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Hinterland Handarbeit für süße Träume
Landkreis Hinterland Handarbeit für süße Träume
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10:58 17.04.2021
Teamarbeit für gute Träume: Die Schwestern Mia (links) und Larissa helfen sich in der Kreativwerkstatt gegenseitig und basteln begeistert Traumfänger.
Teamarbeit für gute Träume: Die Schwestern Mia (links) und Larissa helfen sich in der Kreativwerkstatt gegenseitig und basteln begeistert Traumfänger. Quelle: Michael Tietz
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Gladenbach

Für einen sanften Schlaf braucht es ein wenig Handarbeit, Fantasie und einige bunte Zutaten. Ein paar Tipps von Bastelexperten können ebenfalls nicht schaden, damit der Traumfänger gelingt. Gladenbacher Kinder fertigen diese begeistert in der Ferien-Kreativwerkstatt.

„Ein Vormittag im Land der Träume“ hat die Stadtjugendpflege die Aktion im Café O-Läg überschrieben. Sie gehört zum Mini-Ferienpass mit vier Veranstaltungen für Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren. In Kleingruppen mit maximal vier Teilnehmern und einem Betreuer gehen die Workshops und Ausflüge coronakonform über die Bühne.

Handarbeit in der Kreativwerkstatt

Mucksmäuschenstill ist es anfangs in der Kreativwerkstatt. Die Schwestern Larissa und Mia widmen sich konzentriert ihrer Handarbeit. Sie knüpfen und flechten mit Wollfäden kleine Netze in die vor ihnen liegenden Holzringe. Diese haben sie zuvor mit einer dicken Kordel umwickelt und mit einer Schlaufe zum Aufhängen versehen.

Böse Träume haben keine Chance mehr: Beim Gladenbacher Osterferienpass zeigen die Betreuerinnen Charlotte (links) und Louisa (rechts) den Schwestern Larissa und Mia, wie sie selbst originelle Traumfänger basteln können. Quelle: Michael Tietz

Wenn’s zwischendurch mal hakt oder es Probleme mit den Knoten gibt, stehen die Betreuerinnen Charlotte und Louisa den beiden Mädchen mit Rat und Tat zur Seite. Für sie ist der Workshop ein Testlauf. Beim großen Gladenbacher Ferienpass im Sommer wollen sie erstmals als Teamerinnen im Einsatz sein. Zur Einstimmung organisieren sie in Eigenregie den Traumfänger-Bastelkurs im Café O-Läg.

Davon gibt es an diesem Tag gleich drei. Die erste Aktion gestalten Louisa und Charlotte noch gemeinsam, am Nachmittag übernimmt dann jede eine Gruppe. Mit Bastelanleitungen machten sich die jungen Betreuerinnen mit der Aufgabe vertraut und probierten zuvor zu Hause selbst aus, welche Arbeitsschritte für einen originellen Traumfänger nötig sind. „Das funktioniert heute wirklich gut“, stellt Charlotte zufrieden fest, nachdem die kleinen Geflechte aus Wolle und Holz schnell Formen annahmen.

Kreativität kann frei entfaltet werden

Aus dem Vollen können die Kinder in der Kreativwerkstatt schöpfen. Auf dem Tisch steht eine große Box mit allen nötigen Arbeitsmaterialien. Holzringe, Kordel, Wolle in den unterschiedlichsten Farben, Federn, Holzperlen, Scheren, Klebeband – es fehlt an nichts.

Mia und Larissa greifen begeistert zu und gestalten ihre Traumfänger nach ihren ganz eigenen Vorstellungen. Die Ursprünge dieser Handarbeiten stammen wohl aus Nordamerika. Die Ojibwa-Indianer sollen die ersten Traumfänger geschaffen haben. Andere Stämme taten es ihnen dann gleich. Traumfänger sollen direkt über dem Bett oder in der Mitte des Raumes aufgehängt werden. Ihr Auftrag ist es, böse Träume zu verjagen.

Schlechte Träume bleiben jetzt aus

Der Legende zufolge bleiben die schlechten Träume im Netz hängen und werden dann von der Morgensonne neutralisiert. Die guten Träume schlüpfen dagegen durch die Mitte hindurch und werden durch die Federn sanft an den Schlafenden weiterge­leitet.

Beim Knüpfen des Netzes aus Wollfäden ist Fingerfertigkeit gefragt: Betreuerin Charlotte gibt Larissa ein paar Basteltipps für ihren Traumfänger. Quelle: Michael Tietz

„Eure Traumfänger sehen toll aus – da bleibt jeder böse Traum dran hängen“, lobt Stadtjugendpfleger Karlheinz Nickel die kleine Bastelgruppe. Auch er versucht sich im Knüpfen des Netzes und flicht zum Abschluss kleine Zöpfe aus Wolle, an denen dann die Federn befestigt werden. Dazu setzt Nickel vor allem auf die Farben der Fußballer von Eintracht Frankfurt: Weiß, Schwarz und Rot. Verschiedene Pastelltöne haben es dagegen Larissa angetan. „Bunt ist meine Lieblingsfarbe – obwohl das natürlich keine echte Farbe ist“, erzählt das Mädchen und lacht.

Zufrieden mit Traumfängern

Am Ende der Bastelstunde recken alle ihre Handarbeiten stolz in die Höhe und spenden sich gegenseitig anerkennend Beifall. „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Traumfänger. Entweder behalte ich ihn oder ich schenke ihn meiner Freundin“, erzählt Larissa.

Aus verschiedenfarbigen Wollfäden entsteht das Netz für den Traumfänger: Betreuerin Louisa zeigt Mia, wie sie die ersten Arbeitsschritte am besten meistert. Quelle: Michael Tietz

Froh ist auch der Stadtjugendpfleger, dass in den Osterferien zumindest ein kleines Mitmachangebot für Kinder und Jugendliche möglich ist. Parallel zum Mini-Ferienpass der Stadt läuft noch ein interkommunales Jugendprogramm, das sich an Teilnehmer aus Bad Endbach, Gladenbach und Lohra richtet. „Auch wenn die Aktionen wegen Corona nur in kleinen Gruppen laufen dürfen, sind doch alle glücklich, endlich etwas mit Freunden unternehmen zu dürfen“, berichtet ­Nickel.

Von Michael Tietz

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