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Hinterland Leidenschaft wird zu Geschichten
Landkreis Hinterland Leidenschaft wird zu Geschichten
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11:58 18.11.2020
Ernst Meier ist Pferdeliebhaber und Buchautor. Quelle: Privatfoto
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Holzhausen

„Ich habe seit 40 Jahren mit Pferden zu tun“, sagt Ernst Meier. Dabei stammt der Holzhäuser nicht aus einem landwirtschaftlichen Betrieb, wenngleich ihm die ländliche Gegend, in der er lebt und aufgewachsen ist, sehr am Herzen liegt. „Ich bin ein absoluter Landmensch“, sagt der 68-Jährige über sich.

Seine Begeisterung für Pferde ist der Grund, warum der Betriebswirt in seinem zweiten Hobby einen großen Schritt gewagt hat: „Ich habe schon immer gern gelesen“, beschreibt er die Grundlage für eine Tätigkeit, mit der er inzwischen durchaus erfolgreich ist. Der Holzhäuser schreibt Bücher über Pferde.

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Wer nun an „Black Beauty“ oder gar „Bibi & Tina“ denkt, liegt komplett daneben. Ernst Meiers Geschichten drehen sich zwar um Pferde und ihre Reiter, haben aber immer einen anderen Dreh, der mit Pony-Romantik nichts zu tun hat. Seine beiden ersten Romane sind ein Krimi („Das Duell“) und eine Familiengeschichte („Die Bernings“) – vor vier Jahren hat er mit dem Schreiben angefangen.

„Meine ersten Bücher habe ich im Selbstverlag veröffentlicht und auch selbst vertrieben, mit Unterstützung durch Pferdezuchtverbände“, sagt der 68-Jährige. Die Resonanz sei durchweg positiv gewesen, das habe ihn ermutigt, den nächsten Schritt zu gehen. Sein drittes Werk trägt den Titel „Beutepferde“ und ist im FN-Verlag der Deutschen Reiterlichen Vereinigung erschienen – anders als viele Hobbyschriftsteller hat der Holzhäuser also einen Autorenvertrag mit einem renommierten Unternehmen, das in Pferdefreunde-Kreisen einen sehr guten Ruf genießt. Und das großen Wert auf seriöse Themen legt: „Ich bin schon ein bisschen stolz darauf und froh, dass mein Buch dort veröffentlicht wird“, sagt der ­Autor. „Die Arbeit daran hat sich gelohnt.“

Fiktive Handlung mit realem Bezug

Zwei Jahre lang hat Ernst Meier für „Beutepferde“ recherchiert, hat mit alten Pferdezüchtern gesprochen, im Internet geforscht und in seiner eigenen Bibliothek nachgelesen. Denn sein drittes Buch hat zwar eine fiktive Handlung, aber einen realen historischen Bezug. Die Geschichte wird auf der Webseite des FN-Verlags folgendermaßen umrissen: „Ostpreußen im Herbst des Jahres 1944. Die soweit vorgelagerte, von Polen, dem Baltikum und der Ostsee umschlungene deutsche Provinz rückte unaufhaltsam in den Mittelpunkt des Weltkriegsgeschehens. Auch das legendäre Hauptgestüt Trakehnen mit seinen Tausenden von Pferden und Menschen war in seiner Existenz bedroht. Werden die Trakehner zur Beute?“

Mit seinem dritten Roman verbindet Meier gleich zwei persönliche Elemente miteinander: „Meine Familie väterlicherseits stammt aus Ostpreußen“, berichtet er. Und er züchtet selbst Trakehner.

Gemeinsam mit seiner Zuchtkollegin Susanne Premer besitzt er fünf Pferde, darunter zwei Stuten. Sie leben in einer offenen Stallung außerhalb seines Heimatortes. Die Corona-Pandemie macht es auch für Pferdefreunde schwer, ihrem Hobby nachzugehen: „Dieses Jahr sind viele Veranstaltungen ausgefallen oder mussten unter veränderten Bedingungen stattfinden“, sagt Meier, der seiner großen Leidenschaft mit Begeisterung nachgeht. „Ich besuche als Zuschauer Reitturniere“, berichtet er, „wie andere sich für Fußball interessieren.“

Was ist es, das den Autor so sehr an Pferden begeistert? „Es sind einfach faszinierende Lebewesen, die die Menschen seit Jahrtausenden begleiten“, meint er. „Sie sind stark und edel, aber sanftmütig.“ Und sie stehen wohl auch ein wenig für Freiheit – etwas, das der Holzhäuser nicht nur im Leben auf dem Land findet, sondern das ihm auch beim Schreiben wichtig ist.

„Ich schreibe ohne Druck“, sagt Meier. „Manchmal fällt mir in aller Frühe oder spätabends etwas ein, dann setze ich mich im Arbeitszimmer an den Laptop und schreibe es auf.“ Auf diese Weise entstehen seine Geschichten, werden zu Büchern.

Seinen Schreibstil beschreibt er selbst als „schnörkellos“, das sei ihm auch vom Verlag bescheinigt worden. „Ich schmücke Situationen nicht endlos aus, sondern erzähle einfach eine Geschichte.“ Ist diese fertig erzählt, ist auch das Buch fertig. Und in Gedanken ist er bereits beim Nachfolger von „Beutepferde“.

Wird dieser ebenfalls ein historischer Roman? „Nein“, sagt der Schriftsteller, „vielleicht kehre ich wieder zum Genre der Krimis zurück.“ Pferde werden natürlich wieder eine große Rolle spielen. „Ich liebe einfach alles, das mit Pferden zu tun hat“, meint Meier. Und die Ideen gehen ihm so schnell nicht aus.

Von Markus Engelhardt

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