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Hinterland Lego-Figuren untermalen Song
Landkreis Hinterland Lego-Figuren untermalen Song
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13:00 11.10.2021
Der Hinterländer Musiker Dominik Reh hat ein aufwendiges Stop-Motion-Video aus Lego-Bauteilen zu seinem Song „When I Was A Young Boy“ gedreht.
Der Hinterländer Musiker Dominik Reh hat ein aufwendiges Stop-Motion-Video aus Lego-Bauteilen zu seinem Song „When I Was A Young Boy“ gedreht. Quelle: privat
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Breidenbach

Gut Ding will Weile haben. Das ist das Resümee des heimischen Musikers Dominik Reh, der seit Frühjahr 2020 unter dem Projektnamen twocolouredman Indie-Popsongs produziert und auf einschlägigen Portalen veröffentlicht. Der neueste Streich des Breidenbachers: Ein in Eigenregie entstandener Videoclip zu dem melancholischen Indie-Popsong „When I Was A Young Boy“. Reh hat ein Video produziert, das man einer professionellen Filmfirma zuschreiben würde. In aufwendiger Stop-Motion-Technik lässt er Lego-Welten aus seinen Kindertagen auferstehen.

„Ich wollte schon immer mal ein Stop-Motion-Video machen und die Lego-Idee gibt es auch schon länger“, fasst der Musiker, den man vor allem von der Band „Oh, Alaska“ kennt, zusammen. Als dann für das Projekt twocolouredman der Song „When I Was A Young Boy“ aus seiner Feder floss, war ihm klar: Das ist der Song, der in einer Lego-Geschichte erzählt werden soll – zumal er für den Song die Zeile „And I felt lonely holding Lego in my hands“ (ich fühlte mich einsam, Lego in den Händen haltend) getextet hatte. Seine damalige Kollegin Silja Melch zeigte sich von der Idee begeistert und sagte ihre Unterstützung zu. Was keiner von beiden ahnte: Die Produktion sollte über ein Jahr Zeit in Anspruch nehmen. „Ich bin da in der Tat ein bisschen naiv rangegangen“, sagt Dominik Reh, „ich dachte, in ein, zwei Dreh-Wochenenden wäre das erledigt.“

Wenn man sich den knapp sechsminütigen Clip anschaut, bekommt man eine Ahnung davon, warum eine Dreh-Session zwischen 13 und 17 Stunden gedauert hat und warum über 1 000 Arbeitsstunden in das Projekt geflossen sind. Die Szenen sind extrem detailverliebt. „Es gibt Stellen im Video, da hat unsere Figur in einer Szene sieben verschiedene Gesichtsausdrücke“, sagt Reh. „Da mussten wir auch mal mit Nagellackentferner ran und einen neuen Mund aufmalen.“

Die Kulissen sind beeindruckend: Aus seinem Elternhaus in Breidenbach holte der Musiker seine alten Lego-Sets aus den eigenen Kindertagen: Piratenschiff, Ritterburg und ein ägyptischer Tempel dienen als Kulisse. Und die Raumstation, die man ebenfalls sieht, „stammt noch von meinem älteren Bruder“, sagt Reh.

Der Hinterländer Musiker Dominik Reh hat ein aufwändiges Stop-Motion-Video aus Lego-Bauteilen zu seinem Song „When I was a Young Boy“ gedreht. Quelle: privat

Es sind Legos aus den 80er Jahren. Entsprechend hat das Video auch einen leichten Retro-Touch, was wiederum den melancholischen Indie-Song unterstreicht. Eine Reminiszenz an die beliebte Netflix-Serie „Stranger Things“ gibt’s außerdem zu entdecken. Ergänzt wurden die Lego-Kulissen, deren Aufbau teils ganze Tage in Anspruch nahm, etwa durch Sand oder Grasnarben – alles liebevoll arrangiert auf dem heimischen Esszimmertisch. Die Hintergründe der Szenenbilder sind bis auf wenige Ausnahmen gemalt – hier griff Silja Melchs Tochter Ylva zum Pinsel und schuf etwa Nachthimmel oder Wolkenformationen.

Lego-Filme gibt es schon länger, selbst in die Kinos haben es die Bauklötzchen-Figuren geschafft. Und wie die großen Vorbilder wirkt auch die Hauptfigur von Dominik Reh sehr lebendig – etwa wenn sein „Young Boy“ Fahrrad fährt, auf einen Baum klettert, auf einen fahrenden Zug aufspringt oder vom Piratenschiff ins Wasser gestoßen wird und darin versinkt – Fontäne inklusive.

6.000 Bilder sind im Video verarbeitet

Wie viel Aufwand das ist, macht eine kurze Erklärung der Stop-Motion-Technik klar: Bei dieser Filmtechnik wird eine Illusion von Bewegung erzeugt, indem einzelne Bilder (sogenannte Frames) von unbewegten Motiven aufgenommen und anschließend aneinandergereiht werden. Die Bewegung entsteht, weil die Objekte für jedes einzelne Bild des Films immer nur geringfügig verändert und die Bilder schnell hintereinander abgespielt werden. Neben Filmen mit Lego-Steinen und -Figuren kommt dabei noch gerne Knete zum Einsatz – prominentestes Beispiel ist etwa die britische Trickfilmreihe „Shaun, das Schaf“. 14.000 Bilder hat Reh insgesamt produziert – rund 6.000 haben es ins Video geschafft.

Reinschauen und vor allem Wiederschauen lohnt sich, denn es gibt viele Details zu entdecken. Der Song dazu sollte aber auch nicht vergessen gehen: „When I Was A Young Boy“ ist eine gefühlvolle, nachdenkliche und emotionale Indie-Pop-Nummer, die Fans von Bands wie Coldplay oder The Lumineers begeistern dürfte.

Das Video hat innerhalb weniger Tage bereits fast 37 000 Aufrufe. Die Kommentare dazu sind durchweg begeistert.

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