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Hinterland Jetzt noch schneller unter Strom
Landkreis Hinterland Jetzt noch schneller unter Strom
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10:58 20.12.2020
E-Tankstelle Autohaus Hoch Moritz Hoch, Geschäftsführer des Autohauses Hoch, an der neuen, öffentlich zugänglichen Schnellladesäule des Unternehmens.
E-Tankstelle Autohaus Hoch Moritz Hoch, Geschäftsführer des Autohauses Hoch, an der neuen, öffentlich zugänglichen Schnellladesäule des Unternehmens. Quelle: Foto: Andreas Schmidt
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Gladenbach

Am Autohaus Hoch gibt es etwas Einzigartiges im Hinterland und eine Besonderheit im Landkreis: eine öffentliche Schnellladesäule für Elektro-Fahrzeuge. Mit einer Maximalleistung von 50 Kilowatt können die „Stromer“ dort ihre Akkus aufladen – zum Vergleich: Die herkömmlichen öffentlichen AC-Ladesäulen bieten Leistungen von 11 oder 22 Kilowatt.

„Volkswagen hat sich im Zuge des Abgas-Skandals ja zur Gänze der Elektromobilität verschrieben“, sagt Moritz Hoch, Geschäftsführer des Autohauses Hoch in Gladenbach. In diesem Zuge hat der Konzern auch ein eigenes Unternehmen namens „Elli“ für unter anderem die Lade-Infrastruktur der Kunden mittels einer eigenen Wallbox gegründet.

Dennoch stehe und falle das Thema E-Mobilität auch mit öffentlichen Lademöglichkeiten. „Der Handel ist letztlich die Front: Wir müssen die Kunden rund um das Thema Elektromobilität beraten“, erläutert Hoch – daher sei schon recht früh klar gewesen, dass das Autohaus eine Ladesäule installieren müsse. „Mein Vater war eine treibende Kraft dabei. Denn er sagte, wenn jemand auf Langstrecke unterwegs ist, dann richtet er sich nicht unbedingt nach dem Autobahnnetz – sondern danach, wo es eine Schnellladesäule gibt“, verdeutlicht Hoch. „Und wenn er dann durchs Hinterland oder auch durch den Landkreis fährt, hat er eventuell ein Problem.“ Also habe das Autohaus Hoch in eine Ladesäule des Herstellers ABB investiert, „inklusive Erd- und Anschlussarbeiten sowie einem Transformator haben wir nahezu 100 000 Euro investiert.“

Keine Förderung, weil die Ladesäule zu früh bestellt war

Eine Förderung habe es nicht gegeben, da das Unternehmen die Ladesäule bereits bestellt hatte, bevor der entsprechende Antrag zur Förderung gestellt worden sei. „Aus Fehlern lernt man. Aber diese Handhabung ist bei einem Thema, das vonseiten der Politik vehement gefordert wird – nämlich der Ausbau der Infrastruktur – doch sehr unflexibel“, findet Hoch. So werde Pioniergeist quasi bestraft.

Aber davon wolle sich Hoch nicht die Pläne vermiesen lassen. Denn: „Wir planen hier am Standort noch eine zweite Schnellladesäule – und wollen auch ein E-Tankstelle am Würtenberg errichten, wenn wir dort kommendes Jahr bauen“, sagt der Geschäftsführer. Das gesamte Thema E-Mobilität soll dann auch mit einer eigens gegründeten Marke gebündelt werden: „Hoch Volt“ ist nun schon an der Ladesäule zu sehen. „Wir wollen das Thema wirklich vorantreiben“, sagt Moritz Hoch – nicht auszuschließen sei ein kleines E-Car-Sharing in Gladenbach, in das auch E-Roller integriert werden könnten, „die beispielsweise dann an der Europaschule in Gladenbach stehen“. Insgesamt sei die Nachfrage nach „Stromern“ im Autohaus Hoch stark angestiegen – begünstigt durch die Förderung, die es vonseiten Politik und Herstellern gibt. Und auch begünstigt dadurch, „dass unsere Fahrzeuge binnen eines Monats lieferbar sind“, sagt Hoch.

Tanken kostet 35 Cent

pro Kilowattstunde

Am großen Bezahl-Chaos, das es bei Ladesäulen in der Regel gibt, beteiligt sich das Autohaus Hoch übrigens nicht: Benötigt man sonst je nach Ladesäule die RFID-Karte oder eine App des jeweiligen Anbieters oder eines Roaming-Partners, um überhaupt laden zu können, ist das „Tanken“ am Schnelllader des Autohauses mit Mastercard oder EC-Karte möglich – für 35 Cent je Kilowattstunde. Übrigens: Für das Autohaus Hoch schließt sich mit der neuen „Zapfsäule“ und dem damit verbundenen Pioniergeist auch ein Kreis: „Mein Großvater hat gerade noch einmal daran erinnert, dass wir auch hier die Ersten waren, die an unserer damaligen Tankstelle bleifreies Benzin hatten“, sagt Moritz Hoch.

Von Andreas Schmidt

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