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Hinterland Hommertshäuser Kirchlein ist zu reparieren
Landkreis Hinterland Hommertshäuser Kirchlein ist zu reparieren
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09:02 15.11.2019
An der Wand ist am Altar zu sehen, wie weit die Wand durch den Aufprall verschoben wurde. Quelle: Gianfranco Fain
Hommertshausen

Erleichterte Reaktion im Dautphetaler Ortsteil. Die Schäden durch den Lastwagen-Unfall in die kleine Kirche an der Schelde-Lahn-Straße können repariert werden. Das meint zumindest Kirchenrestaurator Franziskus Hartmann, der gestern bei einem Treffen in der Kirche dabei war. Mit einem Statiker habe er den Dachstuhl untersucht.

Der Experte habe festgestellt, dass die Dachreite und der Deckenbalken in Ordnung sind, somit keine Einsturzgefahr bestehe. Zwar seien die Verformungen im Inneren der Kirche erheblich, doch das Einzelkulturdenkmal „ist reparabel“, könne wohl wiederaufgebaut werden, sagt Hartmann.

Dazu könne das Gebälk mit Hebelwerkzeugen wieder in Position gebracht werden, wozu es allerdings nötig sei, die nicht mehr standsichere Empore auszubauen. Allerdings sei nicht klar, ob und wann die Reparatur erfolgt. Dies hänge von vielen Faktoren ab, unter anderem davon, was die Fachleute der Denkmalschutz-Behörde meinen.

Ehrenamtliche Arbeit der vergangen Jahre dahin

Dies zu klären, werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen und da in diesem Jahr nichts mehr zu machen sei, werde das Gebäude jetzt gesichert, das Dach abgedichtet und das ganze Gebäude winterfest gemacht.

Weniger euphorisch klingt der Bürgermeister. „Ich bin erschrocken, wie es im Inneren der Kirche aussieht. Das wirkt ja noch schlimmer als das, was von außen sichtbar ist“, sagt Bernd Schmidt. Bedauerlich ist für den Rathauschef, dass mit einem Aufprall die ganze ehrenamtliche Arbeit der vergangenen Jahre dahin ist.

Ob die Kirche wieder instand gesetzt wird? Dies sei eine Entscheidung, die am Schreibtisch gefällt werde. Zuerst müssten die Ergebnisse der weiteren Untersuchungen vorliegen. Weiterhin sei abzuwarten, was die Denkmalschutz-Behörde meine. Ob, wie viel und wie schnell die Versicherung zahle, womit auch die Frage der Kosten verbunden sei.

Polizei schließt überhöhte Geschwindigkeit aus

Die schätzt Schmidt auf mehrere 10.000 bis 100.000 Euro. Aufgrund all dieser offenen Fragen befürchtet Schmidt, dass es in den nächsten Monaten noch keine Entscheidung über eine Reparatur geben wird. 

Fest steht dagegen vorerst die Ursache des Unfalls. Die Ermittler der Polizei haben ihre Arbeit beendet und kamen zu dem Schluss, dass „Defizite im Zusammenhang mit der Ladungssicherung“ der Auslöser waren, erklärte gestern Polizeisprecher Martin Ahlich.

Unter diese mangelhafte Ladungssicherheit fielen auch die Container selbst, ergänzt Ahlich. In den Containermulden des Lastwagens war Schrott geladen. Hinweise auf eine zu hohe Geschwindigkeit des Lastwagens gebe es dagegen nicht.

von Gianfranco Fain