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Hinterland Kirschenmarkt und Grenzgang: Ausfall droht
Landkreis Hinterland Kirschenmarkt und Grenzgang: Ausfall droht
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20:00 18.03.2020
Der Wettläufer läutete vor sieben Jahren den Gang über die Grenze in Buchenau ein . Quelle: Foto: Benedikt Bernshausen
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Hinterland

Zwei große Volksfeste stehen seit langem auf dem Terminkalender dieses Jahres fest: Der jährlich stattfindende Kirschenmarkt in Gladenbach und der nur alle sieben Jahre organisierte Grenzgang im Dautphetaler Ortsteil Buchenau. An beiden Volksfesten nehmen erfahrungsgemäß bis zu Hunderttausende Menschen aus nah und fern teil. Doch ob beide Volksfeste dieses Jahr im Zeichen der Corona-Pandemie stattfinden, steht derzeit in den Sternen.

So erwägt der Vorstand des Grenzgangvereins Buchenau, das alle sieben Jahre stattfindende historische Heimatfest auf das nächste Jahr zu verschieben. Bürgeroberst Mark Noll erklärt, dass der Grenzgangverein mit den zuständigen Fachabteilungen des Landkreises und der Gemeinde Dautphetal in Kontakt ist und auch mit den Vertragspartnern spricht. Denn eigentlich sind die Vorbereitungen für das Fest vom 9. bis 13. Juli schon auf der Zielgeraden – alles ist vorbereitet. Aber: „Das Engere Komitee wartet ab, welcher Bescheid oder welche Verfügung von offizieller Seite kommt. Dann werden wir abschließend entscheiden“, sagt Noll.

Der Vorstand des Grenzgangvereins sei sich der Verantwortung bewusst, und es wäre eine bittere Entscheidung für die Einwohner des Dorfes, falls der Grenzgang um ein Jahr verschoben werden müsste. „Schließlich feiern wir das Fest schon seit Generationen in einem Abstand von sieben Jahren“, erklärt Bürgeroberst Mark Noll.

„Unser Herz hängt am Grenzgang, und wenn wir wirklich wegen Corona verschieben müssten, wäre das extrem schade für alle“, fügt Noll an, und verspricht: „Verschoben ist nicht gleich aufgehoben. Wir informieren die Öffentlichkeit unverzüglich, sobald wir eine Entscheidung getroffen haben.“

Keine Kirschenmarkt-Krise

Wie es in Buchenau weitergeht, bleibt ebenso spannend wie in Gladenbach. Auch dort sind die Vorbereitungen für den Kirschenmarkt schon weit gediegen, doch von Nervosität keine Spur.

„Wir gehen derzeit davon aus, dass der Kirschenmarkt stattfindet“, sagt Bürgermeister Peter Kremer. Aber: „Es hängt auch von der Entwicklung und der Ausdehnung der Corona-Pandemie ab. Man wird manchmal von der Entwicklung überrollt. Ende April wissen wir mehr.“

Bis zum 10. April gilt eine Allgemeinverfügung des hessischen Sozialministeriums, die Veranstaltungen mit mehr als 1 000 Teilnehmern untersagt. Was danach kommt, weiß noch niemand, bisher gilt also, dass der Kirschenmarkt vom 2. bis 5. Juli stattfindet.

Dafür lagen der Stadt 166 Bewerbungen von Betreibern von Fahrgeschäften und Imbissbuden vor, 44 Schausteller erhielten eine Zusage. Auf dem Rummelplatz baut diesmal Sascha Kalbfleisch aus Bad Wildungen seinen Autoscooter „Speedway“ auf. Weitere Fahrgeschäfte sind das „Take Off“ von Sebastian Ruppert aus Bad Wildungen, der „Musik Express“ der Kölner Schaustellerfamilie Schoeneseifen, eine 35 Meter lange „Euro-Rutsche“, ein großer Losverkäufer und Kinderkarussells. Die Platzverteilung auf dem Marktgelände nimmt wie gewohnt Generalpächter Konrad Ruppert aus Bad Wildungen etwa zwei Monate vor dem Fest vor. Nach der Amokfahrt von Volkmarsen muss die Stadt eventuell noch weitere Sicherheitsvorkehrungen treffen. Bisher gibt es nur eine kleine Änderung im Sicherheitskonzept: Es wird neben dem Taxi-Stand an der Teichstraße einen zusätzlichen in der Ferdinand-Köhler-Straße geben. Die im Vorjahr vergrößerte Personalzahl des Sicherheitsdienstes wird ob der Vorkommnisse in den vergangenen Jahren beibehalten.

Genauso ungewiss wie der Kirschenmarkt ist derzeit auch, ob die Fußball-Europameisterschaft stattfindet. Derzeit sieht es nach einer Verschiebung aus. Findet sie aber wie geplant statt und die deutsche Fußball-Nationalmannschaft erreicht das Viertelfinale, gibt es im Kirschenmarkt-Festzelt wieder ein „Rudelgucken“.

Das könnte dazu führen, dass sich die Wahl der Kirschenkönigin nach hinten verschiebt, sollte die Nationalelf am Freitag um 18 Uhr spielen. Spielt die Nationalmannschaft dagegen erst um 21 Uhr, so würde die Wahl der Kirschenkönigin eine Stunde früher als üblich um 19 Uhr beginnen.

Von Gianfranco Fain

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