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Hinterland Geschichten über "Pralles Leben"
Landkreis Hinterland Geschichten über "Pralles Leben"
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14:00 21.08.2019
Frank P. H. Vogel arbeitet mit Musikerkollegen an einem neuen Projekt: Das deutschsprachige ­Musiktheater „Pralles Leben“ feiert am 31. August Premiere in Bad Endbach.  Quelle: Michael Tietz
Bad Endbach

Seit anderthalb Jahren arbeiten „Jester’s Playground“ an dem ­Musiktheater. Den Anschub lieferte ihr im September 2017 veröffentlichtes Album „Glück“. Neben dem sonst irisch geprägten Repertoire befinden sich darauf auch drei deutschsprachige Songs. „Wir haben unheimlich ­viele positive Rückmeldungen auf die deutschen Texte bekommen“, erzählt Frontmann Frank P. H. Vogel.

Diese nahm Band-Techniker Carsten Wackernagel zum Anlass, den Musikern einen Denkanstoß für ein neues Projekt zu liefern: Sie könnten doch einmal eine Geschichte rund um die Songs erzählen. „Die Idee geisterte dann eine Zeitlang durch unsere Köpfe“, erinnert sich Vogel. Schlagzeuger Marco Meister griff sie schließlich auf. Sein Vorschlag: eine Nummer komplett mit deutschen Texten machen.

Eine ansprechende Verpackung musste her

Die drei Lieder der „Glück“-CD sollten eingebaut werden. „Irgendwann hat uns ­diese Idee nicht mehr losgelassen. Und dann habe ich tatsächlich angefangen, weitere deutsche Songs zu schreiben“, erzählt Vogel. 17 neue Stücke sind es
geworden. Eine Herausforderung, gesteht der Sänger und Gitarrist. Denn: „Die deutsche Sprache ist in der Musik nicht immer einfach.“ Schnell könne es kitschig klingen.

Für ihr neues Projekt ­holte sich die Band Verstärkung in Person von Thorsten Klopfstein. „Ein begnadeter Gitarrist“, lobt Vogel. Nebenbei habe sich eine „breite Stimmgewalt“ heraus­kristallisiert. Gesangparts übernehmen nun alle Musiker: Frank Vogel und ­Thorsten Klopfstein, Michael Horber (Klavier, Keyboard, Trompete), ­Matthias Grebe (Bass), Marco ­Meister (Schlagzeug). Eine ­maßgebliche Rolle kommt auch Carsten Wackernagel zu.

Er ist für techni­sche Umsetzung und künstlerische Beratung verantwortlich. Die neuen deutschen Songs reichten allerdings noch nicht für ein Bühnenstück. Eine ansprechende Verpackung musste her. „Dafür haben wir uns einen Abend in eine Gaststätte gesetzt und unsere Gedanken spielen lassen“, berichtet Vogel. In ­ihren Songs greifen die Musiker Geschichten auf, die auch Menschen in der Kneipe erzählen könnten.

Es geht um Begebenheiten, die dort oder drumherum passieren. „Also Geschichten, die tief im Leben verankert sind“, sagt Vogel. Es geht um Glück und Leid. „Und auch darum, wie wir Gegenwart erleben. Wir wünschen uns, dass unsere Kinder nicht von einer rechten Welle überrollt werden und dass sie auch in der Zukunft ein lebenswertes Leben haben“, sagt der Sänger.

Termine und Eintrittskarten

Alle Vorstellungen beginnen um 20 Uhr.

  • Premiere: Samstag, 31. August, im Bürgerhaus Bad Endbach, Herborner Straße 1, Einlass ab 19.30 Uhr.
  • 19. Oktober im „BeZett“ in Sinn, Jahnstraße 1.
  • 16. November im Bürgerhaus Fronhausen/Lahn, Bergstraße 1.

Die Tickets gibt es online unter www.pralles-leben.com oder in der Tourist-Information in Bad Endbach, Am Bewegungsbad 2. Eintrittskarten kosten im Vorverkauf 7 Euro (ermäßigt 4 Euro), an der Abendkasse jeweils ein Euro mehr.

Um den Titel des Musiktheaters hätten die Musiker lange gerungen. „Irgendwann sind wir bei ,Pralles Leben‘ hängengeblieben. Denn genau darum geht’s doch: Um das Leben in all seinen Facetten.“ Und genau diese Geschichte wird Horst, die Hauptfigur des Stücks, in seiner Kneipe erzählen. Horsts Traum, dem beschaulichen Hinterland zu entfliehen, Rock-Idol und Szene-Kneipen-Besitzer zu werden, erfüllt sich nicht ganz.

Aber 20 Jahre in einer Rockband bringen doch die eine oder andere Geschichte zwischen Sex-Symbol, Windeln und Tour-Bus zu Tage. „Pralles Leben ist ein Stück für die ganze Familie“, sagt Vogel. Während Songs und Geschichte entstanden, suchten sich Musiker und Techniker weitere Förderer und Schauplätze für die Aufführungen.

In Bad Endbachs Bürgermeister Julian Schweitzer und Fronhausens Bürgermeisterin Claudia Schnabel habe man Unterstützer gefunden, erzählt Vogel. Auf der Suche nach einem weiteren Spielort sei man dann in Sinn fündig geworden.
„Wir machen das Ganze aus Spaß und wollen kein Geld daran verdienen“, betont Vogel. Jeder Musikinteressierte solle sich einen Besuch leisten können.

Rund zwei Stunden ­inklusive Pause dauert die Aufführung von „Pralles Leben“. Die Proben biegen auf die Zielgerade ein. Die Geschichte bekommt nun ihren Feinschliff. Trotz der Anspannung vor der ­Premiere kommt dabei auch der Spaß nicht zu kurz. „Die Jungs haben mir freudestrahlend berichtet, dass sie endlich mal nicht nachlesen müssen, was ich da singe“, erzählt Vogel und lacht.

von Michael Tietz