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Hinterland Es geht wieder um die Wurst
Landkreis Hinterland Es geht wieder um die Wurst
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14:57 24.05.2021
Daumen hoch für das Kirschenmarkt-Frühstück: Norbert Becker (von links), Oliver Wilhelm und Ralf Lüttebrandt vom Männergesangverein Gladenbach freuen sich darüber, dass es am 3. Juli wieder heißt: „Es geht um die Wurst“.
Daumen hoch für das Kirschenmarkt-Frühstück: Norbert Becker (von links), Oliver Wilhelm und Ralf Lüttebrandt vom Männergesangverein Gladenbach freuen sich darüber, dass es am 3. Juli wieder heißt: „Es geht um die Wurst“. Quelle: Foto: Michael Tietz
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Gladenbach

Das große Volksfest fällt im zweiten Jahr in Folge der Corona-Pandemie zum Opfer. Auf eine lieb gewordene und vor allem schmackhafte Tradition brauchen die Bürger am ersten Juli-Wochenende aber nicht zu verzichten: Das Kirschenmarkt-Frühstück des Männergesangvereins (MGV) findet statt. Die Initiatoren bieten einen Abhol- und Lieferservice an. „Es geht um die Wurst“ lautet am 3. Juli das Motto. Ohne das Coronavirus hätte es an diesem Tag ein zünftiges Frühstück im Kirschenmarkt-Festzelt mit mehr als 1 000 Besuchern gegeben. 31 Mal richtete der MGV Gladenbach diese Veranstaltung aus. „Wir wollen diese Tradition nicht einschlafen lassen“, betont Norbert Becker vom Organisationsteam.

Die Idee, ein Kirschenmarkt-Frühstück in der To-go-Variante anzubieten, entstand bereits im vergangenen Jahr. Damals konnten die Sänger die Aktion aber nicht auf die Schnelle umsetzen. Kirschenmarkt-Fans wurden daraufhin selbst kreativ.

Die selbst gemachten Wurst- und Käsespezialitäten der Sänger werden stets auf einer schmucken Unterlage aus Holz serviert. Die Brettchen sind mit dem Emblem des MGV Gladenbach sowie der Jahreszahl bedruckt und bei Sammlern sehr begehrt. „Einige Familien griffen deshalb selbst zum Lötkolben und verzierten sich ihre Brettchen“, erzählt Oliver Wilhelm, zweiter Vorsitzender des Männergesangvereins. Fotos von diesen Unikaten kursierten anschließend in den sozialen Netzwerken.

Nachdem die Stadt auch den Kirschenmarkt 2021 abgesagt hatte, starteten die Sänger mit den Vorbereitungen für ihr neues Frühstücksangebot. Dies wird am Samstag, 3. Juli, über die Bühne gehen. Ordnungs- und Gesundheitsamt haben dafür ihr Okay gegeben. „Wir werden natürlich alle bekannten Corona-Schutzbestimmungen einhalten“, betont MGV-Vorsitzender Ralf Lüttebrandt.

Aus Hygienegründen dürfen die Sänger die Wurst diesmal nicht selbst herstellen. Dies übernimmt eine heimische Metzgerei, mit der der Verein schon seit Jahren zusammenarbeitet. Ihr übermittelt der MGV dann Mitte Juni die genaue Zahl der benötigten Mengen an Blut- und Leberwurst sowie der geräucherten Roten Wurst.

„An der Qualität und am Preis ändert sich nichts“, stellt Lüttebrandt klar. „Die drei Wurstsorten werden nach unseren bewährten Rezepturen hergestellt“, erklärt Becker. Zwei Möglichkeiten haben die Bürger, sich mit dem Kirschenmarkt-Frühstück einzudecken. Für beide gilt: nur mit Vorbestellung bis zum 10. Juni. Ohne Wenn und Aber. Der MGV braucht Planungssicherheit und will keinesfalls auf einer Vielzahl an nicht abgeholten Frühstückstüten sitzen bleiben.

Die Kuriere des Gesangvereins liefern einige am 3. Juli ab 8 Uhr aus. Dieser Service richtet sich an Gewerbetreibende und Bürger, die die Portionen nicht selbst abholen können. Die offizielle Ausgabestelle wird auf dem Marktplatz eingerichtet und ist von 9 bis 11 Uhr geöffnet.

Dort gelten bestimmte Corona-Schutzregeln. Oberste Devise ist: Abstand halten und Maske tragen. Die Besucher werden an der Kasse vorbeigeführt und über zwei Laufstraßen zur Ausgabe ihres bestellten Frühstücks geleitet. Die Wege sind mit Flatterband markiert, um Begegnungen zu verhindern.

Die Hygienevorgaben sehen außerdem vor, dass die Blut- und Leberwurst als Portionsware in die Frühstückstüten wandert und nicht wie bisher Stück für Stück von den Küchenhelfern abgeschnitten wird. Wurst, Brot und Gurke werden in einer großen Tüte verpackt. Die enthält dann auch das Holzbrettchen. Darauf befindet sich neben dem bekannten Logo des Kirschenmarkt-Frühstücks und der Jahreszahl 2021 auch der Schriftzug „Trotz Corona“.

Die Frühstücksportion kostet wie bisher sieben Euro. Das Organisationsteam bittet darum, dass beim Lieferservice wie auch an der Abholstation auf dem Marktplatz mit abgezähltem Geld bezahlt wird. Aber: „Corona-bedingt müssen wir diesmal leider auf die Käseplatte verzichten“, erklärt Oliver Wilhelm.

Nach der langen Zwangspause will der MGV mit der Aktion auch Imagewerbung betreiben. „Uns ist es wichtig, dass wir wieder ins Gespräch kommen. Wir möchten zeigen: Wir sind wieder da!“, betont Wilhelm.

Der Verein hat das erste Werbeplakat auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht und bereits viele positive Rückmeldungen und Bestellungen erhalten. „Das nimmt jetzt richtig Fahrt auf. Wir hoffen, dass das Frühstück gut angenommen und bestellt wird“, sagt Oliver Wilhelm.

Von Michael Tietz

24.05.2021