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Hinterland Schreinerhandwerk sucht Nachwuchs
Landkreis Hinterland Schreinerhandwerk sucht Nachwuchs
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00:18 30.04.2019
Ehrung bei der Schreiner-Innung Biedenkopf: Der stellvertretende Obermeister Dirk Schmidt (von links), Axel Fuchs, Daniel Weigand, Lothar Merte, Larissa Velte, Obermeister Reinhold Merte, Peter Herrmann und Judith Gockel. Quelle: Erich Frankenberg
Biedenkopf

Viele junge Menschen würden den Weg am Handwerk vorbeigehen, weil sie glaubten, in einem Studium und späteren Abschluss eine bessere Zukunft zu erkennen. Junge Menschen seien im Handwerk mittlerweile eine Ausnahme, sagte Merte.

Grundsätzlich seien alle guten Schulabschlüsse gut für das Erlernen eines Handwerks. Nicht jeder Handwerker – egal ob mit Abitur, einem Realschul- oder Hauptschulabschluss – sei automatisch erfolgreich geworden. Noch immer gelte der Grundsatz: „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“, so der Innungsobermeister.

Die dreijährige Lehrzeit sowie das dabei erworbene Fachwissen und die handwerklichen Fähigkeiten würden letztendlich den Fachmann formen. Reinhold Merte betonte, dass sich das Schreinerhandwerk nicht nur auf den Vertrieb und die Montage von genormten Fertigteilen beschränken dürfe.

Kreativität, handwerkliche, solide und innovative Herstellung sowie gute Kontakte zum Kunden seien Pluspunkte des Handwerkers, die es zu nutzen gelte. Werbung für eine Berufswahl zum Schreiner hat die Innung beim „Café Beruf“ sowie bei der Berufsbildungsmesse in der Hinterlandhalle gemacht.

Zahl der Azubis hat sich nahezu halbiert

Die Zahl der Auszubildenden in den 19 Innungsbetrieben sank Ende 2018 auf zehn. Als Zeichen für eine positive­ Entwicklung im Schreinerhandwerk sah der Obermeister die Verbindung von Handwerk und Kunst bei der erfolgreich durchgeführten achten Auflage der „Artinea“. Im Schloss Rauischholzhausen konnten sich die Besucher umfassend über die Ergebnisse der Handwerkskunst informieren.

Insgesamt beurteilte der Innungsobermeister die derzeitige Auftragslage als gut. Dies liege unter anderem an dem weiterhin bestehenden Wunsch nach mehr Wohnraum. Außerdem würden Modernisierungen, die Verbesserung der Wohnqualität sowie vorausschauende Investitionen für behindertengerechte Umbauten die Auftragslage verbessern und sichern.

Während der Jahreshauptversammlung überbrachte Merte auch Glückwünsche für ein seltenes Arbeitsjubiläum: Karl-Heinz Weigand (Oberweidbach) ist seit 60 Jahren bei der Firma Karl-Heinz Weigand (Sinkershausen) tätig. Dafür überreichte der Innungsobermeister eine Ehrenurkunde an den Jubilar.

Daniel Weigand (Sinkershausen) wurde als Jungmeister in den Reihen der Innung begrüßt. Lothar Merte (Friebertshausen) und Axel Fuchs (Achenbach) blicken auf ihr 25. Meisterjubiläum sowie die Firma Fenster Herrmann auf ihr 90-jähriges Betriebsbestehen zurück und wurden dafür geehrt.

von Erich Frankenberg