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Hinterland Lohra und Fronhausen blitzen gemeinsam
Landkreis Hinterland Lohra und Fronhausen blitzen gemeinsam
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13:00 15.01.2022
Die Gemeinden Fronhausen und Lohra überwachen demnächst den ruhenden und fließenden Verkehr gemeinsam. Dazu stellen sie einen Hilfspolizisten an und mieten die Ausrüstung für das mobile Blitzen.
Die Gemeinden Fronhausen und Lohra überwachen demnächst den ruhenden und fließenden Verkehr gemeinsam. Dazu stellen sie einen Hilfspolizisten an und mieten die Ausrüstung für das mobile Blitzen. Quelle: Archivfoto: Thorsten Richter
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Lohra/Fronhausen

Als Erste Beigeordnete der Gemeinde Lohra verkündete Rosemarie Wolny in Vertretung des Bürgermeisters während der letzten Sitzung der Gemeindevertretung im vergangenen Jahr etwas überraschend, dass Lohra den mit sechs Hinterländer Kommunen geführten Ordnungsbehördenbezirk verlassen hat.

Stattdessen werden die Gemeinden Lohra und Fronhausen einen gemeinsamen Ordnungsbehördenbezirk einrichten. In einem solchen behördlichen Konstrukt arbeiten die Gemeinden zusammen, um sich Aufwand und Kosten des Überwachens des fließenden und ruhenden Straßenverkehrs zu teilen.

Hauptamtsleiter Lars Plitt erklärt gegenüber der OP die zu geringen Messzeiten, die Lohra als einer der sieben Kommunen zustanden, als einen der Gründe für die Neuorientierung. Bei zehn zustehenden Einsätzen der mobilen Blitzeranlage gab es in der Gemeinde Lohra nicht einmal in jedem Ort eine Messung pro Jahr.

Die Federführung des Projektes, das im ersten Halbjahr 2022 starten soll, liege jedoch bei der Gemeinde Fronhausen, die auch schon einen Hilfspolizisten ausbilde.

Dies ist bereits beendet, erklärt Fronhausens Bürgermeisterin Claudia Schnabel der OP. Noch in diesem Monat werde der Arbeitsvertrag mit der Teilzeitkraft unterschrieben, die dann schon in Fronhausen zum Einsatz kommt, bis der Vertrag mit Lohra ratifiziert ist. Dieser wird unter anderem enthalten, wie die Einsatzzeiten und die Kosten, bisher rund 11 000 Euro, aufzuteilen sind. Ist der Vertag ausgehandelt und aufgesetzt, müssen diesem noch die beiden Gemeindevertretungen beschließen, was sowohl in Fronhausen als auch in Lohra am 3. Februar auf der Tagesordnung stehen soll.

Während die Arbeit in einem gemeinsamen Ordnungsbehördenbezirk in Lohra nichts Neues ist, betritt Fronhausen Neuland. Bisher überwachte in der Südkreisgemeinde ein Ordnungspolizist den Straßenverkehr. Der ebenfalls auf 450-Euro-Basis angestellte Mitarbeiter begann aber am 31. Dezember seinen Ruhestand. Um das Überwachen des Verkehrs weiterhin durchzuführen, bot sich die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Lohra an. Die beiden Kommunen nutzen die Kapazitäten des Ordnungspolizisten und mieten die technischen Hilfsmittel, wie zum Beispiel eine mobile Geschwindigkeitsmessanlage, von einem Unternehmen.

Der gemeinsame Ordnungsbehördenbezirk ist eines der Projekte, das die Gemeinden zusammen angehen, um dem Auftrag der Gemeindevertretungen von Fronhausen, Lohra und Weimar zur verstärkten interkommunalen Zusammenarbeit nachzukommen.

Dabei ist das Überwachen des Verkehrs eine der Aufgaben, die zusammen gemeistert werden können. Zuvor ermittelten die Verwaltungen, in welchen Bereichen die Gemeinden von einer Zusammenarbeit profitieren können.

Während der Bedarf von Lohra und Fronhausen laut einer Analyse in der Verkehrsüberwachung am größten ist, wollen Fronhausen und Weimar im Finanzbereich verstärkt zusammenarbeiten, gibt Claudia Schnabel einen Ausblick auf das weitere Bündeln von Aufgaben. Das Standesamt ist eine weitere Stelle, in der alle drei Gemeinden ihre Kräfte bündeln wollen, während bei der Feuerwehr „zwei oder drei“ Gemeinden kooperieren werden, um zum Beispiel eine Planstelle für einen hauptamtlichen Gerätewart einzurichten.

Von Gianfranco Fain

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