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Hinterland Neue Plätze zeichnen sich ab
Landkreis Hinterland Neue Plätze zeichnen sich ab
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09:58 27.10.2020
Der Hauptausschuss der Gemeindevertretung Lohra befürwortet mehrheitlich die Erweiterung der Kindertagesstätte „Wirbelwind“ in Altenvers. Quelle: Gianfranco Fain
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Lohra

Die Gemeinde sei hinsichtlich von Kindergartenplätzen bisher „absolut gut unterwegs“, betonte Bürgermeister Georg Gaul während der Zusammenkunft des Hauptausschusses der Gemeindevertretung Lohra.

Da es in diesem Jahr erstmals Probleme gab, richtete die Gemeinde eine bis zum 31. Juli befristete weitere Gruppe für Unter-3-Jährige (U 3) in der Kindertagesstätte in der Schulstraße ein. Diese Lösung werde jedoch nicht gut angenommen, berichtete Gaul.

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Der Gemeindevorstand suchte nach einer weiteren Lösungsmöglichkeit und fand diese mit dem Trägerverein Weißer Stein Wehrda, der die Kindertagesstätte „Wirbelwind“ im ehemaligen Dorfgemeinschaftshaus Altenvers betreibt.

Dort könnten ein Saal und eine Küche in einen Schlaf- und Bewegungsraum samt Toiletten für eine 12-köpfige U 3-Gruppe umgebaut werden. Ein Büro werde ebenfalls entstehen. Das Jugendamt des Kreises bewerte die Pläne sehr positiv.

Kirchverser BfB will „Bauwagen“

Laut Kostenschätzung des Weißen Steins würde der Umbau den Verein rund 292.000 Euro kosten, wovon 100.000 Euro als Zuschuss vom Land zu erhalten wären. In dieser Summe sind Abrissarbeiten enthalten, die der Bauhof der Gemeinde übernehmen könne. Da der Verein die Kosten übernimmt und die Gemeinde lediglich einen jährlichen Mehraufwand von etwa 15.000 Euro zu tragen habe, bevorzugt der Gemeindevorstand diese Lösung.

Das sehen auch die Ausschussmitglieder so und empfehlen den an diesem Donnerstag, 29. Oktober, tagenden Gemeindevertretern, den Antrag anzunehmen. Auf wenig Gegenliebe stößt dies bei den Kirchverser Vertretern der BfB. Die bevorzugen für den rund drei Kilometer entfernten Kindergarten im eigenen Ort eine Lösung mit einem sogenannten Tiny-Haus. Dabei handelt es sich um einen größeren Bauwagen ohne Räder, der fest an einem Standort steht. Einen solchen besichtigten Gemeindevertreter Ende September in Aßlar, wo für bis zu 15 Kinder eine „Naturgruppe“ realisiert ist.

Klefenz lobt Arbeit in Altenvers

Man schaffe in Altenvers mehr Plätze als benötigt, warf Harald Rink ein, und Franziska Willershausen monierte, dass der Bedarf an Betreuungsplätzen in Kirchvers „ganz groß“ und deshalb der Zuschlag für Altenvers „nicht verständlich“ sei. Das sei nicht zufriedenstellend und böte dem Kindergarten in Kirchvers keine Perspektive.

Einige Orte der Gemeinde hätten gar keinen Kindergarten, entgegnete Karl Klefenz von den Grünen. Die Gemeinde müsse für genügend und gute Plätze für alle Kinder sorgen, ergänzte Klefenz. Und in Altenvers werde gute Arbeit geleistet. Zudem gebe es durch die Lösung mit dem Weißen Stein keine investive Belastung und eine auf lange Sicht planbare Haushaltsgröße. Plätze für alle, aber nicht unbedingt in allen Ortsteilen, so müsse das kommuniziert werden, vertrat Knut Schäfer eine abweichende Meinung von seinen BfB-Mitstreitern.

Es handele sich nicht um eine Entscheidung für oder gegen einen Ort, sondern eine für die Gemeinde Lohra, hob Sozialdemokrat Kurt Schwald hervor. Man habe nun die Chance, aus dem Reagieren der vergangenen Jahre, in denen Kapazitätsengpässe immer nur repariert wurden, herauszukommen.

Einigkeit über Methode der Platzvergabe

Seine Fraktionskollegin Elfriede Köhler entgegnete Rinks Mutmaßung über womöglich nicht angenommene Plätze in Altenvers damit, dass Gladenbacher Eltern froh seien, in dem wenige Kilometer entfernten Herzhausen Kindergartenplätze zu haben.

Schließlich empfahl der Hauptausschuss den Gemeindevertretern mit 5 Ja- bei 2 Neinstimmen und einer Enthaltung die Annahme des Antrags und einstimmig die eines Begleitantrags der CDU, der den Gemeindevorstand beauftragt, mit den Trägern der Kindertagesstätten Konzepte zur Erweiterung zu erarbeiten.

Einstimmig befürwortet wird ein Antrag aller Fraktionen, der die Vergabe der Plätze in den Kindertageseinrichtungen nach folgenden Kriterien vorsieht: Elternwunsch, Geburtsjahr, Wohnortnähe, Familiensituation, kindliche Entwicklung und Anmeldedatum. Die Gemeindevertreter tagen am Donnerstag, 29. Oktober, ab 19 Uhr im Bürgerhaus Lohra.

Von Gianfranco Fain

26.10.2020
26.10.2020