Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland Unmut regt sich in Herzhausen
Landkreis Hinterland Unmut regt sich in Herzhausen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 11.05.2020
Die aufgehende Sonne steht in einem Windpark hinter einem Windrad im Landkreis Peine in Niedersachsen. In Herzhausens Bevölkerung regt sich Unmut gegen die neuen Pläne eines Projektierers Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Anzeige
Herzhausen

Die Interessengemeinschaft Franzosendrusch und auch der Ortsbeirat Herzhausen fordern von der Firma PNE „eine transparente Öffentlichkeitsarbeit, die nicht durch virtuelle Formate ersetzt wird“.

Auslöser dieser Forderung ist die „heimliche Vorgehensweise“ des Projektieres aus Norddeutschland, der „still und leise auf der Windvorrangfläche 3123 einen Windpark plant“. So sehen es Tobias Weber und Maik Zück von der IG Franzosendrusch.

Anzeige

Im vorigen Jahr erfuhren Mitglieder der IG, dass Planungen laufen und schauten genauer hin, denn es gebe in der Region schon genug Windräder und jeder könne sich zum Beispiel am Hilsberg anschauen, welche enormen Schäden durch den Bau der Windkraftanlagen entstünden. Anders als noch vor sieben Jahren, als eine Genossenschaft entstehen sollte um auf dem Kalten- und Dusenberg Windräder zu errichten, sei die Akzeptanz im Ort geringer, denn nun würden wenige statt der Allgemeinheit profitieren.

Daran ändere auch die von PNE in Aussicht gestellte Bürgerbeteiligung nichts. Der Projektierer habe 200 000 Euro als Spende für einen Förderverein oder eine Stiftung in Aussicht gestellt, um so eine Bürgerbeteiligung zu erreichen. Andere Möglichkeiten wären eine Art Genossenschaft oder ein sogenanntes Bürgersparbuch. Das Dorf brauche das Geld nicht, meinen Weber und Zück, denn es habe bereits ein neues Dorfgemeinschaftshaus und ein Schwimmbad.

IG will Wald als Erholungsgebiet erhalten

Stattdessen möchte die IG den Wald als stark frequentiertes Naherholungsgebiet erhalten. Sie stört auch, dass es keine echte Genossenschaft geben wird und für die Öffentlichkeit keine Informationsveranstaltungen. Die angekündigten Informationen fielen den Restriktionen der Corona-Pandemie zum Opfer, stattdessen gab es ein Informationsseite im Gemeindeblättchen, als die Planungen schon sehr weit fortgeschritten waren.

Die Befürchtung ist, dass die Corona-Pandemie die Gelegenheit gibt, keine öffentlichen Informationsveranstaltungen stattfinden zu lassen, sondern ein Frage-Antwort-Verfahren im virtuellen Bereich als ausreichend ansieht.

Das kann aber eine Präsenzveranstaltung nicht ersetzen, findet Tobias Weber, der auch Mitglied des Ortsbeirates ist. Wie sehr das Dorf schon gespalten ist zeigt sich anhand der 30 Grundstückseigentümer, die jegliche Nutzung ihres Eigentums, sei es über Wegerechte oder anderweitig, gegenüber dem Regierungspräsidium Gießen untersagen wollen. Dies würde die Zuwegung zu Anlagen erschweren beziehungsweise unmöglich machen, meinen die Initiatoren.

Von Gianfranco Fain