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Hinterland „Heckenmühle“ wartet auf Signal
Landkreis Hinterland „Heckenmühle“ wartet auf Signal
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17:58 28.05.2021
Das Hotel „Heckenmühle“ in Bad Endbacher soll nach dem Willen der Betreiber erweitert werden. Doch die Umsetzung verzögert sich.
Das Hotel „Heckenmühle“ in Bad Endbacher soll nach dem Willen der Betreiber erweitert werden. Doch die Umsetzung verzögert sich. Quelle: Archivfoto: Regina Tauer
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Bad Endbach

Seit zwei Jahren plant Familie Yilmaz, ihr Hotel „Heckenmühle“ in Bad Endbach zu erweitern. 20 Zimmer sollen in dem Anbau entstehen, ein Restaurant, Räumlichkeiten für Veranstaltungen. Im vergangenen Herbst wurde der Projektentwurf vom beauftragten Architekten im Bau- und Planungsausschuss vorgestellt. Kurz vor Weihnachten stand die Änderung des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans auf der Tagesordnung des Gemeindeparlaments.

Doch zur Abstimmung kam es damals nicht, der Punkt wurde abgesetzt. Hintergrund: Die Hotelbetreiber standen vor dem Problem, nicht genügend große Ausgleichsflächen in der Nähe anbieten zu können; das schreibt die Bauleitplanung für Eingriffe in die Naturlandschaft vor. „Wir waren da nicht so gut informiert“, sagte Geschäftsführerin Eylem Yilmaz auf Anfrage. Deshalb habe man die Fläche, auf die nun gebaut werden soll, verkleinert. Am Ziel, 20 neue Zimmer und andere Räumlichkeiten zu schaffen, habe sich aber nichts geändert, so Yilmaz weiter. Derzeit verfügt das Hotel „Heckenmühle“, das in unmittelbarer Nähe zum Kurpark und zum Gemeindewald liegt, über 30 Betten.

Die Rücknahme der Wohnbaufläche umfasst nahezu 30 Prozent. Damit könnte der südliche Rand des Auenbereichs der Salzböde als annähernd unbebaut und unversiegelt festgesetzt werden. Das Bauvorhaben beschäftigte auch das Gemeindeparlament. Denn durch die Änderungen wird eine erneute Offenlage von Flächennutzungsplan und Bebauungsplan im Bereich der Sebastian-Kneipp-Straße notwendig. Die Beschlüsse dazu wurden allerdings noch nicht gefasst. Die neu gewählte Gemeindevertretung will über die Änderungen ausführlicher informiert werden. Jürgen Plaum (FWG), frisch gewählter Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses, stellte den Antrag auf Überweisung in „seinen“ Ausschuss. „Das Planungsbüro Müller soll uns die Änderungen erläutern“, so Plaum.

Es gehe um Flächenreduzierung und Rücknahme der bebaubaren Fläche, sagte Bürgermeister Julian Schweitzer (SPD). Das bedeute auch, dass die geforderte Ausgleichsfläche reduziert werden könne. Ob dafür eine erneute Sitzung des Bau- und Planungsausschusses notwendig sei, könne er „nicht in Gänze beurteilen“. „Was ich aber beurteilen kann, ist, dass die Vorhabenträger so langsam mal anfangen wollen.“ Marie-Sophie Künkel, Fraktionsvorsitzende der CDU, stellte sich hinter Plaums Antrag.Immerhin gehe es bei dem Hotelanbau zum Beispiel auch um eine Veränderung der Geschossflächenzahl. Mit den Stimmen der Koalition aus CDU und FWG wurde der Antrag angenommen, die SPD-Fraktion stimmte dagegen.

Auch zur Frage der erneuten Offenlage des Bebauungsplans sah Plaum Beratungsbedarf im Bau- und Planungsausschuss. Er forderte den Bürgermeister auf, „den Bauherrn, Herrn Yilmaz, einzuladen, damit dieser das Nutzungskonzept seines NaturMed-Hotels darstellt“.

Diese Vorstellung habe bereits stattgefunden, verwies Schweitzer auf die Sitzung im Herbst 2020. Er gebe auch hier zu bedenken, dass es sich um ein Projekt handle, das schon mehrere Jahre geplant werde. Otto-Erich Pfeifer (CDU) widersprach: „Ich möchte doch daran erinnern, dass sich erhebliche Änderungen ergeben haben. Es ist wirklich erforderlich, dazu das Planungsbüro und eventuell den Bauherrn zu hören.“ Der Antrag Plaums auf Überweisung in den Bau- und Planungsausschuss wurde mit den Stimmen der Koalition beschlossen.

Eylem Yilmaz, Geschäftsführerin des Natur-Med-Hotels, ist von der Verzögerung überrascht. „Es hat sich doch eigentlich nichts geändert. Wir verlieren nur Zeit“, sagte sie der Presse. Sie hatte auf eine Genehmigung bis Mitte Juni gehofft. „Solange wir die Genehmigung nicht in den Händen halten, können wir nicht sicher weiterplanen. Wir warten schon solange darauf. Erst dann können wir die endgültige Planung angehen und in die Details gehen.“ Deshalb könne sie sich auch nicht zum Umfang der geplanten Investition äußern.

Ein Hoffnungsschimmer ist für die Hotelbetreiberin derzeit die Aussicht, dass die Corona-bedingte Schließung der Hotels in Hessen bald zu Ende geht. Wenigstens diese Unsicherheit hätte sich dann erst einmal erledigt. Das Warten auf die Genehmigung des Anbaus an die „Heckenmühle“ zieht sich allerdings noch hin.

Von Regina Tauer

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