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Hinterland Wonnemonat gibt Einstand nach Maß
Landkreis Hinterland Wonnemonat gibt Einstand nach Maß
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00:19 05.05.2019
Mit vereinten Kräften drücken Burschen und Altburschen in Friedensdorf den Maibaum in seine aufrechte Position. Foto: Sascha Valentin
Gladenbach

Egal ob am Fuße des Rimbergturms zwischen Caldern und Damshausen, an der Schutzhütte in Weifenbach oder dem Gemeindemittelpunkt in Breidenbach – überall luden die Vereine die Wanderer zur Rast und Einkehr ein.

Neu in den bunten Reigen der Maifeierer gesellten sich in diesem Jahr die „Bierfreunde“ aus Hommertshausen, die ihren Bierpilz an einem strategisch besonders günstigen Punkt aufgebaut hatten: Im Feld zwischen Holzhausen, Mornshausen und Hommertshausen boten sie am Insektenhotel den Wanderern zur Rast flüssige Erfrischungen an.

Neben kühlen Getränken, Hackbraten und Würstchen sowie teilweise auch frischen Waffeln, gab es an manchen Rastplätzen auch musikalische Unterhaltung. So hatte die Feuerwehr Niederdieten die Partyband „Pik As“ engagiert, die den Besuchern am Gemeindemittelpunkt mit Oldies, Schlagern und Rockklassikern einheizte.

Musikalisch ging es vielerorts aber auch schon am Abend zuvor zu. In Weidenhausen etwa hatte der Musikzug der Feuerwehr in der Abenddämmerung vor dem Gerätehaus Aufstellung genommen und sorgte mit seiner Musik dafür, dass die Besucher gut gelaunt in den Mai kamen.

Burschen sammeln lose Gegenstände ein 

Die Kehlen geölt hatten auch die Mitglieder der Chorgemeinschaft Eckelshausen, die es sich am Bürgerhaus gemütlich gemacht hatten und den Mai singend begrüßten. Vielerorts hießen Burschenschaft und Jugendclubs den Wonnemonat mit Maibäumen willkommen, die sie meist am Vorabend aufstellten – so auch in Friedensdorf, wo anschließend an der alten Schule gemeinsam gefeiert wurde.

Der Jugendclub Niederhörlen hingegen hatte seinen Baum schon am Wochenende zuvor aufgestellt und konnte daher ganz entspannt mit seinen Gästen auf dem Festplatz am Ortseingang in den Mai feiern.

Mancherorts pflegten die Burschenschaften aber noch einen weiteren Brauch, den Hexenschabernack – nicht immer zur Freude der betroffenen Bürger. In Anlehnung an die Hexen der Walpurgisnacht, die von einigen in der Nacht auf den ersten Mai gefeiert wird, zogen sie nachts durch den Ort und ließen dabei lose Gegenstände von den Grundstücken mitgehen, die sie anschließend an einem zentralen Platz im Dorf drapierten.

In Dautphetal-Mornshausen etwa sammelten sich dort etliche Fahrräder, Gartenbänke und -liegen, Mülltonnen und sogar ein Anhänger an, die von den Besitzern später wieder eingesammelt werden mussten.

von Sascha Valentin