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Hinterland Freibad-Sanierung könnte Millionen kosten
Landkreis Hinterland Freibad-Sanierung könnte Millionen kosten
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16:00 02.04.2019
Freibadgäste in Weidenhausen haben Spaß mit der Riesenkrake. Für das Bad liegen zwei Sanierungskonzepte vor, die am Dienstag Thema im Ausschuss sind. Quelle: Archivfoto: Michael Tietz
Weidenhausen

Das aus den 1960er-Jahren stammende Freibad Weidenhausen hat seit Jahren ein Riesenproblem. Wasser versickert. Der Boden des Betonbeckens hat Risse. Mehrere Kubikmeter Wasser schießen pro Tag in den Grund. Zu diesem Schluss kommen die zwei Sachverständigen Kurt Pelzer und Gunter Ganzloser von der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen, die ein 45 Seiten umfassendes Sanierungskonzept vorgelegt haben. Die Essener Gesellschaft unterstützt Mitgliedskommunen, die Bäder betreiben, unter anderem bei den Themen Wirtschaftlichkeit, Sicherheit, Kostensenkung und Wasseraufbereitung.

Für das Freibad in Weidenhausen haben Pelzer und Ganzloser ein Konzept für eine grundhafte Sanierung entwickelt. Die aus Weidenhausen stammenden Kommunalpolitiker scheinen nicht ganz glücklich mit den Vorlagen – aufgrund der hohen Kosten, die weit über dem liegen, was sie für umsetzbar und auch vertretbar halten. Man hatte sich vorgestellt, dass das Freibad mit einem viel geringerem Aufwand saniert werden kann.

Dass es Sanierungsbedarf gibt, ist lange bekannt. In einem Konzept von 2001 lautete­ das oberste Ziel: die Sanierung der Becken, um Energie einzusparen. Favorisiert wurde ein Edelstahlbecken, Kosten: 1,05 Millionen Mark. Alternativ wurde noch eine Folienauskleidung für 380.000 Mark und eine Fliesenauskleidung für 430.000 Mark vorgeschlagen.

Altbürgermeister Bartnik schlug Wasserrecycling vor

Bei dem Becken hatten sich bereits zum damaligen Zeitpunkt Haarrisse gebildet und die Rohrleitungen galten als „desolat“. Dadurch komme das Wasser, das in die Überlaufrinne läuft, nicht im Schwallwasserbehälter an, sondern versickere direkt im Erdreich, heißt es in dem Konzept. Als weitere Kosten waren noch Investitionen in die Technik vorgesehen mit 6.300 Mark und in das Gebäude und die Außenanlage (17.000 Mark). In der Summe sah das damalige Konzept – mit Edelstahlbecken – eine Investition von 1,130 Millionen Mark in das Freibad Weidenhausen vor.

Das Konzept, das unter Altbürgermeister Klaus Bartnik erstellt wurde, sollte dazu beitragen, die Bäderbetriebe in der Stadt Gladenbach attraktiver zu machen und sie wirtschaftlich effizient zu gestalten. An Ideen mangelte­ es nicht. So sah das Konzept auch die Nutzung des abgebadeten Wassers vor. Dieses hätte zum Beispiel in Tretbecken geleitet werden können, zur Parkbewässerung, für die Teichanlage oder für einen Wasserspielplatz genutzt werden können. Als Alternative­ war Wasserrecycling im Gespräch, um Kosten zu sparen.

Am wichtigsten erschien allerdings schon 2001, den Wasserverlust in den Griff zu kriegen mit dem Austausch der Becken. Auch heute ist ein Edelstahlbecken wieder die erste Wahl in den vorgelegten Konzepten. Umgesetzt wurde seit damals allerdings keine grundhafte Sanierung. Stattdessen habe man dafür gesorgt, dass das Freibad zu jeder Saison betriebsbereit ist, erklärte Gunter Euler, Geschäftsführer der SEB.

von Silke Pfeifer-Sternke

Das Freibad Weidenhausen und die dazu vorgelegten Sanierungskonzepte sind am Dienstag, 2. April, ab 19 Uhr Thema im Ausschuss für Jugend und Sport, soziale und kulturelle Angelegenheiten, der in der Leinweber-Stube im Haus des Gastes tagt.