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Hinterland Mehr und neue Wege für Radfahrer
Landkreis Hinterland Mehr und neue Wege für Radfahrer
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00:15 03.07.2019
Mehr Radwege sollen möglichst bald durch die Gemeinde Dautphetal führen, wünschen sich die Gemeindevertreter.  Quelle: Thorsten Richter
Dautphe

Einen Antrag der Freien Wähler (FW) zum Radwegeausbau in der Gemeinde, einen der CDU, der sich auf den Bau einer Verbindung von den Orten Runzhausen nach Holzhausen beschränkt, wodurch Gladenbach auf sichere Weise von Dautphetal aus mit dem Rad erreichbar wäre. Beide Anträge fanden die einstimme Zustimmung aller drei Fraktionen.

Auf Anregung der Christdemokraten wird sich nun der Gemeindevorstand beim Landkreis Marburg-Biedenkopf und weiteren zuständigen Behörden für den Bau des Radweges einsetzen.

Aus Gründen der Sicherheit soll eine Variante abseits der Bundesstraße gewählt werden sowie ein Anschluss an die Radwegenetze der beiden Kommunen gewährleistet sein, so der Vorschlag. Zudem soll es ein Finanzierungskonzept geben und Fördermöglichkeiten erfragt werden.

Als Grund für den Antrag gab Fraktionschef Dr. Horst Falk an, dass zwischen den beiden Kommunen eine Lücke klafft, die Bedeutung des Radfahrens durch E-Bikes auch unter touristischen Gesichtspunkten aber zunehme.

Radwege bauen sich nicht von alleine

Zudem habe sich die Gefahrensituation für Radfahrer seit der Sanierung der Bundesstraße zwischen Runzhausen und Holzhausen noch erhöht, weil nun Leitplanken die Fahrbahn begrenzen, Radfahrer somit nicht mehr seitlich ausweichen können.

Außerdem müsse auch eine Möglichkeit besehen, ohne Auto ins Mittelzentrum Gladenbach zu gelangen. Deshalb gab es eine gemeinsame Aktion der CDU-Fraktionen in beiden Kommunalvertretungen. Doch in der Gladenbacher Stadtverordnetenversammlung stimmte die Mehrheit dafür, den Antrag als erledigt anzusehen, weil der Landkreis diesen Radweg schon in die Planung für die nächsten Jahre aufgenommen habe.

„Wir glauben aber nicht an die Göttin der Radwege“, sagte Dr. Falk, „denn diese bauen sich nicht von allein. Da müssen wir hinterher sein.“

Weitreichender ist der Antrag der FW, der den Gemeindevorstand damit beauftragt, mit HessenMobil einen Prioritätenplan zu erarbeiten und auf einen zeitnahen Ausbau der Radwege hinzuwirken. Insbesondere werden im Antrag folgende Verbindungen genannt:

  • von Herzhausen nach Mornshausen über Amelose,
  • von Hommertshausen nach Silberg,
  • von Friedensdorf nach Buchenau,

sowie Radwege in die Nachbarkommunen Gladenbach, Bad Endbach und Steffenberg. Außerdem wird an den FW-Antrag für eine Querungshilfe für Radfahrer über die Landesstraße 3042 zwischen Mornshausen und Dautphe erinnert.
Ferner soll der Gemeindevorstand darauf hinwirken, dass die Deutsche Bahn an den Bahnhöfen Buchenau und Wolfgruben genügend Fahrradstellplätze und Ladestationen für E-Bikes einrichtet.

Weil es immer mehr E-Bikes gibt, sollten auch Ladestationen an öffentlichen Stellen vorhanden sein, erklärte Fraktionschef Michael Honndorf, für den es unverständlich ist, wieso bei Straßensanierungen nicht auch gleich Radwege geplant und gebaut werden.

Erhöhen der Steuer auf Spielapparate

Um keine finanzpolitischen Gründe, sondern um eine „klar konturierte Steuerungswirkung“ gehe es den Christdemokraten, erklärte Christian Weigel den Antrag seiner Fraktion, zum Erhöhen der Steuer auf Spielapparate und das Spielen um Geld oder Sachwerte in der Gemeinde.

Man stehe diesem Gewerbe, gemeint sind Spielhallen und deren Betreiber, kritisch gegenüber, erläuterte Weigel, weil es ein Einfallstor für Suchtkrankheiten sein kann und somit auch Familien beeinträchtigen könne. Die Steuererhöhung sei deshalb eine „Präventivmaßnahme“.

Die Spielsucht könne verheerende Folgen haben, meinte auch Honndorf, weshalb der CDU-Antrag bei den FW „sofort auf Gegenliebe stieß“. Für die SPD erklärte Silvia Demper, die Steuerungswirkung zu unterstützen. Konsequenz: Auf Anregung des Hauptausschusses beschlossen die Gemeindevertreter, statt der geforderten 2- bis 10-prozentigen Erhöhung auch gleich die zulässigen Höchstsätze zu verlangen.

von Gianfranco Fain