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Hinterland Sauerländer tritt für SPD in Biedenkopf an
Landkreis Hinterland Sauerländer tritt für SPD in Biedenkopf an
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14:00 05.07.2022
Bürgermeisterkandidat für ­Biedenkopf: Peter Scharfen aus Marsberg im Sauerland tritt für die SPD an. Der 33-Jährige ist derzeit als Finanzberater tätig. In Biedenkopf will er unter ­anderem die Innenstadt beleben.
Bürgermeisterkandidat für ­Biedenkopf: Peter Scharfen aus Marsberg im Sauerland tritt für die SPD an. Der 33-Jährige ist derzeit als Finanzberater tätig. In Biedenkopf will er unter ­anderem die Innenstadt beleben. Quelle: Foto: Susan Abbe
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Biedenkopf

Jetzt gibt es ihn, den dritten Bürgermeisterkandidaten: Die SPD hat Peter Scharfen nominiert. Der Mann ist 33 Jahre alt, arbeitet als Finanzberater, ist verheiratet und lebt in Marsberg im Hochsauerlandkreis. Über Biedenkopf sagt Scharfen, die Stadt habe „großes Potenzial“. Biedenkopfs SPD-Chef Jürgen Schneider schätzt an dem externen Kandidaten, dass er „neue Ideen“ mitbringe.

Es war zunächst nicht leicht für die SPD, einen Kandidaten zu finden. „Es muss einer können, wollen, und die Familie muss mitziehen“, sagt Schneider. Diesmal sei man erst überregional fündig geworden.

Peter Scharfen ist in Paderborn geboren, in einem kleinen Ort aufgewachsen und lebt als „Wahlsauerländer“ in der Kleinstadt Marsberg. Dort hat der 33-Jährige, der seit 2018 mit seiner Frau Lisa verheiratet ist, seinen Lebensmittelpunkt. Der gelernte Versicherungskaufmann und studierte Betriebswirt ist als selbstständiger Finanzberater tätig und leitet die Geschäftsstelle der Allfinanz Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG).

In die SPD ist Scharfen erst kürzlich eingetreten – in Verbindung mit seiner Kandidatur. „Ich komme aus einer SPD-Familie“, erzählt Scharfen. Politisch interessiert sei er schon immer gewesen. Zur SPD unterhalte er schon lange enge Kontakte und habe auch bei Wahlkämpfen mitgearbeitet. Nicht zuletzt waren es befreundete Genossen, die den Marsberger darauf aufmerksam machten, dass die Biedenkopfer SPD einen Bürgermeister-Kandidaten suche.

Breite Parteienlandschaft

In Biedenkopf treffe viel Positives zusammen, sagt Scharfen, „man verliebt sich automatisch in die Gegend.“ Aber auch politisch sei Biedenkopf interessant, der Sozialdemokrat hebt die breite Parteienlandschaft hervor.

Und trotz aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten, unter denen viele Kommunen im Moment leiden, sei der Biedenkopfer Haushalt „verhältnismäßig gesund“. In Biedenkopf könne man gestalten – auch in Zeiten, in denen die Kassen nicht gerade überquellen. Aber: „Man kann gemeinschaftlich viel bewegen – man muss es nur wollen“, sagt der 33-Jährige.

Schon beim ersten Besuch sei ihm die Innenstadt aufgefallen, die einerseits viel Potenzial habe, aber deren Leerstände nicht zu übersehen seien. Auch für die Sackpfeife gelte: „Das funktioniert nur, wenn man die Bieden­köpfer mitnimmt“, sagt Scharfen, dem es dabei zugleich ein großes Anliegen ist, das politische Interesse der Menschen wieder zu stärken. Er verweist auf die zuletzt niedrige Wahlbeteiligung. Mit seiner Kandidatur will er auch etwas gegen diesen Negativ-Trend tun.

Menschen motivieren

Menschen zum Mitmachen zu motivieren – das traue er sich zu. „Ich arbeite im Strukturvertrieb – da muss man das können“, sagt er und erklärt, dass es sein Beruf sei, „möglichst viele Leute aufzubauen“. Auch auf die Aufgabe, eine Stadtverwaltung mit 100 Mitarbeitern zu führen, sieht sich der Betriebswirt vorbereitet. Erfahrungen habe er etwa als Personalleiter einer Sonnenstudio-Kette mit mehr als 50 Mitarbeitern gesammelt. Ob er und seine Frau sich vorstellen können, gemeinsam nach Biedenkopf zu ziehen, beantwortet der 33-Jährige mit einem Lachen: „Eins nach dem anderen – erst mal ist hier eine Wahl zu gewinnen.“ Für die Zukunft wolle er aber nichts ausschließen.

Für ihn als externen Kandidaten heiße Wahlkampf zuallererst: die Stadt und ihre Bürger kennenlernen. Dabei will er unter anderem auf den klassischen Haustürwahlkampf setzen. Dass Scharfen dabei einen guten Eindruck hinterlässt, da ist sich SPD-Chef Schneider sicher. Den Biedenkopfer SPD-Vorstand habe der 33-Jährige mit seiner Persönlichkeit beim ersten Treffen vor einigen Wochen jedenfalls überzeugt.

Klar sei, dass Scharfen als externer Kandidat bis zur Wahl am 18. September eine große Aufgabe vor sich habe. Aber der 33-Jährige habe auch einen Vorteil. Schneider erklärt: „Er bringt eigene Ideen und eine andere Sicht der Dinge mit. Wenn einer einen Blick von außen auf Biedenkopf wirft, sieht er mehr.“

Von Susan Abbe

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