Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland Fußballer bringen Plätze für 230 000 Euro in Schuss
Landkreis Hinterland Fußballer bringen Plätze für 230 000 Euro in Schuss
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:58 28.08.2020
Stippvisite am Sportplatz in Runzhausen: Vertreter des Jugendausschusses und der Verwaltung erhielten von Vorstandsmitgliedern des SSV Allna-Ohetal Informationen zur Modernisierung des Hartplatzes.
Stippvisite am Sportplatz in Runzhausen: Vertreter des Jugendausschusses und der Verwaltung erhielten von Vorstandsmitgliedern des SSV Allna-Ohetal Informationen zur Modernisierung des Hartplatzes. Quelle: Foto: Michael Tietz
Anzeige
Sinkershausen

Der Spur des Geldes folgte der Gladenbacher Ausschuss für Jugend und Sport. Die Parlamentarier wollten wissen, was der SSV Allna-Ohetal mithilfe der beiden städtischen Zuschüsse umsetzen konnte. Die Fußballer brachten für knapp 230 000 Euro ihre beiden Sportanlagen in Schuss.

Wildschweine waren Ende 2018 über den Rasenplatz in Sinkershausen hergefallen. „Am Ende wurde ein richtig großer Akt daraus, der Platz war nicht mehr bespielbar“, fasste Ausschuss-Vorsitzender Werner Rotter (Grüne) die Schadenslage zusammen.

Deutliche Worte fand auch SSV-Vorsitzender Hermann Koch: „Es war ein Desaster, wir standen vor einem verwüsteten Fußballplatz.“ Mit einer einfachen Sanierung der Spielfläche war es nicht mehr getan. Der Sportverein entschloss sich dazu, den Platz komplett neu aufzubauen – mit viel Eigenleistung. „Wenn alles fertig ist, haben wir 3 000 Arbeitsstunden geleistet“, betonte Koch. Knapp 230 000 Euro investierten die Fußballer in ihre beiden Bauprojekte. Denn um den Spielbetrieb aufrecht erhalten zu können, musste auch der Hartplatz in Runzhausen wieder flott gemacht werden. Fürs Training reichte die Anlage noch aus, Meisterschaftsspiele konnte dort allerdings nicht mehr ausgetragen werden. 480 Tonnen Sand waren nötig, um die Spielfläche zu nivellieren.

Auf dem hergerichteten Hartplatz kicken jetzt auch die Fußballerinnen des SV „Kickers“ Erdhausen. Ihre Heimstätte wird derzeit in einen Kunstrasenplatz umgebaut. Die Teams des SSV Allna-Ohetal wollen Runzhausen auch künftig als Ausweichquartier für Training und Spiele nutzen – wenn der neue Rasenplatz in Sinkershausen wetterbedingt nicht bespielbar ist.

Die Stadt Gladenbach gewährte den Fußballern zwei Zuschüsse über jeweils 20 000 Euro und stellte dem Sportverein außerdem vorübergehend einen Container zur Verfügung. Dieser steht derzeit noch am Sportplatz in Runzhausen, soll künftig aber der Feuerwehr in Diedenshausen dienen.

Um künftig Kosten für die Bewässerung des Rasenplatzes zu sparen, baute der SSV in Sinkershausen auch eine Zisterne. Diese wird mit dem Wasser aus den rund 1 000 Meter langen Rohren der Drainage gespeist. Außerdem fängt die Anlage das Hangwasser auf. „Auch im heißesten Sommer ist die Zisterne nach drei Tagen mit acht bis zehn Kubikmeter Wasser gefüllt“, sagte Hermann Koch. Diese Menge reicht aus, um zumindest ein Drittel des Platzes bewässern zu können.

Helfer bauen neue Ballfangnetze auf

Mit etwas Sorgen blickten die Fußballer anfangs auf den frisch eingesäten Rasen. Dort sei in den ersten vier Wochen fast nur Unkraut erkennbar gewesen. „Das Gras wächst nun aber ganz gut“, stellte Koch zufrieden fest. Wenn es das Wetter zulässt, könnte der SSV in diesem Jahr vielleicht noch ein oder zwei Spiele auf dem neuen Platz austragen. „Ansonsten warten wir bis zum nächsten Frühjahr“, so der Vorsitzende. Zuvor wollen die Helfer noch die neuen Ballfangnetze und Tore sowie den 330 Meter langen Handlauf als Abgrenzung zum Spielfeld aufstellen.

Echte „Baukunst“ gibt es nach Einschätzung von Ortsvorsteher Klaus Bartnik sogar am Sinkershäuser Sportgelände zu sehen: „Der 370 Meter lange Zaun sieht professionell aus und wertet diesen Platz auf.“ Beeindruckt hat Bartnik außerdem die große Spendenbereitschaft. Fast 50 000 Euro erhielt der SSV von Fußballfreunden aus Sinkershausen und den Nachbarorten für sein Bauvorhaben.

„Es hat sich auf alle Fälle gelohnt, hierher zu kommen. Sie haben ökonomisch gewirtschaftet“, sagte Ausschuss-Vorsitzender Werner Rotter zum Abschluss der Besichtigungstour an die Adresse der anwesenden Vorstandsmitglieder des Sportvereins.

Von Michael Tietz

28.08.2020
27.08.2020