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Hinterland Hofs erhalten „Oskar“ der Wirtschaft
Landkreis Hinterland Hofs erhalten „Oskar“ der Wirtschaft
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18:18 21.10.2013
Von Anna Ntemiris
Hans-Georg Hof (Mitte), seine Frau Gerlinde und seine Kinder Diana Hof-Schneider und Dr. Alexander Hof freuen sich über den „Oskar“. Landrat Robert Fischbach (Zweiter von rechts) und Dr. Frank Hüttemann (rechts) von der Wirtschaftsförderung des Kreises hatten das Familienunternehmen für den Preis nominiert – mit Erfolg, denn die Stiftungs-Jury würdigte die Firma.Foto: Krause
Lohra

Der Oktober ist für Hans-Georg und Gerlinde Hof auf jeden Fall ein goldener Monat geworden: Das Unternehmer-Ehepaar aus Lohra gehört zu den Preisträgern in Deutschland, die den „Oskar“ des Mittelstandes erhalten haben. Der Preis der Oskar-Patzelt-Stiftung gilt als begehrteste Wirtschaftsauszeichnung in Deutschland. Und Hofs feiern in diesem Monat das 25-jährige Bestehen ihres Unternehmens. Seit Anfang des Monats ist außerdem auch Sohn Dr. Alexander Hof in das Unternehmen eingestiegen. Der 29-jährige Molekularbiologe verstärkt nun das Team in der Geschäftsleitung. Seine Schwester Diana Hof-Schneider (32) ist seit elf Jahren in der Firma ihrer Eltern tätig und leitet den Einkauf.

Regional und weltweit aufgestellt

Seit 25 Jahren hat sich das Familienunternehmen auf den Sonderanlagenbau für die pharmazeutische und biotechnologische Industrie wie Gefriertrocknungsanlagen, Be- und Entladesysteme für pharmazeutische Produkte oder Einfriersysteme für Blutspendedienste spezialisiert. Das Lohraer Unternehmen ist weltweit tätig, ein Großteil der Produkte geht nach Europa und ein großer Kunde sind die Behring-Nachfolgefirmen in Marburg. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf hatte die Firma für den Preis nominiert, weil sie sich in den vergangenen 25 Jahren durch eine hohe Innovationskraft gekoppelt mit sozialem Engagement ausgezeichnet habe, erklärte Landrat Robert Fischbach (CDU).

„Die Teilnehmer des Wettbewerbs Großer Preis des Mittelstandes repräsentieren die besten Teile dessen, was soziale Marktwirtschaft ausmacht. Sie repräsentieren den dynamischen, produktiven, unverzichtbaren Kern der deutschen Wirtschaft“, erklärt die Oskar-Patzelt-Stiftung. In Hessen hat neben Hof auch eine Firma aus Diemelstadt den Preis erhalten. Hans-Georg Hof engagiert sich über seine Firma hinaus regional und sozial, berichtete Fischbach.

Firmenhallen werden mit Strohpellets geheizt

So wirkt der Geschäftsführer unter anderem in der Gesundheitsregion im Initialbeirat mit und bringt sich für die Anliegen der Feuerwehren ein. Außerdem leisten Hofs Beiträge zum Naturschutz, etwa durch den Kauf und die Pflege einer großen Streuobstwiese. Zudem ist die Familie neuerdings - als eine der ganz wenigen Anbieter bundesweit - in der Lage, Pellets aus Stroh zu produzieren und diese ab dem kommenden Jahr auch zu vertreiben. Das Unternehmen könne in diesem Winter am zweiten Standort in Mornshausen mittels Strohpellets heizen, erklärte Hof. Nur die Strohheizung werde angeworfen, heißt es. Im Dezember kommt eine neue Pelletmaschine, die das Unternehmen gekauft hat. In diesem Sektor sei Hof Vorbild für die ganze Region, sagte Fischbach. Die Anlage sei ein „Meilenstein in der Energiewende“ im Kreis.

Hans-Georg Hof (58) ist froh, dass er vor gut 15 Jahren nicht einem Trend gefolgt sei. „Damals rieten alle, sich einem Konzern dranzuhängen. Wir blieben aber ein inhabergeführtes mittelständisches Unternehmen. Wer bei uns anruft, bekommt den Inhaber zu sprechen und keinen Anrufbeantworter“, sagt Hof. Dass nun auch sein Sohn in die Firma einsteigt, freut den Vater besonders. „Das letzte Wort in Sachen Nachfolge ist noch nicht gesprochen“, erklärte er. Schließlich denkt der Chef noch nicht ans Aufhören - er hat noch viele Ideen in Sachen Ausbau, Energiewende oder Export. Ab morgen gehen die neuen Kollegen, Vater und Sohn, zunächst erstmals auf gemeinsame Dienstreise.

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