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Hinterland Testlauf unter Corona-Bedingungen
Landkreis Hinterland Testlauf unter Corona-Bedingungen
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07:58 06.07.2020
Das Team der Lahn-Dill-Bergland-Therme freut sich, ab Montag wieder Gäste zu begrüßen. Quelle: Gianfranco Fain
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Bad Endbach

Wenn das Thermen-Team den Betrieb wieder aufnimmt, geht für viele Nutzer ein Wunsch in Erfüllung. „Wir hatten sehr viele Nachfragen nach dem Termin der Wiedereröffnung“, sagt Bürgermeister Julian Schweitzer, der daraus schließt: „Die Sehnsucht nach der Therme und der Saunalandschaft ist sehr groß.“

„Wir werden beobachten, wie der Betrieb unter den Corona-Schutzvorgaben läuft und diesen gegebenenfalls an die aktuellen oder auch sich ändernde Vorgaben anpassen“, erklärt Thermenleiter Albert Döbele. So wird die erste Woche der Wiedereröffnung ein Testlauf.

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Rein wirtschaftlich sei die Saison nach mehr als drei Monaten Schließungszeit vermutlich nicht mehr zu retten, mache jedoch einen Schritt auf die Normalität zu. Denn: „Wir haben auch einen Auftrag gegenüber den Bürgern, Gastronomen und Hoteliers der Gemeinde“, sagt Döbele. „Deshalb setzen wir zu Beginn der Sommerferien ein Zeichen für den attraktiven Urlaubsort Bad Endbach.“

Schließfächer und Schränke bleiben zu

Die Therme ist Pandemie-bedingt allerdings nur eingeschränkt zu nutzen, um das Potenzial von Ansteckungen zu verringern. Deshalb stehen die Schließfächer für Wertsachen nicht zur Verfügung, und die Schränke in den Umkleideräumen sind ebenfalls verschlossen.

Die Nutzer des Bades sind deshalb aufgefordert, ihre Bekleidung in Taschen in den Badebereich, die Sauna-Abteilung oder auf die große Freifläche, wo Liegen mit Auflagen und Sonnenschirme bereitstehen, mitzunehmen. Bis sie dorthin gelangen, ist das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes Pflicht.

Im Bad regeln „Einbahnstraßen“ den Besucherfluss. „Die Kapazität ist etwa auf die Hälfte beschränkt“, erklärt Döbele, was bedeutet, dass nur 60 Sauna-Gänger und 80 bis 90 Badegäste zugelassen sind. Zeitliche Beschränkungen sind nicht vorgesehen, für eine Entzerrung des Besucherflusses wird „demnächst eine Online-Reservierung eingerichtet“, verspricht Bürgermeister Schweitzer.

„Wir machen, was möglich ist“

Weitere Auflagen sind: In den Saunen gibt es keine Aufgüsse mit Verwirbelung, ins Becken der Schwimmhalle dürfen nur bis zu 15 Gäste und alle Geräte, die Aerosole in der Luft versprühen können, sind außer Betrieb. Zudem ist die tägliche Öffnungszeit auf 10 bis 20 Uhr begrenzt. Zwar ist das Sprudelbecken noch nicht zu nutzen, dennoch versichert Döbele: „Wir machen für unsere Gäste, was möglich ist.“

Im Gegensatz zur Therme ist das Restaurant schon seit dem 15. Mai geöffnet. „Seitdem arbeiten wir mit halber Kraft“, beschreibt Michael Ferron die Lage. Aber: „Es kommen mehr und mehr Gäste“, weshalb der Gastronom die eingeschränkte Öffnung als Möglichkeit sieht, „Vertrauen zu schaffen“.

Umwälzpumpen wurden erneuert

Wie die OP berichtete, nutzte die Thermenleitung die Zeit der erzwungenen Schließung dazu, über die sonstige Revisionswoche hinaus Arbeiten zur Instandhaltung ausführen zu lassen. Dazu bot die Leitung den Mitarbeitern an, auch Tätigkeiten außerhalb ihrer gewöhnlichen Aufgaben zu verrichten, um Kurzarbeit so lange wie möglich zu vermeiden.

Fachfirmen reinigten die Fassade und im Inneren erfolgten Malerarbeiten, die Duschen sind saniert und viele Kilometer Dehnungsfugen neu abgedichtet. Die Elektrik ist überprüft, Umwälzpumpen erneuert, die Chloranlage gereinigt und die Lüftungsanlage überholt.

Von Gianfranco Fain

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