Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland Suche nach Unbekanntem geht weiter
Landkreis Hinterland Suche nach Unbekanntem geht weiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 31.10.2018
Der dritte Verhandlungstag in einem Prozess vor dem Marburger Amtsgericht warf neue Fragen auf. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Im Prozess gegen ­einen 27-jährigen Mehrfachstraftäter aus Gladenbach wurden vor dem Marburger Landgericht weitere Zeugen gehört. Ihre Aussagen ergaben, dass einem bislang unbekannter Mittäter eines Raubes ein Vorname zugeordnete werden konnte.

Der Angeklagte gab bereits zu Prozessbeginn mehrere Einbrüche in Gladenbach, Widerstand gegen Polizeibeamte und den Raub in Oberweimar zu. Im Dezember 2016 fuhr er eigenen Angaben nach einen Bekannten zum Jugendclub in Oberweimar. Dort wurden vier junge Männer festgehalten, die ein Treffen mit einem Dealer arrangierten.

Hintergrund, so sagte der Angeklagte, sei die Weitergabe von Drogen an den minderjährigen Bruder seines „Kollegen“, dessen Identität er nicht nannte.

Auf einem Parkplatz schließlich zertrümmerte der Unbekannte die Autoscheibe des mutmaßlichen Drogenhändlers und zwang ihn zum Aussteigen. Der 27-Jährige raubte sodann aus dem Auto unter anderem ein Mobiltelefon. 200 Gramm Marihuana, die ebenfalls im Wagen waren, hätten sich die beiden geteilt, sagte er.

Kriminalpolizist: Da steckt mehr dahinter

Der Dealer hatte sich an jenem Abend das Fahrzeug geliehen. Der Eigentümer des beschädigten Fahrzeugs sagte nun, dass einer der jungen Männer aus dem Jugendclub ihm beide Vornamen der Täter genannt habe, er den zweiten aber nicht kenne.

Oberstaatsanwältin Kerstin Brinkmeier, die von Amts wegen an der Ermittlung des Mittäters interessiert ist, verwies darauf, dass der Zeuge aus dem Jugendclub den Fahrzeughalter und einen Arbeitskollegen von ihm als Quelle für den Namen benannte und auch einen Wohnort angab. Den ebenfalls benannten „Arbeitskollegen“, der den Unbekannten kennen soll, gebe es auch nicht, sagte dagegen der Fahrzeughalter.

Der Geschädigte hatte angegeben, sich auf dem Parkplatz mit Bekannten getroffen zu haben, um daraufhin gemeinsam Computer zu spielen. Ein Kriminalpolizist sagte aus, er sei schnell davon ausgegangen, „dass mehr dahinter steckt“, spätestens als er beim Begutachten des Wagens geringe Mengen Marihuana fand. Die Wahrscheinlichkeit auf einem einsamen ländlichen Parkplatz ohne Grund ausgeraubt zu werden, sei zudem äußerst gering, bemerkte der Kriminalermittler.

  • Die Verhandlung wird am Montag, 29. Oktober, in Raum 101 des Marburger Landgerichts fortgesetzt.

von Heiko Krause