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Hinterland Lohras Radwege sind auf den Weg gebracht
Landkreis Hinterland Lohras Radwege sind auf den Weg gebracht
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17:00 03.07.2021
Lohras Gemeindevertretung hat fast einstimmig beschlossen, kurzfristig Feld- und Verbindungswege fahrradtauglich ausbauen zu lassen.
Lohras Gemeindevertretung hat fast einstimmig beschlossen, kurzfristig Feld- und Verbindungswege fahrradtauglich ausbauen zu lassen. Quelle: Themenfoto: Stefan Puchner
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Lohra

Neben zwei einstimmigen Beschlüssen zu Änderungen von Bebauungsplänen fällten die Gemeindevertreter Lohras am Donnerstagabend im Bürgerhaus noch drei weitere Entscheidungen. Dabei ging es um Radwege in Lohra, eine Satzung für die Beteiligung von Bürgern an politischen Entscheidungen sowie ein Konzept für die Jugendarbeit. Der Antrag der Fraktionen BfB, SPD und Bündnis 90/Die Grünen ließ Harald Platt seine Verwunderung äußern, weil die CDU zur vorherigen Sitzung einen Antrag stellte, um einen Radweg von Altenvers nach Damm mit Anbindung an den Salzböderadweg entstehen zu lassen, und dies schneller und vor allem kostengünstiger, als es die Prioritätenliste des Landkreises vorsehe.

Schließlich gaben die Gemeindevertreter drei Anträgen zum Radwege-Thema ihre Zustimmung, einem weiteren Antrag der Grünen sowie einem von Dieter Hoffarth, der damals sagte: „Wir haben schon ein Netz. Die Wege sind nur zu reparieren.“

Die Kosten würden weit unter 10 000 Euro liegen, wenn die Gemeinde mit den Jagdgenossen kooperieren würde, meint Hoffarth. Sein Antrag lautet: Der Gemeindevorstand soll das Instandsetzen aller Feldwege im Bereich Altenvers, Kirchvers, Reimershausen, Rollshausen und Rodenhausen veranlassen. Nun lag der gemeinsame Antrag der drei Fraktionen vor, den beide Ausschüsse schon befürworteten. Dieser sieht vor, dass die Feld- und Verbindungswege kurzfristig durch den gemeindlichen Bauhof instand zu setzen sind.

Das Kartieren und Beschildern in Zusammenarbeit mit der Marburg Stadt- und Land-Tourismus soll die Wege für Radfahrer nutzbar machen. In die Aktion einzubeziehen sind die Landwirte und Jagdgenossen.

Der SPD-Fraktionschef Markus Hemberger betonte, man brauche diese Verbindungen zeitnah und nicht irgendwann Luxus-Radwege. Man habe vier Wege ausgesucht und ihnen Namen gegeben. Mit diesem niederschwelligen Antrag gelange Lohra sehr schnell für wenig Geld zu Radwegen, ergänzte Kurt Schwald.

Bürgerbeteiligung umstritten

Nachdem Hoffarth auf Nachfrage der Christdemokratin Susanne Kappeller erklärte, dass mit allen Landwirten gesprochen wurde, wo Reparaturen an den Wegen nötig seien, stimmten 25 Gemeindevertreter für den Antrag, einer dagegen.

Umstrittener war der BfB-Antrag zu einer Satzung für mehr Bürgerbeteiligung an politischen Entscheidungen. Deren Vorsitzender Harald Rink begründete den Vorstoß damit, dass man nach einem ersten Antrag aus dem Jahre 2016 nun endlich aus dem Vertage- und Verschiebemodus kommen müsse. Bürgermeister Georg Gaul schlug vor, den Entwurf einer Satzung dem Hessischen Städte und Gemeindebund zuzuleiten und nach dessen Stellungnahme im September einen Entschluss zu fassen.

Kritisch äußerte sich zum Beispiel CDU-Mann Harald Platt. Wie lange man noch bei einer solchen Bürgerbeteiligung für Beschlüsse brauchen wolle, fragte er und sagte, dass die Interessierten doch für die Gemeindevertretung kandidieren könnten. Dass Bürger sich beteiligen, sei extrem wichtig und willkommen, sagte Susanne Kappeller, allerdings seien die Gemeindevertreter Ansprechpartner der Bürger. Lohra habe schon viele Instrumente wie das Amtsblatt, die Homepage der Gemeinde oder den Sitzungsdienst, um Bürger an Entscheidungen zu beteiligen. Auch die Bürgerversammlungen in den Orten der Gemeinde seien ein solches Instrument, diese würden aber nicht regelmäßig durchgeführt.

Fragebogen für Vereine

Der Grünen-Vertreter Karl Klefenz sprach von einem „problematischen Zeitpunkt“, da die Verwaltung noch mehr belastet werde und zudem die Arbeit der Ortsbeiräte konterkariert werde. Markus Hemberger bezeichnete die Satzung als ein Mittel, um die Bürger stärker in Entscheidungen einzubeziehen, forderte aber, dass diese in einfacher Sprache gehalten werde. Mit 15 Ja- bei 9 Neinstimmen und 2 Enthaltungen wurde die Satzung zur Bürgerbeteiligung angenommen.

Einstimmig sprachen sich die Gemeindevertreter für ein von der BfB-Fraktion gefordertes Gesamtkonzept zur Förderung der Jugendarbeit in allen Ortsteilen der Gemeinde Lohra sowie dem überarbeiteten Jugendkonzept der Gemeinde aus. Allerdings erfuhr der BfB-Antrag im Kindergarten- und Sozialausschuss einige Modifikationen.

So sollen in dem Gesamtkonzept die bestehenden Angebote der Vereine, Kirchen und des BSJ Berücksichtigung finden und aus der Zusammenstellung soll hervorgehen, welche allgemeinen und besonderen Ziele verfolgt werden. Für das Erheben von Daten der Vereine soll ein einheitlicher Fragebogen verwendet werden.

Von Gianfranco Fain

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