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Hinterland Er ist Hessens bester Fliesenleger
Landkreis Hinterland Er ist Hessens bester Fliesenleger
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14:58 03.01.2021
Lennart Beck bei der Arbeit: Der 21-Jährige ist Landessieger im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks. Quelle: Foto: Sascha Valentin
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Bottenhorn

Dafür hatte der 21-Jährige innerhalb von acht Stunden einen Kugelbaum aus 108 zurechtgeschnittenen Fliesen herstellen müssen, den die Jury anschließend bewertete. „Dabei kam es vor allem auf die Schneidetechnik und die Präzision an“, erklärt Beck. Denn für das Motiv musste er auch Rundungen und Schrägschnitte schneiden, was entsprechendes Fingerspitzengefühl und Genauigkeit bei der Bearbeitung der Fliesen erfordert.

Diese mussten später so zusammengefügt werden, dass an den Fugen keine Zwischenräume entstehen und der stilisierte Baum als solcher zu erkennen ist. Genau das macht für Lennart Beck die Faszination an seinem gewählten Beruf aus, wie er sagt: „Er ist abwechslungsreich und man erlebt immer wieder etwas Neues. Und am Ende sieht man, was man geleistet hat.“

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Ein wenig liegt dem 21-Jährigen die Fliesenlegertätigkeit aber sicherlich auch in den Genen, grinst sein Onkel Dolf Pitzer, bei dem Lennart seine Lehre absolviert hat. Denn neben seinem Onkel sind auch sein Opa und seine Mutter gelernte Fliesenleger.

„Zuerst war ich ja auf dem Gymnasium“, erzählt Lennart. Aber irgendwie habe ihn dann doch ein praktischer Beruf mehr gereizt und so habe er nach seinem Fachabitur die Lehre in der Fliesengalerie seines Onkels begonnen. Aufgrund seiner guten Punktzahl bei der Gesellenprüfung nahm er dann an dem Landesentscheid im Handwerkswettbewerb teil.

Mit dem Landessieg hätte er sich auch für den Bundeswettbewerb qualifiziert, „aber der wurde ja wegen Corona abgesagt“, erklärt Lennart Beck. Allerdings soll im Frühjahr darüber beraten werden, wie mit den nationalen Entscheidungen verfahren werden soll. Gut möglich, dass der Bottenhorner dann doch noch eine Chance bekommt, seine Zunft auf Bundesebene zu vertreten. „Und wer weiß: Es gibt ja auch noch eine Bundes- und Weltmeisterschaft“, drückt sein Onkel ihm die Daumen.

Lennart ruht sich auf seinen Lorbeeren jedenfalls nicht aus. Ursprünglich hatte er vor, schon im kommenden Jahr seinen Meister zu machen. „Wegen Corona werde ich damit aber noch ein Jahr warten“, betont er. Irgendwann werde er dann den Betrieb des Onkels übernehmen, in dem auch seine Mutter arbeitet.

Von Sascha Valentin