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Hinterland Marco Schmidtke wird Dautphetals Gemeindeoberhaupt
Landkreis Hinterland Marco Schmidtke wird Dautphetals Gemeindeoberhaupt
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22:12 13.03.2022
Gebannt warten Sabine, Julius und Marco Schmidtke auf das Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Dautphetal.
Gebannt warten Sabine, Julius und Marco Schmidtke auf das Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Dautphetal. Quelle: Gianfranco Fain
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Dautphetal

Mit einem Ergebnis von 60:40 rechnete Lars Kolbe vor der Auszählung der Stimmen zur Bürgermeisterwahl der Gemeinde Dautphetal. Dass fast genau dieses Ergebnis eintraf, nur eben nicht für den Christdemokraten, sondern den von den Freien Wählern unterstützten parteilosen Gegenkandidaten Marco Schmidtke, war für den 49-jährigen Silberger eine ungeliebte Überraschung. „Die Erwartungen aus den Gesprächen waren anders“, sagte der konsternierte Kolbe. Auch dass es „eng werden könnte“, hatte er einkalkuliert, aber „vom Gefühl her nicht damit gerechnet“.

Die Niederlage deutete sich beim Auszählen der Wahllokale schon früh an. Als die ersten Ergebnisse aus den kleineren Orten wie Wolfgruben, Elmshausen, Allendorf und auch Herzhausen eintrafen, lag Marco Schmidtke mit 66,6 Prozent der Stimmen vorn. Mit Damshausen sicherte sich Kolbe mit 50,65 Prozent den ersten Ort für sich, wobei eine der insgesamt 77 Stimmen den Ausschlag gab. Mit 102 zu 96 Stimmen gewann Kolbe den Freie-Wähler-Ort Mornshausen ebenfalls für sich, bevor Hommertshausen ein sehr seltenes 50:50-Ergebnis meldete.

Vorübergehende Aufholjagd

Dann folgte das Heimspiel für Kolbe: Silberg meldete 93 zu 7 Prozent, was Dr. Horst Falk so kommentierte: „Das war wichtig für die Stimmung.“ Dadurch rückte Kolbe zwar mit 637 zu 669 Stimmen an Schmidtke heran, doch der Landtagsabgeordnete blickte schon voraus: „Tendenziell sind es unsere Leute, die Briefwahl machen.“ Das bewahrheitete sich nicht. Nach den großen Orten Holzhausen, Friedensdorf und Buchenau gewann Schmidtke auch seinen Wohnort Dautphe sowie alle Briefwahlbezirke. Da stand Kolbes Niederlage schon so gut wie fest. Dennoch wartete Schmidtkes Anhang im Foyer des Rathauses in Dautphe mit dem Jubel, bis das letzte Ergebnis vorlag. Enttäuschend ist für den Ersten Beigeordneten der Gemeinde sein Abschneiden in Friedensdorf und insbesondere Buchenau, aber: „So ist Demokratie“, sagte Lars Kolbe, gratulierte dem Sieger und dankte für den fairen Wahlkampf.

Er habe nicht mit einem so eindeutigen Wahlsieg gerechnet, gestand Marco Schmidtke ein. Das Feedback an den Haustüren war durchweg positiv und so hoffte er, dass sich sein „erheblicher Einsatz“ auszahlen würde und er sich dadurch das entscheidende Quäntchen nach vorne setzen könnte. „Dass es so deutlich werden würde, damit rechnete keiner, auch ich nicht.“ Ein weiterer Grund sei, dass die Dautphetaler Bürger einen parteilosen Bürgermeister bevorzugen würden, der mit allen Fraktionen der Gemeindevertretung gleich gut zusammenarbeiten könne. Aus der Unterstützung der Freien Wähler ergeben sich „keine zwingenden Verbindlichkeiten“ für sein Amt. Für eine Zusammenarbeit mit Lars Kolbe als Ersten Beigeordneten der Gemeinde und somit Vertreter des Bürgermeisters sieht Marco Schmidtke kein Problem.

Der 46-jährige Schmidtke ist Polizist und Verwaltungsfachwirt. Er tritt sein Amt am 1. August als Nachfolger von Bernd Schmidt an. Der Vertreter der Freien Wähler verzichtete nach drei Amtsperioden auf eine weitere Kandidatur. Er hieß seinen Nachfolger „herzlich willkommen“ und wünscht ihm „viel Erfolg mit deiner neuen Aufgabe“.

Von Gianfranco Fain

13.03.2022
11.03.2022