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Hinterland Pächter für Dorftreff in Reichweite
Landkreis Hinterland Pächter für Dorftreff in Reichweite
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00:18 13.05.2019
Nach einer „Auffrischung“ könnte der Gastraum der ehemaligen Gaststätte Kamm wieder als Treffpunkt der Dautpher Vereine dienen. Quelle: Gianfranco Fain
Dautphe

Ortsvorsteher Gerd Hartmann geht davon aus, dass die Interessengemeinschaft „Kamm‘s Wolfgang“ pachten und betreiben wird, sobald die Stiftung gegründet ist. Dass ­jemand die Leitung des Hauses übernimmt, um der Dorfgemeinschaft einen Treffpunkt zu bieten, ist eine Voraussetzung des potenziellen Stiftungsgebers, der Familie Weigel.

Der Fortbestand des Vereins-Treffpunkts sei natürlich im Sinne des Ortsbeirats, sagt Hartmann, schließlich sei Dautphe ein großes Dorf, in dem es aber nur noch eine Gaststätte gebe. Doch Hartmann weiß auch, dass die Vereine den Fortbestand der Gaststätte in einer Stiftung zwar begrüßen, aber mit ihren eigenen Immobilien oder Vereinsgeländen ausgelastet sind. Deshalb glaubt er nicht, dass sich bis zur Ortsbeiratssitzung am Mittwoch noch ein Verein meldet, der das Gebäude von der Stiftung pachten möchte.

Davon geht auch Silke Weigel nicht aus. „Wir haben kein weiteres Echo aus dem Dorf erhalten“, sagt sie als Sprecherin der Stiftungsfamilie. Das habe sie auch nicht erwartet, schließlich seien die Interessenten an dem Abend in den Gasträumen gewesen, als die Idee präsentiert wurde: Das Haus mittels einer Stiftung als Treffpunkt für Leute zu erhalten, die „das Dorfleben im Hinterkopf haben“.
Dazu ist beabsichtigt, dass die Stiftung das Gebäude an einen Trägerverein verpachtet, der das Haus pflegt und betreibt. Dazu wird eine Satzung vorbereitet. Festgelegt wird darin auch, dass die Pachteinnahmen einer Rücklage zugeführt werden, die für Instandhaltungsarbeiten verwendet wird.

Eine Interessengemeinschaft (IG) ist dazu bereit, das Gebäude zu pachten und für die Dorfgemeinschaft zu führen. Für die IG sprach Dominik Grimm vom „Stammtisch Dautphe“ bei der Zusammenkunft Anfang April vor. War damals von 8 engagierten Handwerkern die Rede, so sind es laut Grimm mittlerweile 16 „mit steigender Tendenz“.

In der Zeit seit der ersten Versammlung haben sie das Haus mit den Stiftungsgebern besichtigt und die notwendigen Investitionen besprochen. Die will die Interessengemeinschaft angehen, sobald die Stiftung gegründet ist. Durch die Arbeiten soll das Haus aufgewertet werden. Grimm nennt beispielsweise das Schleifen des Holzes im Gastraum, die Erneuerung der Elektrik und des Lichtes sowie das Streichen der Fassade sowie das Aufarbeiten und, wo nötig, das Ersetzen der Balkongeländer.

„Wir stehen in den Startlöchern“, betont Grimm. Dennoch will die IG abwarten, ob sich bis zum Mittwoch noch ein Dautpher Verein als Pacht-Interessent meldet. Sei dies nicht der Fall, gehe es nur noch darum, wie die Dautpher Vereine im Aufsichtsrat der Stiftung vertreten sein werden, erklärt Ortsvorsteher Hartmann. Auch das ist von der Stifterfamilie gewünscht, damit das Haus und die Stiftung eine große Basis im Dorf erhält.

  • Die öffentliche Ortsbeiratssitzung am Mittwoch, 15. Mai, beginnt um 19 Uhr im ehemaligen „Gasthaus Kamm“. Hauptpunkt der Tagesordnung ist die Gründung einer Stiftung „Gaststätte Kamm“.

von Gianfranco Fain