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Hinterland Der komplette Boden muss raus
Landkreis Hinterland Der komplette Boden muss raus
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11:58 19.08.2021
Derzeit sind die Mitglieder des Trägervereins damit beschäftigt, die Fliesen vom Beckenboden herauszubrechen. Der Boden muss komplett neu aufgebaut werden.
Derzeit sind die Mitglieder des Trägervereins damit beschäftigt, die Fliesen vom Beckenboden herauszubrechen. Der Boden muss komplett neu aufgebaut werden. Quelle: Foto: Sascha Valentin
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Friedensdorf

40 Jahre Dauerbetrieb sind am Hallenbad in Friedensdorf nicht spurlos vorübergegangen. Eine Untersuchung habe gezeigt, dass das Becken grundhaft saniert werden muss, sagt Günter Grebe, Vorsitzender des Trägervereins des Freibads. „Es gibt ernsthafte Schäden am Becken, die behoben werden müssen, wenn wir auch in Zukunft noch lange Freude an dem Bad haben wollen“, betont Grebe.

Betroffen ist vor allem der Boden des Beckens, wo der darunterliegende Beton porös geworden ist und ausgetauscht werden muss. Das komplette Ausmaß des Schadens stehe noch nicht endgültig fest, sagt Grebe. Erst in den nächsten Tagen will ein Sachverständiger den kompletten Boden untersuchen und danach ein Urteil abgeben. „Fest steht aber schon jetzt, dass alle Fliesen vom Boden und die erste Reihe an den Wänden entfernt werden müssen“, stellt der Vorsitzende fest.

Mit den entsprechenden Arbeiten haben die Mitglieder bereits begonnen. „Das Entfernen der Fliesen und das Aufbrechen des Bodens können wir noch selbst erledigen – aber den Aufbau des Beckens muss dann eine Fachfirma übernehmen“, erklärt Grebe.

Zumal in diesem Zuge auch die Wasserzufuhr im Becken neu geregelt werden soll. Bislang strömte das Frischwasser durch Düsen auf der einen Seite ins Becken, während es auf der anderen Seite abgesaugt wurde. Nun sollen die Einlässe in den Boden integriert werden, wodurch eine bessere Durchmischung des Wassers gewährleistet wird.

Finanzielle Unterstützung für das Vorhaben des Trägervereins gab es nun vom hessischen Innenministerium. Staatssekretär Stefan Heck (CDU) überreichte dem Verein einen Förderbescheid über 60 000 Euro für die Beckensanierung aus dem Swim-Programm des Landes. „Die Sportförderung liegt uns sehr am Herzen und die Unterstützung von Schwimmbädern ganz besonders“, sagte Heck. Denn schwimmen zu können, sei eine Grundfertigkeit, die leider immer weniger Kinder beherrschten. Dieser Mangel könne sogar tödliche Folgen haben, so der Staatssekretär. „Um den Kindern aber das Schwimmen beibringen zu können, bedarf es intakter Schwimmbäder“, ergänzte Heck. Schon deswegen sei die Förderung des Friedensdorfer Bads essenziell.

Lob für die Arbeit des Trägervereins gab es auch vom Landtagsabgeordneten Horst Falk (CDU): „Als die Gemeinde die Schwimmbäder Anfang der 2000er-Jahre an die Träger- und Fördervereine übergeben hat, war noch nicht abzusehen, dass dieses Modell so gut laufen würde.“ Seitdem hätten die Vereine sehr viel Willen und Engagement bewiesen, ihre Bäder zu pflegen und zu erhalten. Für die Menschen sei damit ein deutliches Plus an Lebensqualität verbunden.

Damit das auch in Zukunft so bleibt, habe die Gemeinde Dautphetal die Verträge mit den Vereinen nun auf den Prüfstand gestellt, sagte der Erste Beigeordnete Lars Kolbe (CDU). „Diese Verträge sind immerhin fast 20 Jahre alt und wir werden sie entsprechend anpassen.“ Die Vereine müssten sich aber keine Sorgen machen – für sie werde es eher moderater, so Kolbe. Denn, wie Horst Falk bemerkte, Dautphetal habe zwar die höchste Bäderdichte in ganz Hessen, aber mitnichten die höchsten Kosten beim Betrieb seiner Bäder. Und das sei der Arbeit der Vereine zu verdanken.

Neben dem Becken wird in Friedensdorf auch die Belüftung im Hallenbad erneuert. Dafür gebe es ebenfalls eine Förderung, allerdings aus einem anderen Topf, wie Günter Grebe sagte. Wenn alles gut läuft, rechnet er damit, dass das sanierte Bad Ende des Jahres wieder genutzt werden kann.

Von Sascha Valentin

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