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Hinterland Parlament will Pläne erneut prüfen
Landkreis Hinterland Parlament will Pläne erneut prüfen
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18:58 18.01.2020
Die Kindertagesstätte Mornshausen harrt der Entscheidung zur Sanierung durch die Stadtverordneten. Archivfoto: Thorsten Richter
Die Kindertagesstätte Mornshausen harrt der Entscheidung zur Sanierung durch die Stadtverordneten. Quelle: Thorsten Richter/Archiv
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Gladenbach

Erneut vertagt. Das ist das Ergebnis der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend, hinsichtlich­ der Sanierung des Kindergartens im Stadtteil Mornshausen.

In der Frohnhäuser Kulturscheune sprachen sich die Kommunalpolitiker mit 18-Ja-Stimmen bei 10 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen für den gemeinsamen Antrag von SPD, Freien Wählern und Grünen aus, den Antrag von der Tagesordnung zu nehmen und erneut in den Ausschüssen beraten zu lassen.

Dies soll in einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Jugend und Soziales, Bau- und Planung sowie Haupt- und Finanzausschuss geschehen. Dazu sollen auch Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde und des Planungsbüros eingeladen werden.

Kritik an Kostenkalkulation

Die Planer wurden von der vorhergehenden Hauptausschusssitzung wieder ausgeladen. Dies begründete der Stadtverordnetenvorsteher Roland Petri (SPD) am 13. Januar damit, dass die Mehrheit der Stadtverordneten dies ebenso wünsche, wie das Absetzen von der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung. Die Entwicklung könne er nicht nachvollziehen, sagte der Christdemokrat Stefan Runzheimer, schließlich sei das Thema schon einmal in den Ausschüssen beraten worden.

Es geht um die Sanierung des in den 1970er-Jahren gebauten Kindergartens in dem Gladenbacher Stadtteil. Die Kosten für die Dach- und Fassadensanierung schätzt ein Wettenberger Architekt auf rund 585.000 Euro. Diese Summe zweifelt vor allem Helmut Brück von den Freien Wählern an, meint, die Sanierung sei für weit weniger Geld – etwa die Hälfte – möglich.

Stadt muss 60 Prozent übernehmen

Der Knackpunkt für die Stadt ist der Betriebsvertrag mit der Kirche, der vorsieht, dass die Stadt 60 Prozent der Sanierungskosten tragen muss. Das wären rund 351.000 Euro.

Christdemokrat Marc Bastian kritisierte jedoch schon vor der Sitzung, dass sich Brück als pensionierte Architekt das Recht anmaße, jede von der Stadt an ein Fachbüro vergebene Planungsleistung zu hinterfragen.

Damit sich die Ausschussmitglieder ein besseres Bild über die Schäden machen können, gab es die Anregung, die gemeinsame Sitzung bei Tageslicht vor Ort anzusetzen. Ob diese angenommen wird, steht noch nicht fest.

von Silke Pfeifer-Sternke
 und Gianfranco Fain

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