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Hinterland Kfz-Zulassungsstelle bereitet Sorgen
Landkreis Hinterland Kfz-Zulassungsstelle bereitet Sorgen
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11:57 23.07.2020
Die Kfz-Zulassungsstelle in Biedenkopf ist nach wie vor Corona-bedingt geschlossen. Quelle: Susan Abbe
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Biedenkopf

Dass die Kfz-Zulassungsstelle in Biedenkopf Corona-bedingt noch immer geschlossen ist, bereitet dem Biedenkopfer Bürgerblock (BB) Sorge.

Michael Miss, BB-Fraktionschef im Biedenkopfer Parlament, befürchtet, dass diese Außenstelle der Kreisverwaltung womöglich auch nach der Krise dauerhaft geschlossen bleiben soll. Der Landkreis hat solche Befürchtungen bisher als unbegründet zurückgewiesen.

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Der BB ruft die Hinterland-Kommunen trotzdem auf, sich für die schnelle Wiedereröffnung der Biedenkopfer Kfz-Zulassungsstelle einzusetzen. „Die im Rahmen der Corona-Pandemie angeordnete Schließung der Kfz-Zulassungsstelle in Biedenkopf hat in den letzten Wochen zu wachsendem Unmut und zahlreichen Beschwerden, sowohl von Privatpersonen, als auch bei örtlichen Kfz-Händlern und Gewerbetreibenden im Hinterland geführt“, teilt Miss mit.

Die Hinterländer müssten nun 70 bis 80 Kilometer fahren, um in Marburg „einen einfachen Verwaltungsvorgang“ – Zulassung, Ab- oder Ummeldung eines Fahrzeugs oder Änderungen am Führerschein – zu erledigen. „Aus ökologischer Sicht äußerst fragwürdig und keinesfalls ein Zeichen für eine bürgernahe und kundenfreundliche Verwaltung“, kritisiert der Bürgerblock. „Dies betrifft nicht nur die Stadt Biedenkopf, sondern alle Kommunen im Hinterland.“

BB sieht Chancen für Hygienekonzept

Den Bürgern und dem Kfz-Gewerbe werde zeitlicher und organisatorischer Mehraufwand aufgebürdet. „Gerade von Kfz-Betrieben, die sich im Moment sowieso in einer schwierigen Situation befinden, sind immer wieder Klagen aufgrund der Wartezeiten für einen Termin zu hören.“ Die Öffnung der Biedenkopfer Außenstelle wäre für sie eine enorme Hilfe.

Der Bürgerblock bezweifelt, dass es nicht möglich ist, die geltenden Corona-Auflagen auch in der Biedenkopfer Kfz-Zulassungsstelle umzusetzen. Mit entsprechenden organisatorischen Vorgaben – unter anderem vorherige Terminvereinbarung, ausreichender zeitlicher Abstand zwischen den Terminen, Markierung von Abstandsflächen im Wartebereich – sei auch in den Räumen in Biedenkopf ein Betrieb unter Pandemie-Bedingungen darstellbar.

Schließung „schlichtweg nicht nachvollziehbar“

„Da die Räume der Zulassungsstelle über zwei separate Ein- und Ausgänge verfügen, wäre sogar eine Einbahnstraßenregelung möglich“, sagt Miss. „Selbst unter ungünstigsten räumlichen Bedingungen haben es heimische Unternehmen und Gewerbetreibende geschafft, funktionierende Hygienekonzepte zu erstellen, die ihnen eine Wiedereröffnung ihres Betriebs ermöglicht haben. Hierzu sollte auch der Landkreis unter den gegebenen räumlichen Voraussetzungen in der Lage sein.“

Zudem seien die Infektionszahlen im Kreis seit Wochen auf sehr niedrigem Niveau. „Angesichts der ­äußerst positiven Entwicklung der letzten Wochen auf nicht gegebene infektiologische Voraussetzungen zu verweisen, ist schlichtweg nicht nachvollziehbar“, sagt Miss. Und: „Es entsteht hier der Eindruck, als ob man im Zuge der Corona-Krise versuchen möchte, die Kfz-Zulassungsstelle komplett zu schließen.“ Miss verweist dabei darauf, dass in der Vergangenheit bereits das Gesundheits- und das Bauamt komplett nach Marburg verlegt wurden.

Miss regt an: „Aus Gründen der Risikoreduzierung wäre es sogar sinnvoll, die Zulassungsstelle in Biedenkopf wieder zu eröffnen. Im Falle einer Corona Infektion in der Zulassungsstelle in Marburg wäre dadurch eine sofortige Alternative verfügbar.“

Von Susan Abbe