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Hinterland Missbrauchs-Prozess ausgesetzt
Landkreis Hinterland Missbrauchs-Prozess ausgesetzt
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00:19 16.06.2019
(Symbolfoto) Wegen Verhandlungsunfähigkeit des Angeklagten ist die Neuauflage des Vergewaltigungsprozesses gegen einen 58-Jährigen aus Dautphetal nach drei Verhandlungstagen beendet. Quelle: Thorsten Richter
Marburg/Dautphetal

Im Jahr 2017 verurteilte das Marburger Landgericht den Dautphetaler wegen 42-facher Vergewaltigung seiner minderjährigen Stieftochter in den Jahren 1996 bis 2000 und sexuellen Missbrauchs eines Kindes zu zehn Jahren Gefängnis. Auf seine Revision hin hob der Bundesgerichtshof den Richterspruch jedoch in Teilen auf, sodass eine andere Kammer des Marburger Landgerichts erneut verhandelt.

An den ersten beiden Verhandlungstagen erschien der Angeklagte nicht, ein Krankenhausaufenthalt wegen einer schweren Erkrankung und eine Operation waren laut seines Verteidigers Carsten Dalkowski der Grund. Weil das Gericht nach Einholung einer amtsärztlichen Auskunft von Verhandlungsfähigkeit ausging, ließ es den Mann am dritten Prozesstag vorführen. 

Daraufhin stellte der Anwalt den Antrag, seinen Mandanten durch einen psychiatrischen Sachverständigen begutachten zu lassen, aufgrund psychischer ­Belastungen, auch wegen des Polizeieinsatzes, sei er nicht verhandlungsfähig.

Das hat das Gutachten laut Auskunft des Vorsitzenden Richter Marko Herzog nun tatsächlich ergeben. „Wir müssen jetzt abwarten, was passiert“, sagte der Richter, der davon ausgeht, dass frühestens im Herbst ein erneuter Versuch gestartet werden kann, die Beweisaufnahme zu beenden.

von Heiko Krause