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Hinterland Hessen fördert neue Radwege im Wald
Landkreis Hinterland Hessen fördert neue Radwege im Wald
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13:57 18.08.2020
Umweltministerin Priska Hinz (Zweite von rechts) überreichte die Förderbescheide an Manfred Hoim (von links), Marion Klein, Julian Schweitzer, Thomas Beck und Gernot Wege. Foto: Sascha Valentin
Umweltministerin Priska Hinz (Zweite von rechts) überreichte die Förderbescheide an Manfred Hoim (von links), Marion Klein, Julian Schweitzer, Thomas Beck und Gernot Wege. Quelle: Sascha Valentin
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Bad Endbach

Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) hat den Gemeinden Angelburg, Steffenberg und Bad Endbach sowie dem Naturpark Lahn-Dill-Bergland Förderbescheide über einen Gesamtwert von rund 235.000 Euro überreicht. Das Geld wird in die medizinische Versorgung, den Ausbau des Mountainbike-Tourismus und Vereinsprojekte gesteckt.

Die Regionen stark zu machen, sei ein wichtiger Teil der Förderung des ländlichen Raums, betonte Hinz in Bad Endbach. „Und der macht immerhin zwei Drittel der Fläche unseres Bundeslandes aus und 50 Prozent der Bevölkerung leben in diesem ländlichen Raum“, verdeutlichte die Ministerin.

Noch in diesem Herbst will die Landesregierung einen Aktionsplan auf den Weg bringen, mit dem der ländliche Raum gestärkt und seine Attraktivität erhalten werden soll. „Dabei geht es um Themen wie Digitalisierung, sozialer Zusammenhalt und Bildung, aber auch Kulturpolitik“, sagte Hinz.

Gerade die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen hätten vielen Menschen den Wert und die Vorzüge des Lebens auf dem Land wieder bewusst gemacht.

„Wir sind das Sorgenkind der Sorgenkinder“

Als wichtiges Mittel der Gestaltung dieses Lebens sieht die Ministerin dabei das Leader-Förderprogramm, das nicht nur neu aufgelegt, sondern auch bürokratisch verschlankt werden soll, damit die zur Verfügung gestellten Mittel noch zielgerichteter zum Aufbau der Regionen eingesetzt werden können. Allein in den vergangenen fünf Jahren wurden durch das Programm mehr als 53 Millionen Euro an Fördermitteln ausgeschüttet.

Die Gemeinden Angelburg und Steffenberg erhielten einen Bescheid über 30.000 Euro für die Machbarkeitsstudie eines gemeinsamen Gesundheitszentrums. „Wir sind sozusagen das Sorgenkind der Sorgenkinder“, sagte Angelburgs Bürgermeister Thomas Beck (SPD) mit Blick auf die medizinische Versorgung in den beiden Gemeinden.

Mountainbikestrecken stehen im Fokus

Schon jetzt gebe es eine Unterversorgung bei den Ärzten und die Inhaber der bestehenden Praxen befänden sich in einem Alter, in dem es absehbar sei, wann sie in den Ruhestand gingen. „Wir müssen jetzt reagieren und mit diesem Gutachten wollen wir die Weichen dafür stellen“, pflichtete ihm sein Steffenberger Amtskollege Gernot Wege (parteilos) bei.

Von den rund 205.000 Euro, die die Region Lahn-Dill-Bergland erhält, sind 54.000 Euro für die Ausarbeitung neuer Mountainbikestrecken im Naturpark vorgesehen, wie dessen Vorsitzender Julian Schweitzer (SPD) mitteilte.

Nachdem in den vergangenen Jahren das Wandern im Fokus gestanden habe, sei dies nun der nächste Schritt, den Naturpark für eine weitere Nutzergruppe attraktiver zu machen. Mit geordnet angelegten Mountainbiketouren will der Naturpark verhindern, dass sich die Radfahrer illegal als „Streckenbauer“ betätigen und eigenständig entsprechende Routen durch den Wald anlegen.

Naturpark finanziert sich durch Kommunen

Das restliche Geld fließt in das Regionalbudget, mit dem der Regionalverein ehrenamtliche Projekte fördern kann. Dies gelte für Kleinprojekte mit Gesamtkosten von bis zu 23.000 Euro, die mit bis zu 80 Prozent gefördert werden können, erklärte Regionalmanagerin Marion Klein. Sie und Schweitzer nutzten den Besuch der Ministerin aber auch, um auf offenkundige Missstände bei der Finanzausstattung der Naturparks hinzuweisen.

Diese finanzierten sich nämlich fast ausschließlich über die Beiträge der Mitgliederkommunen, die wiederum durch die Corona-Krise und deren Folgen selbst so stark gebeutelt seien, dass es ihnen mitunter schwerfalle, zusätzliches Geld für den Naturpark bereitzustellen, verdeutlichte Julian Schweitzer. An dieser Stelle würden sich der Vorsitzende und die Regionalmanagerin mehr Initiative seitens der Landesregierung wünschen, um Visionen für die Region noch besser umsetzen zu können.

Dank sprach der Ministerin hingegen der Kreisbeigeordnete Manfred Hoim (CDU) aus, der darauf verwies, dass Fördergelder wie die jetzt verteilten gerade in dieser Zeit wichtig seien, damit auch trotz Corona weiter zielgerichtet am Aufbau der Region gearbeitet werden könne.

Von Sascha Valentin