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Hinterland Landratsamt in Biedenkopf wird barrierefrei
Landkreis Hinterland Landratsamt in Biedenkopf wird barrierefrei
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13:56 08.01.2021
Im Zuge der Sanierung soll auch der Haupteingang des Biedenkopfer Landratsamts umgebaut werden. Quelle: Mark Adel
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Biedenkopf

Der Landkreis will in diesem und nächstem Jahr rund 2,4 Millionen Euro in die Sanierung des Landratsamts in Biedenkopf stecken. Unter anderem ist der Einbau eines Aufzugs geplant. Die Investition ist im Entwurf des Haushaltsplans des Landkreises vorgesehen, den der Kreistag noch verabschieden muss.

Die gesamte Außenstelle soll barrierefrei werden. Neben dem Aufzug muss dafür auch der Bereich des Haupteingangs umgebaut werden. Auch die sanitären Anlagen sollen künftig ohne Einschränkungen erreich- und nutzbar sein.

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Außerdem sollen im denkmalgeschützten Altbau die Fenster erneuert werden. „Hier handelt es sich aktuell noch um einfachverglaste Holzfenster aus der Gründungszeit“, erklärt Sascha Hörmann, stellvertretender Pressesprecher des Landkreises. Diese Arbeiten seien für das Frühjahr, über die warme Jahreszeit hinweg, vorgesehen.

Die Arbeiten sollen auf zwei Jahre verteilt werden. Für das Jahr 2021 sind 1,18 Millionen Euro im Haushalt eingeplant, weitere 1,17 Millionen Euro sind für 2022 vorgesehen. Bereits vergangenes Jahr waren 50.000 Euro für Planungsleistungen bereitgestellt worden.

Landrätin weist auf Notwendigkeit hin

Bereits 2019 war die Brandmeldeanlage im Biedenkopfer Landratsamt erneuert worden. Kosten: 45.600 Euro. Um den Brandschutz zu verbessern, sind laut Hörmann „mehrere bauliche Arbeiten“ sowie eine Aktualisierung der Sicherheitstechnik vorgesehen.

Noch umfangreichere Arbeiten sind in der Marburger Kreisverwaltung vorgesehen: Die Kosten für den geplanten Erweiterungsbau werden auf insgesamt 10,5 Millionen Euro beziffert, die ersten Investitionen in Höhe von zwei Millionen Euro sind im nächsten Jahr vorgesehen. Weitere 650.000 Euro sind an Küchentechnik für die neue Kantine ab dem Jahr 2023 eingeplant. Und für das ebenfalls im Erweiterungsbau vorgesehene Rechenzentrum sollen 750.000 Euro investiert werden.

Im Anschluss soll das bestehende Hauptgebäude saniert werden. Es wurde im Jahr 1973 bezogen. Dafür sind nach den derzeitigen Planungen weitere 850.000 Euro vorgesehen. Landrätin Kirsten Fründt (SPD) hatte in der Kreistagssitzung im Dezember auf die Notwendigkeit der verschiedenen Baumaßnahmen bei der Einbringung des Haushalts hingewiesen. Sie kündigte dabei ein Investitionsprogramm an, dass unter anderem bis zum Jahr 2026 rund 75 Millionen Euro für Bauarbeiten eingeplant werden sollen.

Der ältere Teil der Biedenkopfer Verwaltungsstelle ist fast 100 Jahre alt. Dort sollen unter anderem die Fenster ausgetauscht werden. Quelle: Mark Adel

„Die Sanierung der Verwaltungsliegenschaften ist jahrelang zurückgestellt worden“, sagte Fründt. „Das 1973 in Betrieb genommene Hauptgebäude der Kreisverwaltung in Marburg entspricht nach 48 Jahren nicht mehr dem Brandschutz, den sicherheits- und datentechnischen Vorschriften sowie energetischen und sanitären Standards und muss dringend angegangen werden.“

Neben diesen Investitionen in Neubauten und Sanierungen ist auch Geld für die Unterhaltung der Gebäude vorgesehen: Zum Beispiel weitere 75.000 Euro für die Biedenkopfer Außenstelle. Insgesamt hat der Kreis für die Bauunterhaltung seiner Verwaltungsgebäude Ausgaben in Höhe von 760.000 Euro eingeplant: Landratsamt Marburg: 360.000 Euro, Nebenstelle Hermann-Jacobsohn-Weg Marburg: 125.000 Euro; Nebenstelle Raiffeisenstraße Marburg: 75.000 Euro; Gesundheitsamt Marburg: 50.000 Euro; Nebenstelle Bismarckstraße: 35.000 Euro; Nebenstellen Stadtallendorf: 50.000 Euro.

Die Verabschiedung des Haushalts ist für die Kreistagssitzung am 19. Februar in Stadtallendorf geplant.

Das Projekt

Der Altbau der Biedenkopfer Verwaltungsaußenstelle stammt aus den Jahren 1924 und 1925. Dort befand sich das Landratsamt des damals noch selbstständigen Kreises Biedenkopf, der 1974 in den neuen Kreis Marburg-Biedenkopf überging. Der Anbau entstand von 1960 bis 1963.

Der alte Teil des Gebäudekomplexes zählt zu den hessischen Kulturdenkmälern – wie unter anderem in Biedenkopf auch Schloss, Bahnhof und Amtsgericht.

Von Mark Adel