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Hinterland Große Mehrheit für Dekan Friedrich
Landkreis Hinterland Große Mehrheit für Dekan Friedrich
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11:58 24.03.2021
Dekan Andreas Friedrich (rechts) blickt in Kameras, Monitor und Scheinwerfer: Die Synode mit mehr als 100 Teilnehmern und Teilnehmerinnen tagte und wählte per Videokonferenz. Die Technikzentrale befand sich in der Freizeit- und Bildungsstätte des Dekanats in Dautphetal-Holzhausen.
Dekan Andreas Friedrich (rechts) blickt in Kameras, Monitor und Scheinwerfer: Die Synode mit mehr als 100 Teilnehmern und Teilnehmerinnen tagte und wählte per Videokonferenz. Die Technikzentrale befand sich in der Freizeit- und Bildungsstätte des Dekanats in Dautphetal-Holzhausen. Quelle: Klaus Kordesch
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67 der per Videokonferenz zusammengeschalteten Vertreter und Vertreterinnen der Kirchengemeinden stimmten für die Wiederwahl, jeweils vier Synodale votierten dagegen beziehungsweise enthielten sich. Friedrichs zweite Amtszeit beginnt am 1. April 2022.

Für ihn seien die ersten fünf Jahre seiner sechsjährigen Amtszeit wie im Flug vergangen, hatte der Dekan zuvor in seiner Bewerbungsrede erklärt und auf das Modell des „Dekanats der Regionen“ und die Bildung der acht Nachbarschaftsräume in den vergangenen Jahren zurückgeblickt.

„Sie üben nachbarschaftliche Kooperation ein, je mit eigenem Tempo und unterschiedlichen Schwerpunkten“, zog Friedrich eine Zwischenbilanz des Prozesses und erklärte, er sei mehr denn je davon überzeugt, dass dieser Weg der richtige sei: Wenn man als Kirche in der Region auch künftig eine Rolle spielen wolle, „müssen wir uns zu größeren Einheiten vernetzen und die Chancen entdecken, die darin liegen“, unterstrich Friedrich. Er erlebe allerdings auch, wie mühsam nachbarschaftliche Kooperation sein könne und dass es vielen Kirchenvorständen schwerfalle, einen Teil der gemeindlichen Selbstständigkeit in den Nachbarschaftsraum hineinzugeben. Die Abkehr von allzu kleinteiligen Strukturen bedeute allerdings nicht zwingend das Zusammenlegen von Gemeinden, erläuterte er auf Nachfrage von Detlef Ruffert.

Ein gemeinsames Gemeindebüro beispielsweise aber könne sinnvoll sein, wo jede Gemeinde ein eigenes und nur wenige Stunden pro Woche geöffnetes unterhalte.

Es sei ihm wichtig, dass der Glaube bei allen gesellschaftlichen Veränderungen an Bedeutung gewinnen, Freude bereiten und Trost spenden könne – und dass dies vermittelt werde. „Wir müssen uns weiter verändern: Neugieriger, aufmerksamer und sensibler werden für unsere Mitglieder und die Menschen in unserer Region“, forderte der Dekan.

Manches Format früherer Zeiten passe nicht mehr, daher sei es wichtig, das „Evangelium so zu verkündigen und zu leben, dass es ansteckend wird. Dass Menschen infiziert werden mit Liebe, mit Hoffnung, mit Glauben, mit Zuversicht.“

Er sehe das Dekanat dabei als Partner der Gemeinden und strebe an, dass Hauptamtliche und Ehrenamtliche möglichst gut und „erfolgreich“ arbeiten könnten, ebenso analog wie digital. „Das ist nicht nur eine Corona-Notlösung, sondern wir werden auch künftig sehr präsent sein“, betonte Friedrich.

Pfarrerin Sabine Bertram-Schäfer, die seit 1. Januar Pröpstin für die Propstei Nord-Nassau ist und die geheime Wahl geleitet hatte, gratulierte gemeinsam mit Präses Britta Duchardt-Linneborn – ebenso auf Abstand wie das kleine Dekanatsteam, das im großen Gruppenraum der Freizeit- und Bildungsstätte des Dekanats in Dautphetal-Holzhausen hinter den Kameras die Technik managte.

Für die 75 per Zoom teilnehmenden Stimmberechtigten war es nicht die einzige Wahl der Tagung: Sie wählten Pfarrerin Tatjana Frenzel von der Kirchengemeinde Wolzhausen/Quotshausen mit 65 Jastimmen als Nachfolgerin von Pfarrerin Katrin Simon aus Bottenhorn in den Dekanatssynodalvorstand (DSV). Dabei stimmten fünf Synodale mit Nein, fünf enthielten sich der Stimme.

Erfolglos verlief die Suche nach Stellvertretern der beiden synodalen Mitglieder in der Verbandsvertretung des Diakonischen Werkes Marburg-Biedenkopf, dessen Diakoniepfarrer Sven Kepper die Aufgaben des Diakonischen Werkes zuvor kurz vorgestellt hatte.

Von Klaus Kordesch