leidenschaftlicher Musiker ist auch Klingelhöfer. Als Junge bekam er Klavier-Unterricht, anschließend spielte er auch Flügelhorn im Gladenbacher Musikverein.

"Ich würde nichts singen, was nicht zu mir passt"

Im Alter von 14 Jahren stand fest: Die Gitarre spielt fortan die musikalische Hauptrolle in seinem Leben. Später reiste er mit verschiedenen Bands durch Deutschland und das angrenzende Ausland. „Das war eine super-schöne Zeit, aber auch sehr anstrengend“, erzählt Klingelhöfer. 1997 listete ihn die Zeitschrift „Soundcheck“ mit einem Rocksong in der Rubrik „Künstler des Monats“.

Seine großen musikalischen Vorbilder sind Mark Knopfler und Rory Gallagher. „Ursprünglich war mein Ziel, nur Musiker zu sein und Studioaufnahmen zu machen“, erinnert sich Klingelhöfer. Nach zehn Jahren auf Tour entschloss er sich dann aber, beruflich „etwas Seriöses“ zu machen. Instrumente, Songs und Aufnahmetechnik stehen dabei auch heute noch im Mittelpunkt. Von Erdhausen aus verkauft Klingelhöfer hochwertige Gitarren in alle Welt.

Außerdem hat er sich ein eigenes Musikstudio eingerichtet. Und dort nahm Tittl nun seine ersten eigenen Songs auf: die beiden Midtempo-Stücke „Get back the feeling“ und „Come on“ sowie die Ballade „Pain, love & sadness“. Für Melodie, Text und Arrangement zeichnet Klingelhöfer verantwortlich, er spielte auch alle Instrumente ein.

„Ich selbst kann keine Songs schreiben – Elvis konnte das auch nicht“, erzählt Uwe Tittl mit ­einem Schmunzeln. Deshalb sei er froh, mit Klingelhöfer nun einen kongenialen Songschreiber an seiner Seite zu haben. Seine Melodien und Texte würden genau das verkörpern, wofür auch er musikalisch stehe. „Ich würde nichts singen, was nicht zu mir passt – zum Beispiel Schlager“, sagt Tittl.

Erster Versuch sitzt gleich

Keine zwei Wochen dauerte es, bis „Get back the feeling“ und „Come on“ im Kasten waren. Klingelhöfer hatte Text und Melodie seinem Kollegen zuvor gemailt. Der probte dann kurz zu Hause und begab sich dann ins Studio in Erdhausen. „Das hat wunderbar funktioniert. Uwe hat den ersten Song nur einmal gesungen – das war’s schon. Danach musste das Ganze nur noch feingetunt werden“, erzählt Klingelhöfer.

Tittl veröffentlichte die drei Stücke über sein eigenes Label. Nun sind sie online in allen namhaften Music-Stores erhältlich. „Das ist erst der Anfang, die nächsten Projekte sind schon in Arbeit“, erzählt der Sänger. ­Eine weitere Ballade soll folgen, in der der Elvis-Sound der 70er-Jahre noch etwas stärker zur Geltung kommt. Außerdem sind ein klassischer Rock’n’Roller, ein Gospel und möglicherweise auch etwas Bluesmäßiges geplant.

„Wir haben nicht den Anspruch, Superstars zu werden. Wir gehen die Sache sehr gelassen an und produzieren nur das, was uns Spaß macht“, sagt Tittl. Der Sänger ist sich sicher: „Wir sind auf dem richtigen Kurs, man wird noch einiges von uns hören.“

von Michael Tietz