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Hinterland Siebter ausgeglichener Haushalt in Folge
Landkreis Hinterland Siebter ausgeglichener Haushalt in Folge
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18:11 28.03.2022
Diese Ackerfläche an der Bundesstraße 255 ist als künftiges Gewerbegebiet im Entwurf des Regionalplans vorgesehen. Hinter der Baumreihe liegt das erste Anwesen von Willershausen, ein Ort der Gemeinde Lohra.
Diese Ackerfläche an der Bundesstraße 255 ist als künftiges Gewerbegebiet im Entwurf des Regionalplans vorgesehen. Hinter der Baumreihe liegt das erste Anwesen von Willershausen, ein Ort der Gemeinde Lohra. Quelle: Gianfranco Fain
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Lohra

Mit einer Gedenkminute, die an die Opfer in der Ukraine gerichtet war, begann die Sitzung der Gemeindevertretung im Bürgerhaus. Nach Festlegung der endgültigen Fassung der Tagesordnung wurden nach den Aussprachen im Laufe der Sitzung rund zehn Beschlüsse gefasst. Zuvor widmeten sich die 27 Gemeindevertreterinnen und -vertreter unter anderem ausführlich dem Regionalplan-Entwurf 2021 Mittelhessen.

Nanz-Willershausens Ortsvorsteher, Michael Keil, sprach sich gegen die Aufnahme der Fläche G 324 in den Regionalplan aus. Für ihn sei unverständlich, „dass die drei Kommunen Lohra, Gladenbach und Bad Endbach auf eine mehr als doppelt so große bereits geplante Fläche im Interkommunalen Gewerbegebiet Salzbödetal verzichteten, um in Willershausen ein komplett neues interkommunales Gewerbegebiet zu erschließen, wo jegliche Infrastruktur fehle“. Auch hatten Vertreter des Kreisbauernverbandes und hiesige Ortslandwirte vor der Halle ihren Protest gegen die vorgesehene Ausweisung des 6,7 Hektar großen Gewerbegebietes in der Gemarkung Lohra-Willershausen kundgetan. In ihrer Eingabe an das Regierungspräsidium haben sie darum gebeten, stattdessen das Gebiet wie bisher als Vorranggebiet für die Landwirtschaft raumordnerisch festzulegen.

Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Hans-Wilhelm Kisch, wies mehrfach darauf hin, dass es sich beim Entwurf des Regionalplanes 2021 Mittelhessen lediglich um Planungen und Vorschläge handele, wogegen jeder Bürger und alle politischen Gremien Stellungnahmen, unabhängig von der Beschlussvorlage der Gemeinde, abgeben können. Auch solle eine zweite Offenlegung des Regionalplans erfolgen, sagte er.

„Nicht wir, sondern das Regierungspräsidium plane die Flächen, wir jedoch planen die Umsetzung vor Ort, teilte auch die Erste Beigeordnete, Rosemarie Wolny in Vertretung für Bürgermeister Georg Gaul mit. Im Beschluss mit 23 Jastimmen kam die Gemeindevertretung überein „die Stellungnahme zum Entwurf in Form der sich aus der Anlage ergebenden Änderungs- und Ergänzungsanträge abzugeben“.

Jugendraum in ehemaliger Gaststätte Gorski

Des Weiteren sprach sich die Gemeindevertretung mit 22 Jastimmen für die Anmietung der Räumlichkeiten in der Liegenschaft Gladenbacher Straße 8 in Lohra – ehemals Gaststätte Gorski – aus. Der neue Jugendraum soll mit einem zweijährigen Mietvertrag und der Option der Verlängerung auf drei Jahre angemietet werden.

Auch dem Antrag der CDU-Fraktion für die planungsrechtliche Sicherstellung des Sportgeländes Lohra wurde angenommen. Jedoch müsse dabei der Lärmschutz berücksichtigt werden.

Die Gemeinde müsse „auch hinsichtlich der Ortskerne familienfreundlicher werden. In den nächsten fünf Jahren sollen zudem alle Haushalte in der Gemeinde Lohra an ein Glasfasernetz angeschlossen werden“, sagte Harald Rink.

Mit 23 Jastimmen stimmte die Gemeindevertretung dem Haushalt zu. Der Antrag der BfB-Fraktion, darin einen Sperrvermerk zur Energieversorgung „Planungskosten“ für die Einrichtung eines Nahwärmenetzes auf Basis eines „Blockheizkraftwerkes“ in Höhe von 20.000 Euro zu beschließen, wurde mehrheitlich abgelehnt. Die Planungen sollen 2023 vorangetrieben werden, damit die Ausschreibungen beginnen können, sagte Wolny abschließend.

Von Elvira Rübeling