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Hinterland Tempo 30 nachts für Buchenau kommt
Landkreis Hinterland Tempo 30 nachts für Buchenau kommt
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15:57 27.06.2019
Buchenau wird in absehbarer Zeit mit Tempo 30 auf der Bundesstraße 62 in der Nacht von 22 bis 6 Uhr zur „verkehrsberuhigten 
Zone“. Quelle: Thorsten Richter
Dautphetal

Viele Verkehrsthemen standen auf der Tagesordnung der Dautphetaler Gemeindevertretung. 


Eines davon ist zum Teil schon überholt. Demnächst gilt in Buchenau auf der B62 nachts das Tempolimit von 30 km/h.
Sechs Anträge, die sich mit Verkehrsfragen befassen, lagen den Gemeindevertretern zu ihrer Sitzung am Montagabend, 24. Juni, vor.

Zwei davon handelten von Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Durchfahrtsverboten in der Nacht durch die Orte der Großgemeinde und wurden dementsprechend in den Ausschüssen zusammen behandelt.

FW haben Situation in Silberg im Blick

Deren Empfehlungen folgten die Gemeindevertreter und votierten einstimmig sowohl für den CDU-Antrag, der eine Prüfung von Geschwindigkeitsbegrenzungen für Ortsdurchfahrten in der Zeit von 22 bis 6 Uhr vorsieht, als auch den Antrag der Freien Wähler, der auf eine Verkehrsberuhigung in Silberg durch Tempo 30 sowie ein Durchfahrtverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen Gesamtgewicht abzielt.

Zumindest für Buchenau ist eine solche Prüfung, wie sie die Gemeindevertreter nun fordern, schon erfolgt. Wie André Rieb als Pressesprecher des Regierungspräsidiums (RP) in Gießen auf Anfrage der OP mitteilt, stimmte das RP dem Antrag der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises aus Gründen des Lärmschutzes für die Wohnbevölkerung in der Nacht zu.

Eckelshausen macht es vor

Tempo 30 auf der B62 kann für Buchenau also kommen, nur wann genau, ist noch unklar. Hessen Mobil arbeitet am Beschilderungsplan, erklärt Pressesprecherin Sonja Lecher. Der Entscheidung, wo welches Schild hinkommt, ging ein Ortstermin mit Vertretern der Straßenverkehrsbehörde voraus. Der Plan soll in den kommenden Wochen fertig sein, dann sind noch die Schilder zu bestellen und von der Kreisbehörde das Aufstellen anzuordnen, was wiederum Hessen Mobil übernimmt.

Somit wird Buchenau nach dem Biedenkopfer Stadtteil Eckelshausen der zweite Ort im Landkreis an der wichtigen Ost-West-Verbindung sein, an dem zum Lärmschutz der Anwohner nachts Tempo 30 gilt.

Der Ort soll lebenswert bleiben

Mit dem Verbessern der Lebensqualität der Bürger begründete Christian Weigel den Antrag der Christdemokraten und auch mit dem Erhalt der Stärke der heimischen Wirtschaftsunternehmen. Fraktionschef Michael Honndorf sagte dagegen, dem Antrag der Freien Wähler lägen die Gedanken und Wünsche der Silberger zugrunde.

Diese hatten sich für eine generelle Tempobeschränkung auf 30 km/h ausgesprochen und auch für ein Durchfahrtsverbot für Lastwagen mit mehr als 7,5 Tonnen Gesamtgewicht. Der Ort solle lebenswert bleiben, gleichzeitig sei zu überlegen, wo die Lastwagen-Ströme entlangfahren sollen, weil die mittelständischen Unternehmen die Anbindung an die Autobahn benötigen.

Ortsbeirat fordert erneut Fußgängerüberweg

Während die SPD ihre Zustimmung zu beiden Anträgen signalisierte, kündigte Christdemokrat Andreas Feußner an, sich zu enthalten, weil eine Sperrung die Verlagerung des Schwerlastverkehrs durch Hommertshausen nach sich ziehe.

Der Buchenauer war als Ortsvorsteher auch bei einem weiteren FW-Antrag um eine zusätzliche Fußgängersicherung über die B62 im Spiel, die der Ortsbeirat schon seit dem Jahr 2014 fordert. Vor allem ältere Menschen haben Probleme, die Bundesstraße zu überqueren, um die Geschäfte zu erreichen, erklärte Feußner. Er habe kein Verständnis mehr dafür, dass sich die zuständigen Behörden in dieser Sache auf einen veralteten Erlass zurückziehen, statt die geänderten Lebensweisen anzuerkennen.

Für mehr Sicherheit am Aushängeschild

„Wir wollen den Bürgern helfen, anzukommen“, sagte Honndorf zur Begründung des FW-Antrags im Wissen um die Bemühungen des Ortsbeirates. Die Dringlichkeit habe sich durch das Entstehen neuer Geschäfte aber noch verstärkt, fügte Honndorf an. Mit „Feußner hat schon alles gesagt“, kündigte Franz Kern die Zustimmung der Sozialdemokraten an, findet es aber „seltsam, wenn eine Partei auf einen Antrag des Ortsbeirates aufspringt“. Da sei es doch besser, wenn alle gleich den Ortsbeirat unterstützten. „Da können wir viel Zeit sparen.“

Ebenfalls einstimmig votierten die Gemeindevertreter für das Ansinnen der Freien Wähler, die Sicherheitssituation der Fußgänger am Kreisverkehr des Dienstleistungs- und Geschäftszentrums zu prüfen. Weil es schon mehrfach Beschwerden über die Regelung gab, sei die CDU nach wie vor dafür, an diesem Aushängeschild der Gemeinde für mehr Sicherheit zu sorgen, bemerkte dazu Christian Weigel.

von Gianfranco Fain