Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland „Schlossterrasse“ ist ohne Pächter
Landkreis Hinterland „Schlossterrasse“ ist ohne Pächter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:56 28.03.2022
Die Schlossterrasse hat keinen Pächter mehr.
Die Schlossterrasse hat keinen Pächter mehr. Quelle: Mark Adel
Anzeige
Biedenkopf

Das Restaurant im Landgrafenschloss bleibt auf unbestimmte Zeit geschlossen. Der Landkreis hat auf eine Presseanfrage mitgeteilt, dass der Pächter den Vertrag gekündigt hat. Die Gastronomen Dirk Wetzlar und Stephanie Bastian hatten das Restaurant „Schlossterrasse“ viele Jahre gemeinsam betrieben. Zum 31. März endet das Pachtverhältnis nun. Wie es mit dem Restaurant im Schloss weitergehen kann, dazu hält sich der Kreis bedeckt.

„Wir werden jetzt zeitnah eine Machbarkeitsstudie auf den Weg bringen, die sich mit der Entwicklung und Nutzung des gesamten Schloss-Areals befassen wird. Dabei wird auch das bisherige Restaurant in die Überlegungen mit einbezogen.“ Das teilt Stephan Schienbein, Pressesprecher des Landkreises, auf Anfrage mit. Das bedeute, dass es vorübergehend kein gastronomisches Angebot im Schloss geben werde, ergänzt er auf Nachfrage.

Allerdings haben im Restaurant „Schlossterrasse“ auch in den vergangenen Monaten schon keine Gäste mehr gespeist. Nach der coronabedingten Zwangspause sei es ihnen nicht mehr gelungen, das Restaurant wieder zu eröffnen, berichtet Stephanie Bastian. Ein großes Problem sei der aktuelle Personalmangel im gastronomischen Bereich. „Die Mitarbeiter haben sich in der Pandemie umorientiert“, sagt Bastian, „unsere Vollzeitkräfte sind alle weg.“

Personal fehlt, um Café und Restaurant zu betreiben

Bastian verweist darauf, dass sie gemeinsam mit Dirk Wetzlar neben der „Schlossterrasse“ auch noch das „Café am Markt“ im Biedenkopfer Stadtzentrum betreibt. „Zwei Betriebe nur zu zweit – das geht einfach nicht“, sagt Bastian, „deshalb haben wir uns schweren Herzens entschieden, hier aufzuhören.“

Der Abschied falle nach all den Jahren alles andere als leicht. Dirk Wetzlar habe das Restaurant „Schlossterrasse“ immerhin seit 21 Jahren betrieben, sie selbst sei seit 19 Jahren dabei, erzählt Bastian. Andererseits seien gerade die vergangenen zwei Corona-Jahre schwierig gewesen.

Gleich zu Beginn der Pandemie hatten Bastian und Wetzlar begonnen, einen Speisen-Lieferservice aufzubauen und damit die Lockdowns und die Zeit der Corona-Einschränkungen überstanden. Den Lieferservice wollen sie – genau wie das „Café am Markt“ – nun weiterführen. Bastian betont, dass die Zusammenarbeit mit dem Landkreis bis zuletzt sehr gut gewesen sei. Der Kreis habe in den vergangenen Monaten viel Verständnis für die Situation der Gastronomen gezeigt und Unterstützung angeboten. „Die wissen, wie schwer es in den letzten zwei Jahren war“, sagt Bastian.

Bleibt die Frage, was genau es für das Biedenkopfer Schloss, das Hinterlandmuseum und das Restaurant bedeutet, wenn der Kreis nun eine Machbarkeitsstudie für das gesamte Schloss-Areal in Auftrag geben will. Der Kreis-Pressesprecher äußert sich dazu nicht näher.

Auch Kernstadt-Ortsvorsteher Heinz Olbert (BB), der kürzlich beim Landkreis nachgefragt hat, wie es mit dem Restaurant im Schloss weitergeht, erhielt keine weiterführende Auskunft. Auch ihn informierte der Kreis lediglich über die geplante Machbarkeitsstudie. „Ich habe nur den einen Satz; mehr weiß ich auch nicht“, berichtete Olbert jüngst den anderen Mitgliedern des Kernstadt-Ortsbeirats.

Auf den Betrieb des Hinterlandmuseums haben die – wie auch immer gearteten Pläne des Kreises – zumindest kurzfristig aber keine Auswirkungen. Das Museum startet wie geplant am 1. April in die neue Saison, teilt Kreis-Pressesprecher Schienbein mit. Geöffnet ist demnach dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr; der Eintritt kostet 2,50 Euro für Erwachsene und 1,30 Euro für Kinder.

Von Susan Abbe