Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland Hessentag in Biedenkopf – das wär’s!
Landkreis Hinterland Hessentag in Biedenkopf – das wär’s!
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:00 29.09.2019
Das Riesenrad spiegelt sich beim Hessentag in Bad Hersfeld in der Sonnenbrille einer Besucherin. Der Gewerbeverein Treffpunkt in Biedenkopf möchte, dass das Landesfest nach Biedenkopf kommt. Quelle: Swen Pförtner
Biedenkopf

Das wichtigste Ziel benennt der frisch gewählte Vereinschef Axel Dillmann: „Wir wollen das Image der Stadt Biedenkopf stärken.“ Bis zur 775-Jahr-Feier, die 2029 ansteht, soll Biedenkopf einen großen Sprung nach vorn machen. Und: Der Treffpunkt schlägt vor, dass Biedenkopf sich um einen der nächsten Hessentage bewirbt.

„Wir müssen mit Freude rausgehen und mit Freude unseren Standort bewerben.“ So beschreibt der neue Kassierer Björn H. Heß, wie der Treffpunkt künftig arbeiten will. Probleme, die es in der Vergangenheit im Verein gab, will der Vorstand hinter sich lassen.

„Wir wollen nicht zurückschauen, sondern in die Zukunft“, sagt Vereinschef Dillmann. „Neue Köpfe, neue Ideen“, laute das Motto. Wichtig dabei: ein neuer Schwerpunkt der Vereinsarbeit. „Laut Satzung hat der Treffpunkt zwei Vereinsziele: die Biedenkopfer Gewerbebetriebe zu fördern und das Image der Stadt zu verbessern“, erklärt Dillmann.

Vorstand

  • Vorsitzender: Axel Dillmann
  • Zweite Vorsitzende: Kerstin Weber-Mertin
  • Kassierer: Björn H. Heß
  • Schriftführer: Jochen Achenbach
  • Beisitzer: Jutta Bamberger, Dirk Schäfer

In der Vergangenheit habe die Werbegemeinschaft sich dabei eher auf einzelne, oft kleinteilige Werbeaktionen konzentriert, etwa Blumen an Kunden verschenkt. „Künftig wollen wir das große Ganze in den Blick nehmen: Wir wollen zeigen, wie attraktiv Biedenkopf ist“, sagt Dillmann.

„Biedenkopf und auch die Stadtteile haben ja schon jetzt unglaublich viel Positives zu bieten“, ergänzt Beisitzer Dirk Schäfer. Natur, gute Arbeits- und Ausbildungsbedingungen, Kinderbetreuung, bezahlbarer Wohnraum, rege Vereine und Kirchen, Kultur, Freizeitmöglichkeiten, Angebote für Senioren – das alles zusammen sei ein Pfund, mit dem die Stadt wuchern könne. „Bisher kommt das Positive, das Biedenkopf zu bieten hat, aber einfach nicht genug rüber“, stellt Kassierer Heß fest.

Ideen, wie das besser werden kann, gibt es einige. „Wir werden auf jeden Fall ein Werbeportal für Biedenkopf machen“, erklärt Dillmann. Die Treffpunkt-Internetseite, die zuletzt nicht mehr aktualisiert wurde, werde neu aufgestellt. Und auch in den sozialen Medien will der Verein sich modern und professionell präsentieren. „Das werden wir in professionelle Hände geben“, sagt Dillmann. Denn so einfach nebenbei funktioniere gutes Standortmarketing heutzutage nicht mehr.

Gesammelte Ideen gingen an die Fraktionen

Wichtig sei aber auch, möglichst viele weitere Institutionen und Bürger ins Boot zu holen. „Wir müssen zusammenarbeiten. Mit der Stadt und dem Kreis. Und auch mit Vereinen, Kirchen und interessierten Bürgern“, sagt Dillmann.
Als Beispiel nennt Schäfer die Aktion „ZukunftsSTADT“, die der Treffpunkt im Mai gestartet hat. 50 Bürger haben damals gemeinsam 120 Ideen für die Zukunft Biedenkopfs gesammelt. Es ging um Themen wie die Marktplatz-Gestaltung, Parkplätze, die Sackpfeife und Biedenkopf als Industriestandort.

„Die gesammelten Ideen haben wir inzwischen zusammengefasst und an die politischen Fraktionen weitergeleitet – mit der Bitte, dass die Fraktionen sich dazu positionieren“, berichtet Heß. Dabei gehe es um die Frage, welche Ideen aus Sicht der Politik machbar wären. „Wenn die Antworten aus den Fraktionen kommen, wird es konkret. Dann bilden sich Arbeitsgruppen zu Themenschwerpunkten. Da ist jeder Bürger willkommen“, so Heß.

Und dann stellt der neue Treffpunkt-Vorstand noch eine ganz große Idee in den Raum: „Wir werden uns dafür stark machen, dass Biedenkopf sich um einen der nächsten Hessentage bewirbt“, sagt Vereinschef Dillmann. „Denn der Hessentag kann ein richtiger Turbo für die Stadtentwicklung sein – gerade für kleinere Städte.“ Dillmann verweist auf die hohen Fördermittel, die im Vorfeld des Landesfestes in die Infrastruktur der jeweiligen Hessentagsstadt fließen.

Klar sei natürlich auch, dass Biedenkopf selbst ebenfalls „einen Riesenbatzen Geld“ beisteuern müsse. „Aber das sind aus unserer Sicht keine Kosten, sondern Investitionen – da kommt am Ende etwas für die Stadt zurück“, sagt Dillmann. Als Beispiel nennt er Herborn, das mit Hilfe des Hessentags eine Riesenentwicklung hingelegt habe.

Thiemig: "Beschäftige mich seit Jahren mit Gedanken"

„Der Hessentag ist nicht nur für die Infrastruktur, sondern auch für das Image der Stadt gut“, ergänzt Björn Heß. Und: „Wenn man sagt: Wir stemmen das gemeinsam, dann ist das auch für das Gefühl der Stadt gut.“ Der Treffpunkt wolle den Hessentag deshalb auf jeden Fall zur Diskussion stellen.

Und was sagt Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) dazu? „Ich beschäftige mich mit dem Gedanken schon seit vielen Jahren – habe das Thema aber immer wieder in die Schublade gelegt. Denn der Hessentag geht ja auch mit hohen finanziellen Aufwendungen einher – ich habe nicht gesehen, dass wir das stemmen können“, sagt er im Gespräch mit der OP.

Gleichwohl finde er die Idee „weiter sehr interessant – wir werden uns da noch mal schlau machen“, verspricht er. „Es wäre schon ein Riesending, wenn wir es schaffen würden, den Hessentag zu holen. Allerdings kann die Stadtverwaltung alleine eine solche Veranstaltung nicht wuppen“, so Thiemig, „es braucht viele, die mitmachen. Wenn die Werbegemeinschaft ein Partner dabei wäre, fände ich das gut.“

von Susan Abbe und Andreas Schmidt