Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland Landwirt des Jahres kommt aus Lohra
Landkreis Hinterland Landwirt des Jahres kommt aus Lohra
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:58 29.03.2021
Die Art, wie Felix Hoffarth mit seinen Rindern umgeht, trug auch dazu bei zum Landwirt des Jahres gekürt zu werden.
Die Art, wie Felix Hoffarth mit seinen Rindern umgeht, trug auch dazu bei zum Landwirt des Jahres gekürt zu werden. Quelle: Foto: Gianfranco Fain
Anzeige
Lohra

Entschleunigt war alles, was mit der Preisvergabe des CeresAwards 2020 zu tun hatte, nur wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie. Doch nachdem Felix Hoffarth aus Lohra am Mittwochabend während eines Livestreams seinen Namen nach „and the winner is“ vernahm, fand am Donnerstag auf der Eselsmühle ein „Riesenrummel“ statt. So bezeichnet der 27-jährige Öko-Landwirt, was sich den ganzen Tag über auf seinem sonst ruhigen Hof in Lohra abspielte.

Vor lauter Interviews, Ton- und Bildaufnahmen diverser Radio- und Fernsehsender blieb dem Vorjahressieger der begehrten Trophäe kaum Zeit für die alltägliche Arbeit auf seinem Bauernhof. Und die ist derzeit im anbrechenden Frühling reichlich vorhanden: Neben dem Versorgen seiner Rinder und anderer Tiere stehen die Aussaat und auch die mechanische Unkrautbekämpfung an. Dies sind einige der Tätigkeiten, die die Jury dazu bewogen, den Jungbauern zum Landwirt des Jahres zu küren.

Was produziert ist,

­­wird direkt vermarktet

Vor allem taten sie dies aber, weil Felix Hoffarth seinen Hof als Gemischtbetrieb mit Mutterkühen, Pferdehaltung, Puten, Ackerbau sowie Energiegewinnung bewirtschaftet. Mit der Hilfe seines Vaters und eines Mitarbeiters bearbeitet er rund 300 Hektar. Auf den eigenen und gepachteten Böden baut Hoffarth Weizen, Dinkel, Hafer, Triticale sowie Ackerbohnen an, lässt rund 120 Angus-Rinder auf den Grasflächen weiden und zieht Mastgeflügel groß. Die Produkte gehen in die Direktvermarktung des Hofes.

Offensichtlich vermarktete er beim CeresAward seine Unternehmertugenden wie Mut, Ideenreichtum und Verantwortungsbewusstsein für Mensch, Tier und Natur sehr gut. Doch ob das bei der starken Konkurrenz reichen würde, wusste er im Gegensatz zum Sieg in seiner Kategorie „Rinderzüchter“ nicht zuvor.

Dass er der Auserwählte war, erfuhr der 27-Jährige erst während des Livestreams, zu dem alle zehn Einzelsieger als Finalisten zugeschaltet waren. „Es war schrecklich aufregend“, sagt Felix Hoffarth, schließlich dauerte es mehr als eine Stunde, bis er als Sieger ausgerufen war. Anschließend empfand er die Laudatio, als wäre er „bei der Oscar-Verleihung“. Zu den Gratulanten zählte auch die zugeschaltete Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner.

Für den Jungbauern ändert der Titel „Landwirt des Jahres“ nichts an seiner täglichen Arbeit. „Es geht weiter wie zuvor und ich will es jeden Tag besser machen“, sagt Felix Hoffarth. Er sieht die Preisverleihung auch als „Riesenanerkennung für das, was meine Eltern zuvor geleistet haben und dass dies richtig war“. Er habe nie mit dem Gesamtsieg gerechnet und brauche für das Realisieren noch seine Zeit. Vielleicht ist die gegeben, wenn die Trophäe per Post eintrifft.

Von Gianfranco Fain