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Hinterland 46 Mitarbeiter erhalten Kündigungen
Landkreis Hinterland 46 Mitarbeiter erhalten Kündigungen
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10:55 31.12.2020
Bitteres Fest für 46 ehemalige Mitarbeiter der Firma Heck + Becker: Ihnen musste aufgrund des im Januar beginnenden Eigenverwaltungsverfahrens noch vor Weihnachten die Kündigung mitgeteilt werden. Quelle: Sascha Valentin
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Dautphe

46 Mitarbeiter der Firma Heck + Becker in Dautphe werden dieses Weihnachtsfest mit gemischten Gefühlen erlebt haben: Das Unternehmen hatte ihnen kürzlich mitgeteilt, ihnen im Zuge seiner Sparmaßnahmen kündigen zu müssen.

Diese Botschaft sei an sich schon bitter, gibt Dr. Gordon Geiser zu, der die Restrukturierung bei Heck + Becker leitet und die Betroffenen über die Kündigung informieren musste. Und der Zeitpunkt so kurz vor dem Fest verstärke diese Empfindung sicherlich noch einmal. „Aber leider gab es verfahrensbedingt keine andere Möglichkeit“, ergänzt der Berliner Anwalt.

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Denn zum 1. Januar beginnt für das Werkzeugbauunternehmen das Eigenverwaltungsverfahren, das zum Ziel hat, die aus dem Gleichgewicht geratenen Finanzen zu sortieren und wieder auf eine solide Basis zu stellen. Dazu gehöre es aber auch, einen Plan vorzulegen, wie die Umstrukturierung aussieht, erklärt Geiser.

Ziel: Finanzen auf solide Basis stellen

Generell gebe es zwei Möglichkeiten, Kosten zu sparen: Bei Material und Personal. Leider sei das beim Material nur bedingt möglich, weil dessen Preise von anderen Faktoren beeinflusst würden. Damit bleibe einem Unternehmen letztlich nur übrig, an der Schraube für die Personalkosten zu drehen. „Das wurde aber auch von Anfang an allen Beteiligten so kommuniziert, und es gab umfangreiche Gespräche und Verhandlungen mit dem Betriebsrat“, erläutert Gordon Geiser.

Dabei hätten die Mitarbeiter auch deutlich gemacht, dass sie sich Klarheit über ihre Zukunft erhofften – auch wenn das schmerzhaft sei. „Aus diesem Grund habe ich mich auch für diese sicherlich bittere Art entschieden und allen Betroffenen innerhalb eines Tages ihre Kündigung mitgeteilt“, erklärt Geiser. Aber so seien alle gleich behandelt worden und niemand habe mit dem ungewissen Gefühl leben müssen, ob es ihn vielleicht auch noch treffe.

„So schmerzhaft diese Kündigungen auch sind – sie bedeuten auf der anderen Seite aber auch, dass über 100 Arbeitsplätze gesichert werden können“, betont Geiser. In Absprache mit dem Betriebsrat sei den Gekündigten zudem ein Sozialpaket angeboten worden, das auch die übergangsweise Beschäftigung in einer Transfergesellschaft beinhaltet. „Über 90 Prozent der Betroffenen haben das auch angenommen“, sagt Geiser. Sie können bis zu zwölf Monate in der Transfergesellschaft beschäftigt werden.

Von Sascha Valentin