Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland Haftstrafe für Hammerattacke auf Taxifahrer
Landkreis Hinterland Haftstrafe für Hammerattacke auf Taxifahrer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:58 02.03.2021
Ein Taxischild leuchtet im Dunkeln. In der Nacht auf den 21. April des vergangenen Jahres lockten drei junge Erwachsene einen Taxifahrer in die Gemeinde Bad Endbach und raubten diesen unter Einsatz eines Hammers aus (Themenfoto).
Ein Taxischild leuchtet im Dunkeln. In der Nacht auf den 21. April des vergangenen Jahres lockten drei junge Erwachsene einen Taxifahrer in die Gemeinde Bad Endbach und raubten diesen unter Einsatz eines Hammers aus (Themenfoto). Quelle: Felix Hörhager/dpa
Anzeige
Marburg

Vor der 3. Strafkammer des Landgerichts endete ein Verfahren gegen zwei Männer und eine Frau im Alter von 19 und 20 Jahren, die sich wegen eines Überfalls auf einen Taxifahrer zu verantworten hatten. Die Tat ereignete sich in der Nacht vom 20. auf den 21. April 2020. Das Gericht unter dem Vorsitzenden Gernot Christ war am Ende der Verhandlung davon überzeugt, dass die aus dem Raum Breidenbach und Dillenburg stammenden Angeklagten die Tat begangen haben.

Bedrohung mit Hammer

Somit gilt als erwiesen, dass eine derzeit 19 Jährige in Absprache mit den beiden anderen Angeklagten in der besagten Nacht ein Taxi an einen Ort der Gemeinde Bad Endbach bestellte. Dort mimte der ebenfalls derzeit 19-jährige Mittäter betrunken und auf Hilfe angewiesen zu sein, damit der Taxifahrer aus seinem Auto ausstieg.

Als dies geschehen war, tauchte der zur Tatzeit 20-Jährige aus der Dunkelheit auf und bedrohte den Taxifahrer nicht nur mit einem Zimmererhammer, sondern schlug auch einmal auf den Kopf des Taxifahrers ein.

175 Euro erbeutet

Während die erlittene Verletzung relativ schnell verheilte, trug der Taxifahrer bleibende psychische Schäden davon. Die Summe des erbeuteten Geldes betrug 175 Euro. Alle Angeklagten waren geständig. Während die junge Frau lediglich die Beihilfe zu einer geringfügigeren Tat einräumte, gestanden die beiden jungen Männer die Tat voll und ganz ein.

Die Staatsanwaltschaft forderte für den Haupttäter eine Einheitsjugendstrafe von fünf Jahren, für den Mittäter eine Einheitsjugendstrafe von drei Jahren sowie für die Gehilfin einen Dauerarrest von vier Wochen und 150 Stunden gemeinnützige Arbeit.

Besonders schwere räuberische Erpressung

Die Verteidiger der Angeklagten beantragten für den Haupttäter eine Einheitsjugendstrafe von vier Jahren, für den Mittäter eine Einheitsjugendstrafe von zwei Jahren und drei Monaten sowie für die Gehilfin einen Freizeitarrest oder gemeinnützige Arbeit.

Die 3. Strafkammer des Landgerichts befand den Haupttäter und den Mittäter der besonders schweren räuberischen Erpressung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung schuldig und verhängte unter Anwendung des Jugendstrafrechtes gegen den 20-jährigen Haupttäter eine Einheitsjugendstrafe von vier Jahren und neun Monaten Haft.

Keine Rechtsmittel eingelegt

Darin einbezogen sind zwei andere Urteile von Jugendgerichten. Gegen den 19-jährigen Mittäter sprach das Gericht eine Einheitsjugendstrafe von zwei Jahren und neun Monaten Haft aus. Die 19-jährige Gehilfin hat zwei Wochen Dauerarrest und 100 Stunden gemeinnützige Arbeit zu absolvieren.

Zum Bilden des Urteils waren mehrere Verhandlungstage angesetzt. Es sollten 13 Zeugen gehört werden, darunter auch zwei Sachverständige. Da die 3. Strafkammer, wie Pressesprecher Dr. Marcus Wilhelm mitteilte, ihre Urteile schon am 11. Februar aussprach und keiner der Angeklagten dagegen Rechtsmittel einlegte, sind diese ­gültig.

Von Gianfranco Fain