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Hinterland Naturspielraum statt Hallenbad
Landkreis Hinterland Naturspielraum statt Hallenbad
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16:00 11.11.2019
So sah das Gelände des Wallauer Hallenbades im Jahr 2016 vor dem Abriss aus. Quelle: Erich Frankenberg
Wallau

Wenn die Biedenkopfer Stadtverordneten die Pläne befürworten, dann wird voraussichtlich im kommenden Jahr eine Anlage entstehen. Die Forschungsstelle für Frei- und Spielraumplanung (FFS) hat den Entwurf erarbeitet. Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Planer aus Hohenahr mit dem Gelände beschäftigt haben. Erstmals legten sie 2015 eine Ideenskizze vor, damals noch für das gesamte, rund 10.000 Quadratmeter große Areal.

Nach der Kommunalwahl 2016 fand sich dafür jedoch keine Mehrheit. Stattdessen wurde entschieden, einen 4.300 Quadratmeter großen Teil als Bauflächen zu verkaufen. Das Freizeitgelände wurde, durch einen Grünstreifen vom Baugebiet getrennt, auf ein Gebiet von 4.150 Quadratmetern begrenzt.

Ein Thema waren damals die hohen Kosten. Eine Dreiviertelmillion Euro stand im Raum. Dieser Punkt erledigte sich jedoch vor der Landtagswahl. Priska Hinz (Grüne) und Thomas Schäfer (CDU) stellten über das Programm „Investition Soziale Integration im Quartier“ eine Förderung von 90 Prozent in Aussicht. Sprich: 666.000 Euro der 740.000 Euro zahlen der Bund und das Land. Ein Wermutstropfen: Die Förderrichtlinien sehen vor, das Projekt samt Planung erneut auszuschreiben.

Nun liegt die Planung also vor. Thorsten Schmack sowie Klaus-Jürgen Losert vom Bauamt stellten sie dem Wallauer Ortsbeirat vor. 225.000 Euro stehen im Haushalt des laufenden Jahres, 515.000 Euro sind für 2020 angemeldet.

Vom Gesamtbetrag hat die Stadt am Ende wegen der Zuschüsse nur 74.000 Euro selbst zu tragen. In dem Entwurf verplant sind auch 15.000 Euro des Rotary Clubs Biedenkopf, der laut Schmack vor einigen Jahren zugesagt wurde.

Der Beginn der Bauarbeiten sei laut Schmack auch davon abhängig, ob sich im Ausschreibungsverfahren die notwendigen Firmen melden. Auch wenn sich die ursprüngliche Fläche mehr als halbiert hat – den Planern ist es laut Losert gelungen, fast alle vorgesehenen Ideen umzusetzen. Über das gesamte Gelände zieht sich demnach ein barrierefreier Rundweg. Trotz der deutlichen Höhenunterschiede verzichten die Planer auf Treppen oder Absätze. Im unteren Bereich sind Fahrradständer und Sanitäranlagen vorgesehen. Die Trocken-WCs brauchen laut Losert weder Strom noch Wasser. „Die Anlage funktioniert biologisch“, und das „sehr, sehr gut“, ohne jegliche Geruchsentwicklung, erklärte er.

In der Mitte des Geländes liegt ein von Natursteinen umsäumter, freier Platz für Veranstaltungen aller Art, Theater und Märkte. Direkt unterhalb des Waldkindergartens ist das Multifunktionsspielfeld zu finden. In der Nähe sollen auch die von den Rotariern benannten Skater-Elemente auf einer Rollspielfläche ihren Platz finden. Das Feld wurde laut Losert bewusst in den oberen Bereich gelegt, um es etwas von den Bauplätzen abzurücken. Darunter ist ein Pavillon geplant, der zum Verweilen einladen soll, darunter wiederum eine von mehreren Bänken umgebene Boule-Bahn. Ebenfalls direkt unterhalb des Waldkindergartens sind ein Aussichtspunkt mit Wellenliegen sowie ein Trampolin vorgesehen. Dort sollen auch einige Fitnessgeräte stehen.

Südwestlich ist ein Naturspielraum vorgesehen, der sich an jüngere Kinder wendet. Östlich des Atriums soll ein Wasserspielbereich entstehen. „Da sind so viele attraktive Elemente, da findet sich jeder wieder“, ist Losert überzeugt. Dem Wallauer Ortsbeirat gefällt der Plan. Auch dass die Mitarbeiter des Bauhofs sich um die Pflege des Geländes kümmern werden. Und noch etwas versprach Schmack: Man werde das Thema Ordnung im Blick behalten. Doch: „Auf dem Mehrgenerationenplatz in Kombach hat es noch nie Probleme mit Vandalismus gegeben.“

Von den 740.000 Euro für die Neuanlage entfallen je 50.000 Euro auf den Wegebau sowie für Fitness- und Spielgeräte. Die Wasserspielanlage ist mit 101.000 Euro veranschlagt. 91.000 Euro soll das Kleinspielfeld kosten, 52.000 Euro die Rollspielfläche. Unter dem Stichwort Vegetationstechnik listet der Entwurf 60.000 auf. Baunebenkosten, Planung und Bauleitung kosten 81.000 Euro.

von Hartmut Bünger