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Hinterland Hessen blickt auf Holzhausen
Landkreis Hinterland Hessen blickt auf Holzhausen
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14:57 13.06.2020
Projektleiterin Conny Habermehl und Dekanatsjugendreferent Florian Burk werden auf der Empore ins rechte Licht gesetzt, während im Altarraum die Band spielt. Quelle: Jürgen Jacob
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Holzhausen

An diesem Wochenende sollte der zehnte Jugendkirchentag der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) stattfinden. 4.000 bis 5.000 Jugendliche wollten sich dazu in Wiesbaden treffen.

Wegen Corona gibt es nun nur ein Treffen im Internet. Und die Evangelische Jugend im Dekanat Biedenkopf-Gladenbach (ejuBIG) gestaltet den digitalen Eröffnungsgottesdienst. Dieser wird am Samstag, 13. Juni, um 17 Uhr ins Netz gestellt. Der gesamte Jugendkirchentag ist im Livestream zu sehen (siehe Kasten).

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„Als die Anfrage kam, waren wir uns im Vorstand der Dekanatsjugend sehr schnell einig, dies zu machen“, sagt Dekanatsjugendreferent Florian Burk. Und auch sein Kollege, Dekanatsjugendreferent Klaus Grübener, unterstreicht: „Auch viele Ehrenamtliche waren unmittelbar begeistert und bereit mitzumachen.“ Schließlich blickt man im Dekanat auf mehr als 25 Jahre Erfahrung mit Jugendgottesdiensten (Ju-Gos) zurück.

Thema Virus soll positive Impulse bringen

Auch wenn es einen Ju-Go in dieser digitalen Form noch nie gegeben hat, sind die Verantwortlichen der nördlichsten Region der Landeskirche ein wenig stolz darauf, diesen nun zu gestalten. So wurden in den vergangenen Wochen drei Videokonferenzen mit den Jugendlichen abgehalten und gemeinsam Ideen erarbeitet. „Bald war klar, dass wir auch das Thema ,Virus’ aufgreifen wollen, aber auch schauen, was dieses positives bewirken kann“, berichtet Dekanatsjugendpfarrer Stefan Föste.

Mit dem Titel „rebooting …“ (neu starten) wird schon deutlich, dass es darum geht, alte, von Viren befallene „Programme“ auszutauschen und durch neue Software zu ersetzen. Mit kurzen Theaterszenen, aber auch Psalmen, Gebeten, Statements und einer Verkündigung werden die Themen-Schwerpunkte des Jugendkirchentags „Ökumene“, „Nachhaltigkeit“, „Ehrenamt“ und „Digitaler Glaube“ aufgegriffen.

Fünf Stunden lang auf Abstand achten

Zudem wurde extra eine Projektband der ejuBIG für den Jugendkirchentags-Dreh ins Leben gerufen, die verschiedene Liedbeiträge für den Eröffnungsgottesdienst beitrug.

Rund fünf Stunden dauerten die Filmaufnahmen in der Holzhäuser Auferstehungskirche und anderen Stellen im Ort. In Kleingruppen wurden die Szenen unter Beachtung der geltenden Hygienemaßnahmen gedreht, mehr als 20 junge Menschen aus der Region waren daran beteiligt. Einige Szenen waren schon vorab mit eigener Ausrüstung gedreht worden.

Phelin Schäfer aus Battenberg-Dodenau findet es schön, trotz der schwierigen Situation wieder mal Menschen live zu treffen: „Es war eine spannende und schöne Erfahrung, mit den vielen Kameras zu arbeiten“, sagte die 16-jährige Schülerin. „Wie bei jedem Ju-Go hat es wieder sehr viel Spaß gemacht, gemeinsam was vorzubereiten“, unterstrich Phelin, die auch Mitglied in der Jugendvertretung des Dekanates ist.

Erste Gemeinschaftsaktion seit Langem

Für den Dreh war ein professionelles Team vom Evangelischen Medienhaus in Frankfurt angereist. Die Filmemacher Karsten Fink und Andrea Stevens wurden dabei von Kameramann Christoph Schuchardt unterstützt.

Auch Landesjugendpfarrer Gernot Bach-Leucht und Projektleiterin Conny Habermehl wohnten den Aufnahmen bei. Auch wenn die aufgrund der coronabedingten Vorschriften nicht immer leicht waren, hatten doch sowohl das Team der EKHN als auch die Jugendlichen der ejuBIG sehr viel Spaß an den Dreharbeiten.

„Es war auch für unsere Teams toll, sich mal mit Abstand wiederzusehen“, sagte Burk. „Normalerweise hätten wir in den vergangenen Wochen zahlreiche Aktionen wie unser Ostertreffen, Jugendgottesdienste und auch schon Freizeiten gehabt, aber dies konnten wir alles nicht durchführen.“

Nicht nur er hofft auf viele Interessierte aus der Region, die darauf gespannt sind, was eine Drohne über der Auferstehungskirche mit dem Jugendkirchentag zu tun hat, warum es eine Aufräumaktion gab, der Sportplatz gestutzt wurde und warum es im Gottesdienst dann heißt: „Die Welt retten und Spaß dabei“.

Jugendkirchentag im Netz

Auf dem Youtube-Kanal „Jugendkirchentag der EKHN“ wird Samstag und Sonntag gestreamt. Neben zwei Gottesdiensten gibt es ein Konzert der Contestgewinner „OHM“, Life-Talks, die die Zuschauern mitgestalten können, und einen Poetry-Slam-Contest mit Live-Abstimmung.

Unter dem Motto „WI(r) verändern die Welt. Bist du dabei?“ will der Jugendkirchentag Themen wie Nachhaltigkeit, Ehrenamt und Ökumene und digitale Glaubenswege ansprechen.

Programm: www.good-days.de/jukt-im-netz

Livestreams: Samstag hierSonntag hier.

Von Jürgen Jacob

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