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Hinterland Nutzen Postfahrzeuge Solarstrom?
Landkreis Hinterland Nutzen Postfahrzeuge Solarstrom?
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16:00 14.01.2022
Während die Fotovoltaikanlagen der Lahn-Dill-Bergland-Energie auf dem ersten erworbenen Grundstück des Interkommunalen Gewerbeparks Salzbödetal schon Strom produzieren, sollen die Module auf der benachbarten zweiten Fläche im Februar aufgestellt werden.
Während die Fotovoltaikanlagen der Lahn-Dill-Bergland-Energie auf dem ersten erworbenen Grundstück des Interkommunalen Gewerbeparks Salzbödetal schon Strom produzieren, sollen die Module auf der benachbarten zweiten Fläche im Februar aufgestellt werden. Quelle: Foto: Gianfranco Fain
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Mornshausen/S

Die Flächen des Interkommunalen Gewerbepark Salzbödetal (IGS) sind ausverkauft. Für das Veräußern des letzten Grundstücks zum Festpreis gab die Verbandsversammlung während der letzten Sitzung im vergangenen Jahr dem Geschäftsführer freie Hand, Lars Plitt meldet den Vertretern der Kommunen Bad Endbach, Gladenbach und Lohra nun am Dienstag (11. Januar) den Vollzug. Ein Betrieb für Fensterbau, die Vedat Bauelemente aus Gladenbach, erhielt den Zuschlag für die 6.127 Quadratmeter große Fläche, nachdem ein weiterer Interessent aus der Kirschenmarktstadt abgesagt hatte.

Die Mitglieder der Verbandsversammlung müssen bei der Sitzung in der nächsten Woche aber über ein weiteres Grundstücksgeschäft befinden. Diese Fläche veräußerte der Verband schon vor Jahren an einen Bauunternehmer aus Lohra. Der wollte darauf ursprünglich eine Halle errichten, um einen Baustoffhandel zu betreiben. Um die rund 12.600 Quadratmeter große Fläche bebaubar zu machen, schüttete die Firma Michel das Gelände auf. Wegen der erreichten Höhe der Modellierung und auch wegen Bedenken zum abgeladenen Material erreichte den Verband viel Kritik aus dem Gladenbacher Stadtteil Mornshausen.

Es soll ein ­Postverteilzentrum mit 20 Rampen entstehen

Nach der Aufschüttung bot der Bauunternehmer dem Verband den Rückkauf des Grundstücks an. Zur Begründung gab er an, dass die Fläche wegen der zum Absichern des Geländes benötigten Böschung nun zu klein für sein Bauprojekt sei. Der Vorstand lehnte das Angebot ab, um dem Verband nicht die Haftung für die Aufschüttung aufzubürden.

Nun hat der Unternehmer aus Lohra einen Käufer für das Grundstück gefunden, dem Eigentümerwechsel muss die Verbandsversammlung aber zustimmen. In dem Gremium dürfte die Weiterveräußerung mit Gewinn erneut zu Diskussionen führen wie in der Dezembersitzung, als es um ein ähnliches Geschäft des zweiten Tiefbauunternehmens aus Lohra ging. Die Argumente dürften die gleichen sein: Ohne Aufschüttungen sind die Grundstücke nicht zu bebauen; der Verband darf diese wirtschaftliche Tätigkeit nicht ausführen, das Haftungsrisiko soll vermieden werden. Laut Geschäftsführer Lars Plitt ist mit dem Eigentümer keine Gewinnabschöpfung im Falle des Weiterverkaufs vereinbart.

Plitt zufolge will die Deutsche Post AG auf dem Grundstück ein Postverteilzentrum errichten, um hauptsächlich Pakete umzuschlagen. Den ersten Entwürfen zufolge sind am Gebäude zwei Anlieferrampen für Lastwagen vorgesehen sowie 18 Rampen für kleinere Verteilfahrzeuge. Da diese E-Skooter elektrisch betrieben sein werden, ist auch daran gedacht, Fotovoltaikmodule auf das Hallendach zu platzieren.  

Im März soll die Anlage betriebsbereit sein   

Sollte die gewonnene Energie nicht ausreichen, könnte sich die Post den Strom von der Lahn-Dill-Bergland-Energie liefern lassen. Das heimische Versorgungsunternehmen errichtet derzeit den zweiten Teil seines Solarparks im IGS. Laut Geschäftsführer Thomas Reuter sind die Aufschüttungen des Grundstücks beendet und am Ende des Monats sollen die ersten Fotovoltaikanlagen aufgestellt werden. Im März soll die Anlage betriebsbereit sein und wenn im April der Transformator steht, könne Strom in das Netz eingespeist werden. Der Mitte 2020 eingeweihte erste Teil lieferte im ersten vollen Betriebsjahr 2021 rund 800 Megawatt Strom, sagt Reuter. Dieses Ergebnis übertraf den prognostizierten Ertrag um 15,4 Prozent, ergänzt der Geschäftsführer.

Auf solche Zahlen kann die „MachWas Energiegenossenschaft“ derzeit nur hoffen. Die Genossenschaft stellt am anderen Ende des Gewerbeparks, wo Aufschüttungen nicht erforderlich sind, ebenfalls einen Solarpark auf. Die Bauvorbereitungen seien beendet, am heutigen Freitag beginne die Bauphase, erklärt Alexander Michael Sasse vom Vorstand der Genossenschaft. Das Ziel ist ebenso weit entfernt wie für den anderen Solarpark und genauso wetterabhängig. Bleibe es trocken, könne die Anlage Ende März betriebsbereit sein. Es fehlen dann noch der eigene Transformator und die Zertifizierung, bevor Strom eingespeist werden kann.

In die Bürgersolaranlage investiert die Genossenschaft laut Sasse „deutlich mehr als eine Million Euro“. Zwar sei die Zeichnungsfrist schon beendet, aber noch könne eine begrenzte Anzahl an Mitgliedern aufgenommen werden, fügt Sasse an.

Von Gianfranco Fain

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